Ist Tellervo Tochter oder Frau des Tapio?
Beides kommt vor. Der übliche Beiname lautet „Tapion neiti“, Tapios Jungfrau oder Tochter, doch der 46. Gesang des Kalevala nennt sie an einer Stelle „Tapion vaimo“, Tapios Weib. Die Forschung wertet das als normale Rollenunschärfe mündlicher Dichtung, nicht als Widerspruch; verbindliche Stammbäume entstanden erst mit Lönnrots Redaktion.
Wobei half Tellervo konkret?
Ihr Kerngeschäft war der Schutz des Weideviehs: hüten, striegeln, abends heimgeleiten. Daneben half sie regional bei der Bärenjagd, indem sie die Hunde des Waldhofs anband und den Weg markierte, und in Nordkarelien wurde sie gegen Krankheiten angerufen, die man als „aus dem Wald gekommen“ deutete.
Warum ist ihre Überlieferung so schmal?
Runengesänge mit Tellervo wurden nur in Kainuu, Nordkarelien, Weißkarelien und auf der Karelischen Landenge aufgezeichnet. Ihre heutige Bekanntheit verdankt sie dem Kalevala und der Kanteletar, die die regionalen Lieder in den Nationalkanon hoben.