Khumbila ist Gott der Sherpa-Tradition.
Die heilige, unbestiegene Landesgottheit des Khumbu. Die Überlieferung ehrt ihn als unbestiegenen Hüter des Khumbu.
Khumbila, auch Khumbi Yul Lha, ist die Schutz- und Landesgottheit, der yul lha, des Khumbu-Gebiets der Sherpa in Nepal. Der etwa 5761 Meter hohe Berg ist heilig und aus Respekt unbestiegen; die ganze Region trägt ihren Namen von dieser Gottheit.
Als Schutzgott der Sherpa wacht Khumbila über Wohlergehen, Glauben, Wasser, Weideland und die Yaks. Grundsätzlich ist er schützend und fürsorglich; bedrohlich wird er nur bei Tabuverletzung.
Typ: Schutz- und Landesgottheit, yul lha des Khumbu
Herkunft: Vorbuddhistische tibetische Bergverehrung, in den Nyingma-Buddhismus integriert
Texte: Sherpa-Ethnografie, Fürer-Haimendorf und Ortner
Zeitraum: prä-buddhistisch bis in die Gegenwart
Erscheinung: Reiter auf einem Pferd, mächtiger Krieger
Die Verehrung reicht mythisch bis in die Zeit zurück, als die Sherpa-Vorfahren noch in Tibet lebten; dokumentiert ist sie vor allem durch die Sherpa-Ethnografie des 20. Jahrhunderts.
Der Khumbu in Ost-Nepal, das Gebiet des heutigen Sagarmatha-Nationalparks: das Land der Sherpa-Gemeinschaft, deren Landesgott Khumbila ist.
Gut erschlossen: die Sherpa-Ethnografie, allen voran Fürer-Haimendorf und die Studien von Sherry B. Ortner.
Tibetisch (Sherpa): Khumbu, die Region, verbindet sich mit yul, Land, und lha, Gott, also Gott des Khumbu-Landes, ein klassischer yul lha. Die Schreibvarianten Khumbila, Khumbi Yul Lha und Khumbu Yul Lha meinen dieselbe Gottheit; das -la ist hier lha, Gott, kein Gebirgspass.
Erscheinung
Khumbila erscheint anthropomorph als Reiter auf einem Pferd und als mächtiger Krieger; die Pferdefarbe ist umstritten, meist weiß, in einer Quelle rot in weiße Seide gekleidet. Zu seinem Gefolge gehören Yaks, Ziegen, Schafe und der Yeti.
Wirkung
Khumbila ist Schutzgottheit des gesamten Khumbu und der Sherpa-Gemeinschaft und schützt Wohlergehen, Glauben, Wasser, Weideland und die Yaks. Bei Erzürnen, etwa durch das Betreten des heiligen Gipfels oder ausbleibende Opfer, droht Strafe, traditionell auch durch das Aussenden eines Yeti.
Die wichtigsten Aspekte der Landesgottheit auf einen Blick.
Vorbuddhistische tibetische Bergverehrung, integriert in den Nyingma-Buddhismus der Sherpa; von Guru Rinpoche, Padmasambhava, unterworfen.
Die Sherpa-Gemeinschaft des Khumbu: ihr Wohlergehen, ihren Glauben, Wasser, Weideland und die Yak-Herden.
Reiter auf einem Pferd, mächtiger Krieger; die Pferdefarbe ist umstritten, meist weiß, in einer Quelle rot in weiße Seide gekleidet.
Landes- und Schutzgottheit des Khumbu; bei Tabuverletzung straft er, traditionell auch durch das Aussenden eines Yeti aus seinem Gefolge.
Sang-Rauchopfer, Trankopfer und Gebetsfahnen, dazu das jährliche Lhapsang-Ritual und das Dumje-Fest mit Cham-Maskentanz; der Gipfel bleibt unbestiegen.
Vergleichbare Territorial-Bergkonzepte in Bhutan und Kham; als Berggötter der Region Machen Pomra und Nyenchen Tanglha.
Die Wurzeln Khumbilas liegen in vorbuddhistischer tibetischer Bergverehrung, integriert in den Nyingma-Buddhismus der Sherpa; von Guru Rinpoche, Padmasambhava, wurde die Gottheit unterworfen. Die Verehrung reicht mythisch bis in die Zeit zurück, als die Sherpa-Vorfahren noch in Tibet lebten, und verbindet die Gottheit mit der Sherpa-Migration.
Der Khumbu selbst gilt als beyul, ein verborgenes, gesegnetes Tal. Dass die ganze Region ihren Namen mit dem Gott teilt, zeigt, wie eng Land und Gottheit hier verschränkt sind: Khumbila ist nicht der Gott auf dem Berg, sondern der Gott des Landes in Gestalt des Berges.
Khumbila ist einer der heiligsten geschützten Gipfel Nepals und steht neben Machapuchare, Kailash und Gauri Shankar für Berge, die aus Respekt nicht bestiegen werden.
Religionswissenschaftlich ist Khumbila ein Musterbeispiel für die lokale Territorial- und Schutzgottheit der Sherpa. Wichtige Klarstellungen: Die Schreibvarianten Khumbila, Khumbi Yul Lha und Khumbu Yul Lha meinen dieselbe Gottheit; das -la ist hier lha, Gott, kein Gebirgspass; und der präzise Begriff ist yul lha, nicht der hindu-nepalische Fremdbegriff Kul Devta.
Quellenfest sind Sang-Rauchopfer, Trankopfer und Gebetsfahnen sowie das jährliche Lhapsang-Ritual und das Dumje-Fest, meist im Juli, mit Cham-Maskentanz in Tengboche, Namche, Khumjung und weiteren Orten. Der Gipfel ist aus Respekt unbestiegen; nie wurde eine Genehmigung erteilt, denn das Betreten des Gipfels gilt als Frevel gegen die Landesgottheit.
Khumbila ist ein Musterbeispiel eines yul lha; vergleichbare Territorial-Bergkonzepte bestehen in Bhutan und in Kham. Als Landes- und Schutzberggötter stehen ihm Machen Pomra und Nyenchen Tanglha zur Seite; in seiner eigenen Region wacht Miyolangsangma über den Everest, und zu seinem Gefolge zählt die Überlieferung den Yeti.
Was bedeutet Khumbila?
Gott des Khumbu-Landes, ein yul lha; die ganze Region trägt ihren Namen von ihm.
Warum ist der Berg unbestiegen?
Aus Respekt; nie wurde eine Besteigungsgenehmigung erteilt, das Betreten des Gipfels gilt als Frevel.
Was hat er mit dem Yeti zu tun?
Bei Erzürnen straft er traditionell auch durch das Aussenden eines Yeti; der Yeti gehört zu seinem Gefolge.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als Schutzgott der Sherpa und Landesgottheit des Khumbu zeigt Khumbila, wie eng Berg, Land und Gemeinschaft im Himalaya verbunden sind: Sein Gipfel bleibt aus Ehrfurcht unberührt, und sein Name ist der Name des Landes selbst.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
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