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Miyolangsangma, die Gebende vom Everest

Miyolangsangma ist Göttin der tibetischen Tradition.

Die gebende Göttin des Everest auf ihrer goldenen Tigerin. Der Steckbrief würdigt die Gebende vom Everest, die auf ihrer goldenen Tigerin reitet.

GöttinTibet

Inhaltsverzeichnis

Miyolangsangma, die Göttin des Mount Everest
Miyolangsangma

Miyolangsangma ist die buddhistische Göttin des Mount Everest, der Chomolungma, und eine der Fünf Langlebens-Schwestern. Sie reitet eine Tigerin und ist eine Göttin des unerschöpflichen Gebens, der Nahrung, Fülle und des Reichtums.

Für die Sherpa und für Everest-Bergsteiger ist sie die Herrin des Berges: Sie gewährt oder verweigert den Aufstieg. Nach der Überlieferung verteilt sie die Juwelen der Wünsche an die Würdigen.

Im Überblick: Miyolangsangma

Typ: Göttin der Fülle, Nahrung und des langen Lebens
Herkunft: Bön-Ursprung, buddhistisch gebunden, lebendige Tradition
Texte: Sherpa-Überlieferung, Bernbaum, Memoiren der Everest-Region
Zeitraum: von der Bön-Zeit bis in die Gegenwart
Erscheinung: gelbe Göttin auf einer Tigerin, mit Nahrungsschale

Überlieferungskontext

Zeitraum der Texte

Die Fünf Schwestern sind ursprünglich wilde Bön- und Berggeister; buddhistisch gebunden, lebt ihre Verehrung in der Everest-Region bis heute fort.

Verbreitungsraum

Die Everest-Region beiderseits der Grenze von Tibet und Nepal, mit den Klöstern Rongbuk im Norden und Tengboche im Süden.

Quellenlage

Gut belegt: die Sherpa-Überlieferung, Bernbaums Standardwerk zu den heiligen Bergen und Jamling Tenzing Norgays Memoir.

Name und Varianten

Tibetisch: Miyo geht auf Sanskrit acala, unerschütterlich, zurück, -sang bedeutet gut; der Mittelteil lang ist mehrdeutig als Weide, Yak-Ochse oder Elefant. Übliche Wiedergabe ist die unerschütterliche gute Frau; die Formel Göttin des Überflusses beschreibt ihre Funktion, nicht die Silben. Namensvarianten wie Lozangma meinen dieselbe Göttin.

Erscheinung und Verhalten

Erscheinung

Miyolangsangma ist gelb oder golden, mit goldenem Haarknoten, und reitet eine golden gefärbte Tigerin. Ihre Attribute sind eine Schale mit feinster Nahrung und eine gebende Geste oder ein juwelenspeiendes Mungo als Reichtumssymbol.

Wirkung

Sie ist die Göttin des unerschöpflichen Gebens, der Nahrung, Fülle, des Reichtums und des langen Lebens. Nach der Überlieferung verteilt sie die Juwelen der Wünsche an die Würdigen; am Everest gewährt oder verweigert sie den Aufstieg.

Steckbrief: Miyolangsangma

Die wichtigsten Aspekte der Everest-Göttin auf einen Blick.

Tradition

Eine der Fünf Langlebens-Schwestern: ursprünglich wilde Bön- und Berggeister, von Padmasambhava gebunden und von Milarepa zu Schützerinnen der Kagyü-Lehren gemacht.

Bezogen auf

Die Sherpa der Everest-Region und die Bergsteiger am Everest, deren Aufstieg sie gewährt oder verweigert.

Darstellung

Gelbe oder goldene Göttin mit goldenem Haarknoten auf einer golden gefärbten Tigerin, mit Nahrungsschale, gebender Geste oder juwelenspeiendem Mungo.

Wirkungsbereich

Unerschöpfliches Geben: Nahrung, Fülle, Reichtum und langes Leben; die Juwelen der Wünsche für die Würdigen.

Umgang

Puja, Gebete und Zeremonien; Everest-Bergsteiger bitten sie an einem Stupa um Gunst, ein Mönch betet für sie.

Pendants

Ihre vier Schwestern um die Anführerin Tashi Tseringma; in der Region daneben Khumbila und Nyenchen Tanglha als Berggottheiten.

Von den wilden Schwestern zur Schützerin der Lehre

Miyolangsangma gehört zu den Fünf Langlebens-Schwestern, deren Anführerin Tashi Tseringma ist. Ursprünglich waren die Schwestern wilde Bön- und Berggeister; Padmasambhava band sie, und Milarepa machte sie zu Schützerinnen der Kagyü-Lehren. Der Everest, die Chomolungma, gehört Miyolangsangma.

Auch ihr Name erzählt von dieser Zähmung: Miyo geht auf Sanskrit acala, unerschütterlich, zurück, -sang bedeutet gut; die übliche Wiedergabe ist die unerschütterliche gute Frau. Aus dem wilden Berggeist wurde eine Göttin, die nicht schreckt, sondern gibt.

Rezeption und Einordnung

Miyolangsangma ist zentral in Jamling Tenzing Norgays Memoir Touching My Fatherʼs Soul und mit den Everest-Klöstern Rongbuk im Norden und Tengboche im Süden verbunden. Tenzing Norgay glaubte, sie habe ihn 1953 sicher auf den Gipfel geführt.

Religionswissenschaftlich ist Miyolangsangma eine gütige Gaben- und Schutzgöttin. Wichtige Klarstellungen: Sie ist nicht die Anführerin der Fünf Schwestern, das ist Tashi Tseringma, doch gehört der Everest ihr; ihr Reittier ist die Tigerin, nicht die Löwin oder der Drache; Namensvarianten wie Lozangma meinen dieselbe Göttin; und Überfluss ist ihre Funktion, keine Silben-Etymologie.

Puja am Berg: die Verehrung der Göttin

Verehrt wird Miyolangsangma durch Puja, Gebete und Zeremonien; Everest-Bergsteiger bitten sie an einem Stupa um Gunst, ein Mönch betet für sie. Sie ist eng an die Sherpa-Kultur gebunden und gewährt oder verweigert den Aufstieg. Tenzing Norgay glaubte, sie habe ihn 1953 sicher geführt; sein Sohn Jamling hat dieser Bindung ein ganzes Buch gewidmet.

Die Fünf Schwestern und ihre Nachbarn

Miyolangsangma gehört zur klassischen Fünfer-Gruppe weiblicher Bergschutzgöttinnen im Tibet-Nepal-Grenzraum, dem Muster der wilden Lokalgottheit, die zur gebundenen Dharma-Schützerin wird; die Anführerin der Gruppe ist Tashi Tseringma. Als Berggottheiten der Region stehen ihr Khumbila, der Landesgott des Khumbu, und Nyenchen Tanglha, der Berggott Zentraltibets, zur Seite.

Häufige Fragen zu Miyolangsangma

Wer ist Miyolangsangma?

Die buddhistische Göttin des Mount Everest und eine der Fünf Langlebens-Schwestern.

Ist sie die Anführerin der Fünf Schwestern?

Nein. Anführerin ist Tashi Tseringma; doch gehört der Everest der Miyolangsangma.

Auf welchem Tier reitet sie?

Auf einer Tigerin, nicht auf einer Löwin oder einem Drachen.

Weiterführende Verlinkungen

Empfohlene interne Links:

Literatur (Auswahl)

Eine Auswahl zentraler Quellen und Studien:

  • Bernbaum, Edwin: Sacred Mountains of the World. San Francisco 1990.
  • Norgay, Jamling Tenzing / Coburn, Broughton: Touching My Fatherʼs Soul. New York 2001.
  • Huber, Toni: The Cult of Pure Crystal Mountain. Oxford 1999.

Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.

Als Göttin des Everest und eine der Fünf Langlebens-Schwestern steht Miyolangsangma für die freundliche Seite des höchsten Berges der Welt: eine Gottheit, die nicht droht, sondern gibt, und deren Gunst am Berg bis heute erbeten wird.

Einordnung & Schutz

ISTUFE
Der Schutz-Kompass ordnet dieses Wesen der Einwirkungsstufe I zu – Geringe Einwirkung.

Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:

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