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Nammu und der Lehm der ersten Menschen

Nammu ist Göttin der mesopotamischen Tradition.

Urmeer und Urmutter, aus deren Lehm die ersten Menschen wurden.

Inhaltsverzeichnis

Nammu, Göttin der mesopotamischen Tradition
Nammu

Nammu ist die sumerische Urmuttergöttin, Verkörperung des Urmeers; Name und Element teilen dasselbe Keilschriftzeichen.

Als Mutter Enkis weckt sie ihn im Mythos Enki und Ninmah und formt mit Ninmah und sieben Hilfsgöttinnen die ersten Menschen aus Lehm.

Im Überblick: Nammu

Typ: Urmuttergöttin, Verkörperung des Urmeers
Herkunft: frühdynastisch, Mythos Enki und Ninmah
Texte: sumerische Texte, Götterlisten
Zeitraum: frühdynastisch bis altbabylonisch
Erscheinung: kaum verehrt, Tempel in Ur belegt

Überlieferungskontext

Zeitraum der Texte

Frühdynastisch bezeugt, zentral im Mythos Enki und Ninmah; ab altbabylonischer Zeit auch Mutter von An und Ki.

Verbreitungsraum

Südmesopotamien: Ur, Nippur, Babylon; eine breite Verehrung ist nicht überliefert.

Quellenlage

Sumerische Texte und Götterlisten, seltener bezeugt als andere Urgottheiten.

Name und Varianten

Sprache: Nammu wird meist als Schöpferin übersetzt; ihr Name teilt das Zeichen der Süßwassertiefe. Bekanntester Verweis ist der Königsname Ur-Nammu, Diener der Nammu.

Wesen und Wirkung

Erscheinung

Nammu verkörpert das Urgewässer und die fruchtbare Marschlandschaft Südmesopotamiens.

Wirkung

Anders als chaotische Urgestalten trägt sie mütterliche Züge und formt die ersten Menschen aus Lehm.

Steckbrief: Nammu

Die wichtigsten Aspekte der Urmuttergöttin auf einen Blick.

Tradition

Sumerische Kosmogonie, älteste Schicht vor den Götterlisten.

Zuständig für

Das Urmeer und die Erschaffung der ersten Menschen aus Lehm.

Darstellung

Keine feste Ikonografie; gedacht als Wasser und als knetende Hand.

Funktion

Ursprung der Göttergenerationen, Initiatorin der Menschenschöpfung.

Kult

Ein Tempel in Ur belegt, sonst kaum Ritualwesen.

Verwandtes

Abzu als verwandtes Süßwasser, Enbilulu als späterer Kanalgott.

Wie aus Urwasser die ersten Menschen wurden

Nammu gilt als Urmuttergöttin; ihr Name teilt das Zeichen der Süßwassertiefe, sie ist die Mutter Enkis.

Im Mythos Enki und Ninmah weckt sie ihren Sohn, der sie mit Ninmah, also Ninhursag, Menschen aus Lehm formen lässt. Altbabylonisch auch Mutter von An und Ki.

Vergessene Urmutter, vorsichtig gelesen

Nammu wird in moderner Göttinnen- und Matriarchatsliteratur als vergessene Urmutter rezipiert; diese Rezeption geht über die dünne Quellenlage hinaus und ist vorsichtig zu behandeln. Religionswissenschaftlich steht sie für das Urwasser als Ursprung allen Seins.

Ein Tempel in Ur, sonst wenig Kult

Nammu wurde nicht allgemein kultisch verehrt; ein ihr geweihter Tempel in Ur ist altbabylonisch belegt, dazu Texte aus Nippur und Babylon. Der Königsname Ur-Nammu gilt als Diener der Nammu. Weihwasser, Salz und Amulett knüpfen daran an.

Urmütter und Urgewässer im Vergleich

Als Urmutter und Urwasser steht Nammu neben dem Süßwasser-Urmeer Abzu und bildet das schöpferische Gegenbild zur chaotischen Tiamat; ihr Sohn Enki vertraut später dem Bewässerungsgott Enbilulu die Ströme an.

Häufige Fragen zu Nammu

Wer erschuf bei den Sumerern die Menschen?

Nach Enki und Ninmah formt Nammu Menschen aus Lehm, mit Ninmah und sieben Göttinnen.

Wie hängen Nammu und der Abzu zusammen?

Ihr Name bezeichnet dieselbe Süßwassertiefe wie der Abzu.

Weiterführende Verlinkungen

Empfohlene interne Links:

Literatur (Auswahl)

Quellen:

  • Kramer, Samuel Noah: Sumerian Mythology. Philadelphia 1944.

Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.

Nammu Göttin des Urwassers, sumerische Urmutter der Götter und Menschen, ist der Ursprung, aus dem die ersten Menschen im Lehm geformt wurden.

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