Phi Am ist Geist der thailändischen Tradition.
Ein Gewicht auf der Brust, das jeden Schlafenden lähmt. Der Steckbrief beleuchtet das namenlose Gewicht der thailändischen Nacht.
Phi Am ist der Brustdrücker Thailands, ein thailändischer Albdruckgeist, der sich nachts auf die Brust Schlafender setzt und Lähmung, Druck und Atemnot verursacht. Anders als Mae Nak oder andere Geister mit fester Gestalt hat er kein eigenes Bild: Er ist reines Gewicht, reine Bedrängnis.
Der Begriff Phi Am bezeichnet zugleich das Erlebnis und den Geist, der dafür verantwortlich gemacht wird, und wird von Laien wie von medizinischem Personal gleichermaßen für das benutzt, was in westlicher Terminologie Schlafparalyse heißt.
Teils wird der Geist mit einem einsamen oder verratenen Tod verknüpft, meist aber bleibt seine Herkunft so unbestimmt wie seine Gestalt.
Typ: Bedrängender Nachtgeist ohne festes Bild, volkstümliche Deutung der Schlafparalyse
Herkunft: Thailändischer buddhistisch-animistischer Volksglaube um nächtliche Bedrängnis
Texte: lebendige mündliche Überlieferung, dazu volkskundliche Studien und medizinisch-populäre Aufklärung
Zeitraum: durchgehend lebendig, zugleich moderner Alltagsbegriff
Erscheinung: meist unbestimmte, drückende Gestalt in der Nacht
Die Vorstellung ist durchgehend lebendige Volksüberlieferung und zugleich ein moderner Alltagsbegriff für ein bekanntes nächtliches Erlebnis.
Ganz Thailand: Der Glaube ist landesweit verbreitet und nicht auf eine einzelne Region beschränkt.
Mittel: Der Begriff ist im Alltag präsent, doch die Überlieferung stützt sich vor allem auf mündliche Zeugnisse statt auf systematische Texte.
Thailändisch: Phi bedeutet Geist, am heißt drücken oder erdrücken: Phi Am ist wörtlich der drückende Geist. Der Name benennt damit unmittelbar die Empfindung, die ihm zugeschrieben wird.
Erscheinung
Phi Am hat weniger ein festes Bild als eine Empfindung: das lastende Gewicht auf der Brust in der Dunkelheit. Er symbolisiert die nächtliche Ohnmacht und die Erstickungsangst dessen, der sich nicht bewegen kann.
Wirkung
Phi Am setzt sich auf die Brust Schlafender und ruft Bewegungsunfähigkeit und Atemnot hervor; Betroffene erleben oft eine bedrohliche Präsenz, ohne sich wehren zu können. Manche berichten von blauen Flecken, die zurückbleiben sollen.
Die wichtigsten Aspekte des Brustdrückers auf einen Blick.
Teil des buddhistisch-animistischen Mischsystems Thailands, in dem ein universelles Körpererlebnis einem Geist zugeschrieben wird.
Schlafende jeden Alters, denen er nachts die Bewegung raubt und den Atem nimmt.
Kein festes Bild, sondern eine unbestimmte, drückende Gestalt, die vor allem als Gewicht spürbar wird.
Lähmung, Druck und Atemnot im Schlaf, dazu die animistische Erklärung eines weltweit bekannten Körperzustands.
Amulette, Sak-Yant-Tätowierungen und Schutzformeln am Schlafplatz sowie die Anrufung schützender Gottheiten.
Der Name verbindet phi, Geist, und am, drücken oder erdrücken. Der Ausdruck Phi Am bezeichnet heute auch die Schlafparalyse selbst und wird von Laien wie von medizinischem Personal verwendet, ein seltener Fall, in dem Volksglaube und medizinischer Fachbegriff denselben Namen tragen. Der Hintergrund ist die animistische Deutung eines universellen Körperphänomens im buddhistisch-animistischen System Thailands.
Teils wird der Geist mit einem einsamen oder verratenen Tod verknüpft, eine Erklärung, die ihn in die Nähe anderer unruhiger Toter des thailändischen Geisterglaubens rückt, ohne dass er deren feste Gestalt annähme. Phi Am bleibt namenlos in dem Sinn, dass ihm kein Einzelschicksal zugeschrieben wird: Er ist die Bedrängnis selbst.
Phi Am ist ein häufiges Motiv in thailändischen Comics und Schauergeschichten. Aufklärungsbeiträge verknüpfen ihn regelmäßig mit der medizinischen Schlafparalyse und erklären das eine über das andere.
Religionswissenschaftlich ist Phi Am ein Musterbeispiel dafür, wie Kulturen ein neurophysiologisches Erlebnis, die Schlafparalyse, mit einem passenden lokalen Geist besetzen. Kulturell sind Geist und Phänomen verschmolzen: Das Wort bezeichnet beides zugleich, und er bleibt die volksmedizinisch-animistische Deutung eines Körperzustands, dessen medizinische Erklärung damit nicht verschwindet, sondern daneben besteht.
Buddhistisch-animistisch gelten Amulett und Sak-Yant-Tätowierung ebenso als Schutz wie Weihwasser und Schutzformeln am Schlafplatz. Hinzu kommt die Anrufung schützender Gottheiten, etwa des geisterschreckenden Thao Wessuwan, sowie Räuchern gegen den nächtlichen Bedränger.
Phi Am entspricht der germanisch-nordischen Mara, deren Name im englischen Wort für Albtraum steckt, und der katalanischen Pesanta, dem schwarzen Wesen, das sich auf die Brust setzt. Übergeordnet gehört er zum weltweiten Muster der Night Hag, das die Schlafparalyse deutet.
Innerhalb des thailändischen Phi-Kosmos steht er neben deutlich handgreiflicheren Gestalten: der blutsaugenden Krasue, dem organfressenden Besessenheitsgeist Phi Pop, dem fliegenden Phi Krahang und dem rachsüchtigen Phi Tai Hong. Anders als diese hinterlässt Phi Am keine Spur außer der Erinnerung an ein lähmendes Gewicht.
Ist Phi Am nur eine andere Bezeichnung für Schlafparalyse?
Kulturell sind beide verschmolzen: Das Wort bezeichnet den Geist und das Phänomen zugleich, auch wenn die Medizin eine eigene Erklärung für den Körperzustand kennt.
Woher stammen die blauen Flecken, von denen manche berichten?
Der Volksglaube deutet sie als Spur des Gewichts, das der Geist hinterlässt; medizinisch ist das nicht gesichert.
Wie schützt man sich vor Phi Am?
Durch Amulette, Sak-Yant-Tätowierungen, geweihtes Wasser und Schutzformeln am Schlafplatz.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als thailändischer Albdruckgeist bleibt Phi Am namenlos und körperlos: kein Rachegeist mit eigener Geschichte, sondern die volkstümliche Erklärung für die Schlafparalyse, die jeden treffen kann, der nachts erwacht, ohne sich rühren zu können.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
Im Schutz-Kompass vergleichen →Empfohlene Schutzmittel
Das einfachste Schutzmittel dieser Sammlung: 41 Schichten aus Echtgold 999, Platin, Silber und Silizium, gefertigt in Ruhla/Thüringen. Muss nicht aktiviert werden, ist an keine Person gebunden und wirkt im Umkreis von rund 50 Metern, auch ohne getragen zu werden.
Verwandte Wesen

Eros bei Hesiod, in den orphischen Hymnen, bei Platon und in der hellenistischen Kunst: Schöpfer,...

Vier Koepfe, Lotos, Schwan, Veden: Rolle in der Trimurti, Trimurti-Trilogie, Verehrung in Pushkar...

Der Nisse, der norwegisch-dänische Hof- und Stallgeist. Herkunft, der Julegrøt-Brauch und die rel...

Götter der Hethiter: Teshub (Donner), Hebat (Sonnengöttin), Sharruma. Die tausend Götter von Hatt...

Yamaraja: Karma-Richter, Pasha und Danda, buddhistische Aufnahme als Yama Dharmaraja. Funktion, I...

Moryana, der slawische Meeres- und Sturmgeist. Herkunft, der Meerwind der Wolga und die religions...