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Rūaumoko, das ungeborene Kind, das die Erde erschüttert

Rūaumoko ist Gott der Maori-Tradition Polynesiens.

Das ungeborene Kind, dessen Regungen Neuseeland erschüttern. Jede Regung, mit der Rūaumoko die Erde erschüttert, gilt den Maori als Zeichen seines Unmuts. Rūaumoko wird bei den Maori als Erdbeben- und Vulkangott geführt, und der Text erläutert, wie beide Bereiche zusammengehören.

GottPolynesien

Inhaltsverzeichnis

Rūaumoko, der Erdbeben- und Vulkangott der Maori
Rūaumoko

Rūaumoko, in vereinfachter Schreibung Ruaumoko, ist der Maori-Gott der Erdbeben und Vulkane, das jüngste, ungeborene Kind der Ureltern Ranginui, des Himmels, und Papatūānuku, der Erde. Seine Bewegungen im Leib der Erde erzeugen Erdbeben und Vulkanausbrüche.

Er ist nicht der Feuergott, das sind Mahuika und Auahitūroa, sondern der Gott der bebenden und feuerspeienden Erde; das heutige Maori-Wort rū für Erdbeben leitet sich von ihm ab.

Auf einen Blick: Rūaumoko

Typ: Gott der Erdbeben und Vulkane
Herkunft: Maori-Überlieferung, jüngstes Kind von Ranginui und Papatūānuku
Texte: Ethnografie bei Best, Enzyklopädie Te Ara
Zeitraum: Maori-Überlieferung bis in moderne Institutionen
Erscheinung: unsichtbar im Leib der Mutter, keine feste Alltagsgestalt

Überlieferung und Quellenlage

Zeitraum der Texte

Maori-Überlieferung, ethnografisch bei Elsdon Best und in der Enzyklopädie Te Ara belegt; die Rezeption reicht bis in moderne neuseeländische Institutionen.

Verbreitungsraum

Neuseeland: Als Deutung der realen Erdbeben und Vulkanausbrüche des Landes gehört Rūaumoko zur gesamten Maori-Kosmologie.

Quellenlage

Gut belegt: Maori-Ethnografie bei Best, die Enzyklopädie Te Ara und Orbells illustrierte Enzyklopädie der Maori-Mythen.

Name und Varianten

Maori: bedeutet beben; das heutige Maori-Wort für Erdbeben leitet sich vom Gott ab. Der Rest des Namens ist nicht sicher ableitbar.

Gestalt und Wirkungskreis

Erscheinung

Rūaumoko bleibt unsichtbar im Leib oder an der Brust der Mutter Erde; eine feste Alltagsgestalt gibt es nicht, moderne Schnitzwerke deuten ihn an. Er verkörpert die von innen bebende und Feuer speiende Erde.

Wirkung

Seine Bewegungen erzeugen Erdbeben und Vulkanausbrüche, teils auch den Wechsel der Jahreszeiten. Er ist nicht bösartig, doch Urheber realer, lebensbedrohlicher Naturereignisse.

Steckbrief: Rūaumoko

Die wichtigsten Aspekte des Erdbebengottes auf einen Blick.

Kulturkontext

Jüngstes, ungeborenes Kind der Ureltern Ranginui und Papatūānuku; gehört zum Kreis der Kinder von Rangi und Papa, zu dem auch der Sturmgott Tāwhirimātea zählt.

Wirkungsgegenstand

Die Menschen als Betroffene von Beben und Ausbruch: Jede Regung des Gottes im Leib der Erde ist an der Oberfläche zu spüren.

Darstellung

Unsichtbar im Leib der Mutter Erde, ohne feste Alltagsgestalt; moderne Schnitzwerke deuten ihn an, mehr nicht.

Funktion

Erzeugt Erdbeben und Vulkanausbrüche, teils auch den Wechsel der Jahreszeiten; zur Wärme erhielt er das Feuer te ahi kōmau.

Umgang

Kaum formelle Kulte: Erdbeben wurden als seine Regungen gedeutet und mit Ehrfurcht und Karakia, Gebetsformeln, begegnet.

Verwandtes

Die hawaiische Vulkangöttin Pele, der Sturmgott Tāwhirimātea als Bruder, typologisch der japanische Erdbebenwels Namazu.

Das Kind, das bei der Mutter blieb

Bei der Trennung der Ureltern Ranginui und Papatūānuku blieb Rūaumoko als Säugling bei der Mutter und wurde mit ihr in die Unterwelt getragen; zur Wärme erhielt er Feuer, das te ahi kōmau. Seither erzeugen seine Bewegungen im Leib der Erde Erdbeben und Vulkanausbrüche, teils wird ihm auch der Wechsel der Jahreszeiten zugeschrieben.

Damit ist Rūaumoko der leibhaftige Grund, warum die Erde Neuseelands bebt: Das heutige Maori-Wort rū für Erdbeben leitet sich vom Gott ab. Eine regionale Variante erzählt, er erschaffe Vulkane aus Zorn; der Kern der Überlieferung ist jedoch das ungeborene Kind, dessen Regungen die Oberfläche erschüttern.

Vom Mythos zur Erdbebenbehörde

Rūaumoko ist stark rezipiert: Das Wort rū für Erdbeben leitet sich von ihm ab, und Institutionen wie die Erdbebenbehörde und das Nationalmuseum Te Papa greifen auf ihn zurück. Ein Krater auf dem Jupitermond Io trägt den Namen Ruaumoko Patera.

Religionswissenschaftlich ist Rūaumoko ein Musterbeispiel für die Deutung von Erdbeben und Vulkanismus als Regungen eines ungeborenen Erdgottes. Wichtig ist die Klarstellung, dass er nicht der Feuergott ist, das sind Mahuika und Auahitūroa, sondern der Gott der bebenden Erde; die Variante, er erschaffe Vulkane aus Zorn, ist regional.

Karakia und Ehrfurcht

Formelle Kulte sind für Rūaumoko kaum belegt. Erdbeben wurden als seine Regungen gedeutet und mit Ehrfurcht und Karakia, Gebetsformeln, begegnet; ein institutionalisiertes Opferwesen ist nicht überliefert. Der Umgang mit dem Gott war damit vor allem eine Haltung: Wer den Boden beben spürte, wusste, wessen Bewegung er erlebte, und antwortete mit dem gesprochenen Wort statt mit Gaben.

Bebende Erde in anderen Kulturen

Rūaumoko steht der hawaiischen Vulkangöttin Pele nahe; typologisch, ohne historischen Zusammenhang, lässt er sich mit Vulkan- und Erdbebengestalten wie dem japanischen Erdbebenwels Namazu vergleichen. Innerhalb der Maori-Kosmologie gehört er zu den Kindern von Rangi und Papa, neben dem Sturmgott Tāwhirimātea; die Feuerseite der Überlieferung besetzen Mahuika und Auahitūroa.

Häufige Fragen zu Rūaumoko

Wer ist Rūaumoko?

Der Maori-Gott der Erdbeben und Vulkane, das jüngste, ungeborene Kind von Himmel und Erde.

Warum bebt die Erde?

Weil Rūaumoko sich im Leib der Mutter Erde bewegt; das heutige Maori-Wort rū für Erdbeben leitet sich von ihm ab.

Ist er der Feuergott?

Nein. Feuergottheiten sind Mahuika und Auahitūroa; Rūaumoko ist der Gott der bebenden und feuerspeienden Erde.

Weiterführende Verlinkungen

Empfohlene interne Links:

Literatur (Auswahl)

Eine Auswahl zentraler Quellen und Studien:

  • McSaveney, Eileen: Historic earthquakes. Earthquakes in Māori tradition. In: Te Ara. 2009.
  • Best, Elsdon: Maori Religion and Mythology, Part 1. Wellington 1924.
  • Orbell, Margaret: The Illustrated Encyclopedia of Māori Myth and Legend. Christchurch 1995.

Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.

Rūaumoko ist für die Maori Gott der Erdbeben und zugleich der Vulkangott Neuseelands: kein Feind der Menschen, aber die ungeborene Macht, deren Regungen bis heute im Wort rū für jedes Beben nachklingen.

Einordnung & Schutz

IVSTUFE
Der Schutz-Kompass ordnet dieses Wesen der Einwirkungsstufe IV zu – Schwere Einwirkung.

Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:

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