Apu Wamanrasu ist Berggott der Quechua-Tradition.
Herr über Herden, Wetter und die Toten von Huancavelica.
Apu Wamanrasu ist ein etwa 5300 Meter hoher Berg der Chunta-Kette im Grenzraum von Huancavelica und der mächtigste Apu oder Wamani der Region. Die Hirtengemeinden verehren ihn als Herrn über ihre Herden, das Wetter und die Toten der Gemeinschaft.
Sein Name heißt Falken-Schneeberg, und der Falke ist im zentralperuanischen Raum mehr als ein Namensgeber: waman oder wamani bezeichnet dort die Berggottheit selbst. Ethnografisch ist der Kult überdurchschnittlich gut dokumentiert.
Typ: Wamani, Herr über Vieh, Wetter und die Toten
Herkunft: Chunta-Kette, Huancavelica, Zentralperu
Texte: ethnografisch gut dokumentiert, Monografien von Arroyo Aguilar
Zeitraum: lebendiger Kult der Gegenwart
Erscheinung: anthropomorph gedachter Wamani mit Falken-Bezug
Der Kult ist gegenwärtig lebendig und gehört zu den ethnografisch am besten beschriebenen Bergkulten Zentralperus.
Die Chunta-Kette im Grenzraum von Huancavelica in Zentralperu; Träger des Kultes sind die Hirten des Hochlands.
Gut: Vor allem Sabino Arroyo Aguilar hat den Berg monografisch erschlossen, einschließlich der Bestattungen in Felsnischen unter dem Gipfel.
Quechua: waman, Falke oder Wanderfalke, und rasu, Schnee oder Schneegipfel; Wamanrasu heißt Falken-Schneeberg. Der Falke, waman oder wamani, ist im zentralperuanischen Raum zugleich der Name der Berggottheit selbst.
Erscheinung
Wamanrasu wird als anthropomorph gedachter Wamani mit Falken-Assoziation vorgestellt; der Berg selbst ist ein Schneegipfel der Chunta-Kette.
Wirkung
Als Wamani schützt Wamanrasu die Herden von Alpaka und Lama und die Weide, vermittelt zu den Ahnen und Toten und ist eine Wettermacht des Hochlands.
Der Herr der Herden und der Toten, kompakt dargestellt.
Mächtigster Wamani seiner Region, verankert im zentralandinen Wamani-Kult von Ayacucho und Huancavelica.
Die Hochland-Hirten mit ihren Alpaka- und Lama-Herden, ihre Weiden, das Wetter und die Toten der Gemeinschaft.
Anthropomorph gedachter Wamani mit Falken-Bezug; der Berg misst je nach Quelle etwa 5298 bis 5304 Meter.
Herdenschutz, Wettermacht und Totenvermittlung: Der Wamani hält die Verbindung zwischen Lebenden und Ahnen offen.
Pago- und Despacho-Opfer der Hirten; an Felsunterständen des Berges sind Bestattungen und ein Totenkult dokumentiert.
Das Apu-Konzept des Südens, etwa bei Apu Salkantay; im Aymara-Raum der Achachila als Ahnenberg.
Quechua waman bedeutet Falke oder Wanderfalke, rasu Schnee oder Schneegipfel; Wamanrasu heißt Falken-Schneeberg. Der Falke ist dabei mehr als ein Bild: Im zentralperuanischen Raum ist wamani der Terminus für die Berggottheit selbst, sodass der Name des Berges und der Name des Gottes ineinandergreifen.
Wamanrasu ist ethnografisch überdurchschnittlich gut dokumentiert, vor allem durch Sabino Arroyo Aguilar, der Bestattungen in Felsnischen unter dem Gipfel sowie den Hirten- und Totenkult beschrieb. Damit lässt sich hier ungewöhnlich genau nachzeichnen, wie ein lebender Bergkult Herdenwirtschaft, Wetterdeutung und Totengedenken verbindet.
In der peruanischen Anthropologie ist Wamanrasu eine Fallstudie zur kulturellen Identität der altoandinen Hirten; international ist der Berg wenig bekannt.
Religionswissenschaftlich ist Apu Wamanrasu ein regionaler, aber solide monografisch dokumentierter lebender Kult. Wichtige Klarstellungen: Die Höhe schwankt zwischen etwa 5298 und 5304 Metern; die Schreibvarianten Huamanrazo, Huamanrasu und Wamanrasu meinen denselben Berg; und Wamani ist hier nicht bloß Synonym für Apu, sondern der zentralperuanische Terminus für die Berggottheit.
Konkret belegt sind Pago- und Despacho-Opfer der Hochland-Hirten, bei denen Kokablätter, Lama-Fett und Chicha an den Wamani gehen. Dazu tritt ein dokumentierter Zusammenhang von Bestattungen und Totenkult an Felsunterständen des Berges, den Arroyo Aguilar beschrieben hat: Der Berg, der die Herden schützt, nimmt auch die Toten der Gemeinschaft auf.
Apu Wamanrasu gehört zum zentralandinen Wamani-Kult von Ayacucho und Huancavelica und ist mit dem Apu-Konzept des Südens verwandt, wie es Berge wie Apu Salkantay vertreten. Dem Wamani entspricht im Aymara-Gebiet der Achachila; verbunden ist der Kult zudem mit der Erdmutter Pachamama.
Was bedeutet Wamanrasu?
Falken-Schneeberg, aus waman, Falke, und rasu, Schnee; waman ist zugleich der Name der Berggottheit.
Was ist ein Wamani?
Der zentralperuanische Terminus für die Berggottheit, hier mehr als bloß ein Synonym für Apu.
Was verbindet ihn mit den Toten?
An Felsunterständen des Berges sind Bestattungen und ein Totenkult dokumentiert; der Wamani vermittelt zu den Ahnen.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Der Falken-Schneeberg vereint, was andine Hirtenreligion ausmacht: Als mächtigster Wamani von Huancavelica hütet Wamanrasu die Herden, lenkt das Wetter und hält die Verbindung zu den Toten der Gemeinschaft offen.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
Im Schutz-Kompass vergleichen →Empfohlene Schutzmittel
Das einfachste Schutzmittel dieser Sammlung: 41 Schichten aus Echtgold 999, Platin, Silber und Silizium, gefertigt in Ruhla/Thüringen. Muss nicht aktiviert werden, ist an keine Person gebunden und wirkt im Umkreis von rund 50 Metern, auch ohne getragen zu werden.
Verwandte Wesen

Odin: Allvater, Ekstase, Dichtung, Runen, Gungnir, Sleipnir sowie seine Parallelen zu Mercurius, ...

Baldur ist der germanisch-nordische Gott des Lichts und der Reinheit, Sohn Odins und Friggs. Sein...

Yamabiko, der Bergecho-Geist des japanischen Volksglaubens. Herkunft, die Erklärung des Echos und...

Pesanta, der katalanische Albdruckgeist in Hundegestalt. Herkunft, der Druck auf die Brust, die D...

Pazuzu, Schutzdämon und Windgeist der mesopotamischen Tradition. Das Gesicht, das Babylon vor die...

Moroi, der geisterhafte, sterbliche Vampir Rumäniens. Herkunft, das Motiv des ungetauften Kindes ...