Buhawi ist Geist der philippinischen Tradition.
Der Wirbelwind, der als beseelte Schlange herabfährt. Der Steckbrief beschreibt die Windsäule, die sich vor der Küste erhebt.
Buhawi ist im Philippinischen der Wirbelwind, Tornado oder die Wasserhose. Ehrlich einzuordnen: Es ist primär ein meteorologisches Sachwort, kein belegter Göttername.
Im Volksglauben wird das Phänomen aber vielerorts als beseeltes, schlangen- oder drachenartiges Wesen aufgefasst: ein hinabfahrendes Etwas, das Boote und Felder verheert. Als beseeltes Naturphänomen ist Buhawi real zerstörerisch und gefürchtet, ohne besänftigenden Kult.
Typ: Beseelter Wirbelwind, Tornado oder Wasserhose
Herkunft: Tagalog- und Visaya-Raum, Philippinen
Texte: Volksglaube und Sprache; historische Figur des 19. Jahrhunderts
Zeitraum: Naturwort alt, Dios-Buhawi-Aufstand 1887
Erscheinung: rotierende Wind- und Wassersäule, teils als Schlange
Volksglaube und Alltagssprache tragen das Wort; als historische Größe kommt der Dios-Buhawi-Aufstand des 19. Jahrhunderts hinzu.
Der Tagalog- und Visaya-Raum der Philippinen; betroffen sind vor allem Küsten- und Feldbewohner, deren Boote und Ernten die Windsäule verheert.
Das Naturwort ist gesichert, eine Gottheit nicht belegt: Buhawi ist primär ein Wetterwort; eine frühkolonial belegte Windgottheit ist nicht nachweisbar.
Philippinisch: buhawi bedeutet in mehreren philippinischen Sprachen Wirbelwind, Tornado oder Wasserhose, mit dem Tagalog-Synonym ipo-ipo. Es ist primär ein meteorologisches Sachwort, kein Göttername.
Erscheinung
Als Naturphänomen ist Buhawi die rotierende Wind- und Wassersäule; im Volksglauben erscheint es teils als herabstoßende Schlange oder Drache. Eine kanonische Gottheits-Ikonografie fehlt.
Wirkung
Buhawi ist ein zerstörerischer Wirbelwind; im belebten Verständnis ein hinabfahrendes Wesen, das Boote und Felder verheert.
Die wichtigsten Aspekte des Wirbelwinds auf einen Blick.
Meteorologisches Sachwort des Tagalog- und Visaya-Raums, im Volksglauben vielerorts als beseeltes Schlangenwesen gedeutet.
Küsten- und Feldbewohner: Die rotierende Wind- und Wassersäule wirft Boote um und verheert die Felder.
Rotierende Wind- und Wassersäule, im belebten Verständnis eine herabstoßende Schlange oder ein Drache; ein Kultbild fehlt.
Zerstörung durch Wind und Wasser; als beseeltes Phänomen gefürchtet, ohne dass ein besänftigender Kult bestünde.
Keine belegte Kultgottheit, keine festen Riten; regionales apotropäisches Abwehrverhalten existiert, ist aber lokal und uneinheitlich.
Der Visaya-Drache Bakunawa und der Tagalog-Laho; motivisch die Naga-Wasserhose Südostasiens und der Wirbelgeist Yum.
Buhawi bedeutet in mehreren philippinischen Sprachen Wirbelwind, Tornado oder Wasserhose, mit dem Tagalog-Synonym Ipo-ipo. Es ist primär ein meteorologisches Sachwort. Eine frühkolonial belegte Wirbelwind-Gottheit dieses Namens gibt es nicht; die ausgeprägte Drachen-Wetter-Figur der Visaya ist die Bakunawa.
Historisch solide ist dagegen Ponciano Elofre, genannt Dios Buhawi, Wirbelwind-Gott: ein Dorfvorsteher in Negros Oriental, der einen politisch-religiösen Aufstand anführte und 1887 getötet wurde. Über diesen Aufstand mit seiner antikolonialen und schamanischen Prägung wirkt der Name bis heute als Kulturfigur fort.
Als Wort ist Buhawi alltäglich, etwa in Wetterberichten; als Kulturfigur wirkt es vor allem über den historischen Dios-Buhawi-Aufstand mit seiner antikolonialen und schamanischen Prägung fort.
Religionswissenschaftlich ist Buhawi als beseeltes Phänomen real zerstörerisch und gefürchtet, ohne besänftigenden Kult. Wichtige Klarstellungen: Es ist primär ein Naturwort, keine frühkolonial belegte Windgottheit; Dios Buhawi ist kein Gott, sondern der Beiname eines Rebellen des 19. Jahrhunderts; und die Drachen- und Schlangen-Assoziation gehört eher zur Bakunawa.
Es gibt keine belegte formale Kultgottheit und keine festen Riten gegen den Buhawi. Regionales apotropäisches Abwehrverhalten existiert, ist aber lokal geprägt und nicht einheitlich belegbar; das ist ehrlich festzuhalten. Der Wirbelwind wurde gefürchtet und gemieden, nicht mit Opfern besänftigt.
Buhawi steht neben dem Visaya-Drachen Bakunawa und dem Tagalog-Laho sowie den austronesischen Vorstellungen vom Wirbelwind als Schlange oder Drache; motivisch ähnelt es der Naga-Wasserhose Südostasiens. Auf der Website vergleichbar sind der arabische Wirbelwind-Dämon Zauba’ah, der Lakota-Wirbelgeist Yum und der australische Willy-Willy. Der Monsun Habagat bringt dagegen die großräumige Regenzeit, nicht die enge Windsäule.
Was bedeutet Buhawi?
Wirbelwind, Tornado oder Wasserhose; es ist primär ein meteorologisches Sachwort.
Ist Buhawi eine Gottheit?
Nein. Es ist ein Naturwort mit beseelter Deutung; eine frühkolonial belegte Windgottheit gibt es nicht.
Wer war Dios Buhawi?
Der Beiname des Rebellen Ponciano Elofre im 19. Jahrhundert, kein Gott.
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als philippinischer Wirbelwind ist Buhawi zuerst ein Wetterwort; erst der Volksglaube macht daraus die Wasserhose als Schlange, die vom Himmel herabstößt. Zwischen Meteorologie, Volksdeutung und dem Rebellen Dios Buhawi liegt die ganze Spannweite des Namens.
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