Jagaubis ist Geist der baltischen Tradition.
Der stille Hüter des Darrfeuers in der Getreidedarre.
Jagaubis ist ein sehr schwach bezeugter litauischer Feuergeist, der mit dem Darrfeuer in der Getreidedarre, der jauja, verbunden ist. Dort wurde Korn über offenem Feuer getrocknet, eine Arbeit, die real brandgefährlich war.
Überliefert ist Jagaubis fast nur als Wörterbuch-Lemma: Die Primärbelege stehen bei den preußisch-litauischen Lexikografen des 18. Jahrhunderts, dort als anderer Name des Darrfeuer-Geistes Gabjaujis. Ein eigener Mythos oder Kult ist nicht bezeugt.
Typ: Feuergeist der Getreidedarre
Herkunft: Preußisch-Litauen, Kleinlitauen
Texte: Wörterbücher von Ruigys und Brodowskis, 18. Jahrhundert
Zeitraum: lexikalisch bezeugt im 18. Jahrhundert
Erscheinung: nicht überliefert
Die Bezeugung ist rein lexikalisch: Die Primärbelege stehen bei den Lexikografen Ruigys und Brodowskis im 18. Jahrhundert.
Preußisch-Litauen und Kleinlitauen, das Umfeld der dortigen Wörterbuchschreiber des 18. Jahrhunderts.
Sehr dünn: fast nur ein Wörterbuch-Lemma. Eine eigene Monografie zu Jagaubis existiert nicht.
Litauisch: Jagaũbis, im Wörterbuch der litauischen Sprache als mythologischer Feuergott geführt, wahrscheinlich mit Bezug auf jauja, die Getreidedarre, in der Korn über offenem Feuer getrocknet wurde.
Erscheinung
Eine Erscheinung ist nicht überliefert. Sein einziges festes Merkmal ist die Bindung an das Feuer der Getreidedarre; wer ihn bildlich schildert, füllt eine Lücke der Überlieferung.
Wirkung
Jagaubis ist der Geist des Darrfeuers und Schutzpatron des landwirtschaftlichen Trocknungsfeuers, das real brandgefährlich war. Er steht in einem Funktionsverbund mit Gabjaujis und der Kornschutzgestalt Javinė.
Die wichtigsten Aspekte des Darrfeuer-Geistes auf einen Blick.
Litauischer Feuergeist aus dem Darrfeuer- und Ernte-Komplex, bezeugt allein in den Wörterbüchern Preußisch-Litauens.
Das Darrfeuer der jauja, der Getreidedarre, in der Korn über offenem Feuer getrocknet wurde.
Keine überlieferte Gestalt; sein einziges festes Merkmal ist die Bindung an das Feuer der Getreidedarre.
Schutzpatron des landwirtschaftlichen Trocknungsfeuers; im Funktionsverbund mit Gabjaujis und der Kornschutzgestalt Javinė.
Ein eigenständiger Kult ist nicht bezeugt; was zirkuliert, ist aus dem allgemeinen Feuerbrauchtum und der Gabija-Überlieferung übertragen.
Der Name Jagaũbis wird im Wörterbuch der litauischen Sprache als mythologischer Feuergott geführt, wahrscheinlich mit Bezug auf jauja, die Getreidedarre. Die Primärbelege stehen bei den preußisch-litauischen Lexikografen Pilypas Ruigys und Jokūbas Brodowskis im 18. Jahrhundert, dort als anderer Name für Gabjaujis.
Zwei Punkte sind für die Quellenkritik wichtig: Jagaubis steht nicht bei Lasicius, und er ist keine Erfindung Narbutts; seine Bezeugung ist rein lexikalisch. Damit gehört er zu den Gestalten, deren Name gesichert, deren Ausgestaltung aber der Überlieferung fast vollständig fehlt.
Jagaubis ist sehr wenig bekannt und lebt fast nur in Listen-Enzyklopädien und deren Ablegern fort; eine eigenständige Rezeption gibt es kaum.
Religionswissenschaftlich ist Jagaubis ein Beispiel für eine lexikalisch bezeugte Randgestalt ohne Mythos und Kult. Die beste Einordnung ist die als maskuline Variante oder Beiname im Darrfeuer-Komplex Gabjauja, nicht als eigenständige, reich ausgestaltete Gottheit. Wo mehr über ihn behauptet wird, handelt es sich um Rekonstruktion.
Ein eigenständiger Jagaubis-Kult ist nicht bezeugt. Was zirkuliert, ist aus dem allgemeinen Feuerbrauchtum und der Gabija-Überlieferung übertragen: die Pflege und Reinhaltung des Feuers und das Meiden von Verunreinigung. Konkrete, namentlich an Jagaubis gerichtete Opfer sind nicht überliefert; wer das Darrfeuer hütete, folgte den allgemeinen Regeln des baltischen Umgangs mit dem Feuer.
Innerbaltisch steht Jagaubis am nächsten bei Gabija und Gabjaujis, dem Darrfeuer- und Ernte-Komplex, als dessen maskuline Variante oder Nebenname er gilt. Von Gabija trennt ihn der Ort: Sie ist die Göttin des Herdes im Haus, er der Geist des Arbeitsfeuers in der Darre. Typologisch, nicht historisch, lässt er sich mit Herd- und Opferfeuer-Gestalten wie Agni und Vesta vergleichen.
Ist Jagaubis gut belegt?
Nein. Er ist fast nur als Wörterbuch-Lemma bezeugt, ohne Mythos, Bild oder eigenen Kult.
Was ist eine jauja?
Die Getreidedarre, ein Nebengebäude, in dem Korn über offenem Feuer getrocknet wurde; Jagaubis ist der Geist ihres Feuers.
Wie verhält er sich zu Gabjaujis?
Er gilt als anderer Name oder maskuline Variante des Darrfeuer-Geistes Gabjaujis.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als litauischer Feuergeist und Geist des Darrfeuers ist Jagaubis kaum mehr als ein Name in alten Wörterbüchern, und gerade darin liegt sein Wert: Er zeigt, wie eng die baltische Überlieferung selbst das Arbeitsfeuer der Darre mit einem eigenen Hüter verband.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
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