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Pesanta, der Hund mit den durchlöcherten Pfoten

Pesanta ist Geist der katalanischen Überlieferung.

Ein riesiger schwarzer Hund setzt sich auf die Brust Schlafender.

GeistSpanien

Inhaltsverzeichnis

Pesanta, Geist der spanischenÜberlieferung
Pesanta

Pesanta ist der katalanische Albdruckgeist: ein riesiger schwarzer, zottiger Hund mit durchlöcherten Pfoten, seltener eine Katze. Nachts dringt er in die Häuser, setzt sich auf die Brust Schlafender und verursacht Atemnot und Albträume.

Der Name führt zum Kern der Vorstellung: Er stammt aus dem Wortfeld schwer, Last oder drücken, verwandt mit dem spanischen pesado und pesadilla, Albtraum. Klassisch gilt die Pesanta als volkstümliche Deutung der Schlafparalyse, jenes Zustands zwischen Schlafen und Wachen, in dem Betroffene sich gelähmt und von einer bedrohlichen Präsenz beschwert fühlen.

Im Überblick: Pesanta

Typ: Katalanischer Albdruckgeist in Gestalt eines riesigen Hundes
Herkunft: Katalanischer Volksglaube, mündlich überliefert
Texte: mündliche Volksüberlieferung, gestützt durch die moderne Schlafparalyse-Forschung
Zeitraum: mündliche Tradition, bis heute im Volksglauben lebendig
Erscheinung: riesiger schwarzer, zottiger Hund, seltener Katze, mit durchlöcherten Pfoten

Überlieferungskontext

Zeitraum der Texte

Der katalanische Volksglaube um die Pesanta ist mündlich überliefert und bis heute lebendig, gestützt durch die moderne Schlafparalyse-Forschung.

Verbreitungsraum

Verbreitet in Katalonien und im gesamten katalanischen Sprachraum.

Quellenlage

Mäßig: Die mündliche Volksüberlieferung wird durch die wissenschaftliche Schlafparalyse-Forschung gestützt, allen voran die Arbeiten David J. Huffords.

Name und Varianten

Katalanisch: Der Name stammt aus dem Wortfeld schwer, Last oder drücken, verwandt mit dem spanischen pesado, schwer, und pesadilla, Albtraum. Er kodiert das körperliche Kernerlebnis, die drückende Last auf der Brust.

Erscheinungsbild

Erscheinung

Die Pesanta erscheint als schwarzer, zottiger Hund von unheimlicher Größe, seltener als Katze, mit stählernen, aber durchlöcherten Pfoten. Die durchlöcherten Pfoten sind ihr charakteristisches Merkmal und gelten volkstümlich als Grund, warum sie trotz ihrer Schwere nichts festhalten kann. Der schwarze Hund ist ein klassisches nachtdämonisches Motiv.

Wirkung

Nachts dringt die Pesanta durch Schlüssellöcher, unter Türspalten oder durch Wände in die Häuser, setzt sich auf die Brust der Schlafenden und verursacht Atemnot und Albträume. Wer aufwacht und sie erblickt, sieht meist nur einen fliehenden Schatten. Sie tötet nicht, sondern quält den Schläfer nächtlich mit Brustdruck und Erstickungsgefühl.

Steckbrief: Pesanta

Die wichtigsten Aspekte des Albdruckgeistes auf einen Blick.

Tradition

Fester Bestandteil des katalanischen Bestiariums, mündlich überliefert und bis heute im Volksglauben lebendig.

Wirkungsgegenstand

Schlafende in ihren eigenen Häusern, denen sie sich nachts auf die Brust setzt.

Darstellung

Riesiger schwarzer, zottiger Hund, seltener eine Katze, mit stählernen, aber durchlöcherten Pfoten.

Wirkungsbereich

Verursacht Brustdruck, Atemnot und Albträume, das somatische Kernbild der Schlafparalyse.

Abwehrformen

Verstreute Körner zwingen sie zum Zählen, sodass sie den Schläfer nicht erreicht.

Abgrenzung

Die nordisch-germanische Mara und der deutsche Alp als engste europäische Verwandte, der thailändische Phi Am als außereuropäische Parallele.

Der Name, der die Last beim Namen nennt

Der Name Pesanta stammt aus dem Wortfeld schwer, Last oder drücken und ist verwandt mit dem spanischen pesado, schwer, und pesadilla, Albtraum. Damit kodiert der Name unmittelbar das körperliche Kernerlebnis, das die Gestalt erklären soll: die drückende Last auf der Brust.

Der Überlieferung nach haust die Pesanta in verlassenen Kirchen oder Ruinen. Nachts dringt sie durch Schlüssellöcher, unter Türspalten oder durch Wände in die Häuser, setzt sich auf die Brust der Schlafenden und verursacht Atemnot und Albträume. Wer aufwacht und sie erblickt, sieht meist nur einen fliehenden Schatten. Klassisch gilt sie als vorwissenschaftliche Erklärung der Schlafparalyse.

Ein Name für die Schlafparalyse

Die Pesanta ist ein fester Bestandteil des katalanischen Bestiariums und wird in der Populärkultur und in der Literatur zur Schlafparalyse häufig als iberisches Beispiel genannt.

Religionswissenschaftlich ist die Pesanta ein Paradebeispiel für die kulturelle Ausdeutung eines physiologischen Phänomens, der Schlafparalyse mit Brustdruck und hypnagogen Halluzinationen. David J. Hufford zeigt, dass die Kernwahrnehmung aus Lähmung, Druck und der Präsenz eines bösartigen Wesens kulturübergreifend stabil ist, während die Deutung als Pesanta, Mara oder Phi Am kulturspezifisch variiert.

Der Zähl-Zwang als Schutzmittel

Quellenfest ist der Zähl-Zwang: Wer Hirse oder Getreide auf dem Schlafzimmerboden verstreut, zwingt die Pesanta, erst alle Körner zu zählen, sodass sie nicht zum Schläfer kommt. In einer Erzählung entkommt ihr jemand, indem er sie dazu bringt, alle Sterne am Himmel zu zählen. Die durchlöcherten Pfoten gelten dabei selbst als Schwäche, da Getreide oder Sand hindurchrieselt.

Daneben gilt Beifuß als Kraut, das an den Zähl-Zwang bindet, kaltes Eisen als Schutz gegen den Albdruckgeist, und geweihtes Weihwasser als christliches Zeichen gegen den nächtlichen Bedränger.

Albdruckgeister im Kulturvergleich

Die Pesanta entspricht der nordisch-germanischen Mara und dem deutschen Alp, dem englischen Old Hag und dem thailändischen Phi Am, mit denen sie das Muster des nächtlichen, drückenden Albdruckgeists teilt. Eine enge iberoromanische Parallele ist die brasilianische Pisadeira, die auf die Brust Schlafender tritt.

Häufige Fragen zur Pesanta

Ist die Pesanta gefährlich?

Sie quält mit Atemnot und Albträumen, tötet aber nicht; das Erleben ist stark angstbesetzt, physisch aber folgenlos.

Warum hat sie durchlöcherte Pfoten?

Das ist ihr Erkennungsmerkmal und zugleich ihre volkstümlich gedeutete Schwäche, denn sie kann nichts festhalten.

Ist das nur Schlafparalyse?

Die moderne Deutung sieht darin die Schlafparalyse; die Folklore gab dem Erleben schon vor der Schlafmedizin ein Gesicht.

Weiterführende Verlinkungen

Empfohlene interne Links:

Literatur (Auswahl)

Eine Auswahl zentraler Quellen und Studien:

  • Hufford, David J.: The Terror That Comes in the Night. Philadelphia 1982.
  • de Sá, José R. / Mota-Rolim, Sérgio A. u. a.: Sleep Paralysis in Brazilian Folklore and Other Cultures. In: Frontiers in Psychology 7 (2016).
  • Amades, Joan: Folklore de Catalunya. Barcelona 1950.

Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.

Als katalanischer Albdruckgeist bleibt die Pesanta vor allem eines: ein schwarzer Hund Brust an Brust mit dem Schläfer, dessen Last die moderne Deutung als Schlafparalyse erklärt.

Einordnung & Schutz

IISTUFE
Der Schutz-Kompass ordnet dieses Wesen der Einwirkungsstufe II zu – Spürbare Einwirkung.

Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:

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