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Oya, Herrin des Sturms und Wächterin der Toten

Oya ist Göttin der Yoruba-Tradition.

Herrin der Stürme am Niger und Geleiterin der Toten. Als Wächterin der Toten begleitet Oya die Verstorbenen auf ihrem letzten Weg, während sie zugleich über Stürme gebietet.

GöttinYoruba

Inhaltsverzeichnis

Oya, Göttin der Yoruba-Tradition
Oya

Oya Orisha zu nennen, ist in der Fachliteratur üblich: eine der bedeutendsten Yoruba-Gottheiten, Schutzherrin des Niger und Herrin der Stürme.

Ihr Beiname Iyansan, Mutter der Neun, nennt die neun Nebenflüsse des Niger; in Brasilien verehrt als Iansã.

Im Überblick: Oya

Typ: Orisha des Sturms und der Totenschwelle
Herkunft: mündliche Ifá-Tradition der Yoruba
Texte: Odù-Korpus, Monografie Gleason 1987
Zeitraum: ab 19./20. Jh. schriftlich fixiert
Erscheinung: Braun und Rot, Büffelhörner

Textgeschichte

Zeitraum der Texte

Mündliche Ifá-Tradition, deren Verse erst durch koloniale und ethnografische Arbeit im 19./20. Jahrhundert verschriftlicht wurden.

Verbreitungsraum

Yorubaland in Südwest-Nigeria entlang des Niger, dazu die Diaspora in Brasilien und Kuba.

Quellenlage

Gut: Ifá-Verse, Feldforschung und die Monografie von Judith Gleason.

Name und Varianten

Yoruba: Der Name bedeutet sinngemäß sie riss; der Beiname Iyansan nennt die neun Nebenflüsse des Niger.

Büffelhörner, Blitz und Marktplatz

Erscheinung

Braun und dunkles Rot, im Candomblé vor allem Rot; ihre Zahl ist die Neun, ihr Zeichen die Büffelhörner.

Wirkung

Sie wirkt in Sturm und Wirbelwind und wacht an der Totenschwelle.

Steckbrief: Oya

Die wichtigsten Punkte im Überblick.

Kulturkontext

Yoruba-Religion; in Brasilien als Iansã, in Kuba in der Santería verehrt.

Zuständig für

Sturm, Wind und der Übergang der Toten, verbunden mit der Egungun-Maskerade.

Darstellung

Kraftvolle Gestalt in Braun und Rot, Büffelhörner und ferne Blitze.

Wirkungsbereich

Erzwingt plötzlichen Wandel; Herrin des wechselnden Marktglücks.

Kult

Opfergaben, Musik und Tanz in Braun und Rot, verbunden mit dem Ahnengedenken.

Abgrenzung

Anders als die friedliche Oshun wirkt Oya im Sturm; von der mütterlichen Yemoja und dem tiefen Olokun trennt sie die Bindung an Wind statt Meer.

Dreifach vermählt: Ogun, Shango, Oko

Oya entstammt der mündlichen Ifá-Tradition der Yoruba, spät verschriftlicht. Als Schutzherrin des Niger trägt sie den Beinamen Iyansan: neun Nebenflüsse, neun Kinder.

Im Mythos dreimal vermählt, mit Ogun, Shango und Oko; von Shango übernahm sie den Blitz.

Von der Odù-Erzählung zur Weltliteratur

Oya ist fester Bestandteil des Candomblé, dort als Iansã verehrt, und der Santería, mit der heiligen Teresa von Ávila identifiziert. Gleasons Monografie von 1987 machte sie bekannt.

Religionswissenschaftlich zeigt sie das Orisha-Konzept: Naturkraft und ahnenvermittelnde Gottheit zugleich.

Verehrung statt Abwehr

Der überlieferte Umgang mit Oya ist Verehrung, nicht Abwehr: Opfergaben, Musik und Tanz, dazu ein Amulett als Zeichen des Beistands. Räuchern ehrt die Gottheit, Glocken rufen sie im Kult. Kennzeichnend sind Braun und Rot, die Zahl Neun und der Ahnenkult.

Sturm und Totengeleit im Vergleich

Oya gehört zum Yoruba-System mit den Wassergöttinnen Oshun und Yemoja sowie dem Meeresgott Olokun; anders als diese ist sie Wind und Blitz zugeordnet. In der Diaspora steht sie neben den Lwa des Vodou.

Häufige Fragen zu Oya

Warum heißt Oya Mutter der Neun?

Iyansan nennt die neun Nebenflüsse des Niger und neun Kinder, zugleich ihre heilige Zahl.

Warum gilt Oya als Totengottheit?

Sie wacht an der Schwelle zwischen Leben und Tod, verbunden mit der Egungun-Maskerade.

Weiterführende Verlinkungen

Empfohlene interne Links:

Literatur (Auswahl)

Quelle:

  • Gleason, Judith: Oya. In Praise of the Goddess. Boston 1987.

Mehr im Literaturverzeichnis.

Wer von Oya Orisha spricht, meint die Göttin des Niger: Herrin der Stürme, die an der Totenschwelle die Verstorbenen geleitet.