Lihangin ist Gott der visayanischen Überlieferung der Philippinen.
Sohn des Himmels, Gatte der See, Vater der Gestirne.
Lihangin ist der visayanische Windgott in der Schöpfungssage der Philippinen. Als Sohn des Himmelsgottes Kaptan und Gatte der See Lidagat zeugt er die Kinder, aus denen Sonne, Mond, Sterne und Erde hervorgehen.
Er ist dabei vor allem ein Bindeglied der kosmogonischen Genealogie: kaum ausgestaltet, aber unverzichtbar für den Gang der Erzählung, die vom Urpaar Himmel und Meer zur geordneten Welt führt.
Typ: Kosmogonischer Windgott und Genealogie-Glied
Herkunft: Visaya, Philippinen
Texte: Cole, Philippine Folk Tales 1916
Zeitraum: Sammlung 1916, mündliche Grundlage älter
Erscheinung: kaum ausgestaltet, keine Ikonografie
Die Quelle ist die visayanische Schöpfungssage in der Sammlung Cole 1916; die mündliche Grundlage ist älter, in Loarca 1582 erscheint der Name nicht.
Die Visaya-Inseln der Philippinen, deren Schöpfungssage vom Urpaar Kaptan und Maguayan bis heute Schulstoff ist.
Gut für die Quelle Cole 1916; sie ist real, aber eine Kompilation des frühen 20. Jahrhunderts in englischer Nacherzählung, kein präkoloniales Zeugnis.
Visayanisch: Lihangin leitet sich von visayanisch und Tagalog hangin, Wind, ab. Das Präfix Li- kehrt bei seinen Geschwistern wieder, etwa Liadlaw von adlaw, Sonne, und Libulan von bulan, Mond.
Erscheinung
Lihangin ist kaum ausgestaltet, vor allem ein Genealogie-Glied als Sohn des Himmels, Gatte der See und Vater der Gestirne. Eine Ikonografie fehlt.
Wirkung
Lihangin zeugt mit Lidagat die Gestirn- und Erdkinder Likalibutan, Erde und Fels, Liadlaw, Sonne, Libulan, Mond, und Lisuga, Sterne, und treibt so die Kosmogonie an; er stirbt früh in der Erzählung.
Die wichtigsten Aspekte des Windvaters auf einen Blick.
Glied des visayanischen Kaptan-Maguayan-Zyklus: Der Himmelssohn Wind heiratet die Meerestochter See.
Den Schöpfungsmythos selbst: Aus der Ehe von Wind und See gehen die Kinder hervor, aus denen Sonne, Mond, Sterne und Erde werden.
Keine Ikonografie; Lihangin bleibt in der Quelle eine erzählerische Größe ohne festes Bild.
Motor der Kosmogonie: Vater von Likalibutan, Liadlaw, Libulan und Lisuga, deren Geschick die Weltordnung hervorbringt.
Ein dokumentierter Lihangin-Kult besteht nicht; er ist eine rein narrativ-genealogische Figur der Schöpfungssage.
Die Quelle ist Mabel Cook Coles Philippine Folk Tales von 1916, in der Geschichte der Schöpfung: Der Himmelsgott Kaptan und die Meeresgöttin Maguayan; Kaptans Sohn Lihangin, der Wind, heiratet Maguayans Tochter Lidagat, die See. Cole 1916 ist real, aber eine Kompilation des frühen 20. Jahrhunderts in englischer Nacherzählung, kein präkoloniales Zeugnis; in Loarca 1582 erscheint Lihangin namentlich nicht.
In der Erzählung stirbt Lihangin früh. Durch die Rebellion seines Sohnes Likalibutan gegen den Großvater Kaptan entsteht aus den Trümmern die Ordnung von Sonne, Mond, Sternen und Erde: Der Windvater wirkt über seine Kinder weiter, nicht durch eigene Taten.
Die Sage ist Standard-Schulstoff auf den Philippinen und in Anthologien wie online breit nacherzählt; sie ist Basis vieler Populärdarstellungen der Kaptan-Maguayan-Familie.
Religionswissenschaftlich ist Lihangin eine kosmogonische Ahnenfigur ohne bedrohliche Züge. Wichtige Klarstellungen: Die Sage ist echt, aber eine Sammlung des frühen 20. Jahrhunderts, kein präkolonialer Beleg; Lihangin ist in der Quelle vor allem ein Familien-Bindeglied, nicht der große Windgott; und er ist nicht mit den Tagalog-Monsunbegriffen Amihan und Habagat zu verwechseln, sondern gehört in den visayanischen Kaptan-Maguayan-Zyklus.
Ein dokumentierter Lihangin-Kult besteht nicht; er ist eine rein narrativ-genealogische Figur, und dies ist ehrlich festzuhalten. Seine Bedeutung liegt nicht in Riten oder Opfern, sondern in der Erzählung selbst: Ohne die Ehe von Wind und See gäbe es in dieser Kosmogonie weder Gestirne noch Erde.
Lihangin gehört zur klassischen Kosmogonie von Himmel und Meer beziehungsweise Wind und Wasser, aus der die Gestirne hervorgehen. Der Generationenkonflikt, in dem der Enkel den Großvater stürzt, ist fern verwandt mit der Uranos-Gaia-Struktur der griechischen Mythologie. Innerhalb der Philippinen sind die Monsunwinde Amihan und Habagat scharf abzugrenzen: Sie sind Tagalog-Wetterbegriffe, Lihangin dagegen eine Gestalt der visayanischen Schöpfungserzählung.
Wer ist Lihangin?
Der visayanische Windgott der Schöpfungssage, Sohn des Himmels Kaptan und Gatte der See Lidagat.
Ist die Sage präkolonial?
Sie ist echt, aber eine Sammlung des frühen 20. Jahrhunderts bei Cole 1916, kein präkolonialer Beleg.
Ist Lihangin dasselbe wie Amihan?
Nein. Amihan und Habagat sind Tagalog-Monsunbegriffe; Lihangin gehört in den visayanischen Kaptan-Maguayan-Zyklus.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als visayanischer Windgott steht Lihangin am Anfang der bekanntesten Schöpfungssage der Philippinen: ein stiller Windvater, dessen Kinder zu Sonne, Mond, Sternen und Erde werden.
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