Amihan ist Gott der philippinischen Tradition.
Der kühle Nordostmonsun, in junger Sage der erste Vogel. Die Überlieferung beschreibt ihn als kühler Monsun der Nordostrichtung.
Amihan ist der Nordostmonsun der Philippinen, der kühle Passatwind der Trockenzeit von etwa November bis März, und zugleich in einer modernen Schöpfungssage der erste Vogel, der Meer und Himmel versöhnt.
Zwei Stränge sind dabei sauber zu trennen: das alte austronesische Wetterwort, das bis heute als Fachterminus der Wetterbehörde PAGASA dient, und die junge Schöpfungsfigur, die erst in den letzten etwa fünfzehn Jahren populär geworden ist.
Typ: Wind- und Wetterbegriff mit moderner Personifikation als Schöpfungsvogel
Herkunft: Austronesisches Wind- und Richtungswort, Schöpfungsfigur modern
Texte: Wetterfachsprache (PAGASA), moderne Nacherzählungen der Tagalog-Schöpfung
Zeitraum: Wort alt, Schöpfungsrolle jung
Erscheinung: Vogel in der modernen Version, teils schöne Frau
Das Wort ist alt austronesisch; die Schöpfungsfigur ist dagegen modern und erst in den letzten rund fünfzehn Jahren populär geworden.
Die Philippinen, vor allem der Tagalog- und der Visaya-Raum, in denen Amihan als Wind- und Jahreszeitenwort alltäglich ist.
Das Wort ist gesichert, die Schöpfungsrolle jung: Der Wetterbegriff ist breit belegt, die Vogel-Sage dagegen eine rezente Erzählung.
Austronesisch: amihan, ein alter Wind- und Richtungsbegriff für den Nordostmonsun, den kühlen Passatwind der Trockenzeit. Bis heute ist Amihan der Fachterminus der philippinischen Wetterbehörde PAGASA für diese Jahreszeit.
Erscheinung
In der modernen Version ist Amihan ein Vogel, teils auch eine schöne, langhaarige Frau. Eine alte Ikonografie fehlt; alle Darstellungen sind rezent.
Wirkung
Amihan bringt die kühle Trockenzeit mit sanften Winden und guten Segel- und Fischereibedingungen. In der modernen Sage ist Amihan der Vogel, der den Streit von Himmel und Meer schlichtet und die Schöpfung mit anstößt.
Die wichtigsten Aspekte des Monsunwindes auf einen Blick.
Altes austronesisches Wetterwort der Philippinen mit junger Personifikation als Urvogel der modernen Schöpfungserzählung.
Das Wetter der Trockenzeit: kühle Passatwinde von etwa November bis März, gute Bedingungen für Segler und Fischer.
Modern als Vogel oder als schöne, langhaarige Frau; eine alte, überlieferte Ikonografie existiert nicht.
In der jungen Sage der Vermittler zwischen Himmel und Meer, der Land freilegt und den Bambus aufpickt, aus dem die ersten Menschen steigen.
Ein historischer Kult ist nicht belegt; dass Amihan Fischer schützt, ist Teil der modernen Erzählung, kein dokumentierter Ritus.
Gegenstück ist der Südwestmonsun Habagat; nicht zu verwechseln ist Amihan mit der Visaya-Göttin Alunsina.
Amihan bezeichnet den Nordostmonsun oder kühlen Passatwind der Trockenzeit, etwa von November bis März: ein austronesischer Wind- und Richtungsbegriff und bis heute PAGASA-Fachterminus. Dieses Wort ist alt und gesichert.
Jung ist dagegen Amihan als erster Vogel und Schöpfungsfigur, der zwischen dem Himmelsgott Bathala und Aman Sinaya vermittelt, Land freilegt und den Bambus aufpickt, aus dem Malakas und Maganda steigen. Diese Rolle ist erst in den letzten etwa fünfzehn Jahren populär geworden. Die Trinität aus Bathala, Aman Sinaya und Amihan gilt fachlich als moderne Umverpackung; Aman Sinaya ist in der Überlieferung eher männlich.
Amihan ist auf einer Briefmarke von 2012, in Kinderbüchern, in der Fantasy und im Wetter-Journalismus präsent, dazu in der Internet-Trinität mit Bathala und Aman Sinaya.
Religionswissenschaftlich ist Amihan ein Wetterbegriff mit freundlicher moderner Personifikation. Wichtige Klarstellungen: Die Amihan-Vogel-Trinität mit Aman Sinaya ist modern; Aman Sinaya ist traditionell eher männlich; Amihan ist nicht die Visaya-Göttin Alunsina, mit der er oft verwechselt wird; und er erscheint nicht in den frühkolonialen Götterlisten.
Ein historischer Amihan-Kult ist nicht belegt; das ist ehrlich festzuhalten. Dass Amihan Fischer schützt, gehört zur modernen Erzählung und ist kein dokumentierter Ritus. Wer sich der See in der Trockenzeit anvertraute, verließ sich auf die real milden Winde, nicht auf einen bezeugten Opferkult.
Der Vogel als Schöpfungshelfer ist weltweit verbreitet; der Bambus-Ursprung von Malakas und Maganda ist ein älteres, breit belegtes Tagalog-Motiv, nur Amihans Rolle darin ist modern. Sein Gegenstück ist der Südwestmonsun Habagat, der heiße Regenwind. Vom visayanischen Windgott Lihangin ist Amihan zu trennen: Dort Kosmogonie der Visaya, hier ein Tagalog-Monsunbegriff. Zur philippinischen Geisterwelt der Website gehört auch die Bergherrin Maria Makiling.
Was bedeutet Amihan?
Der Nordostmonsun, der kühle Passatwind der Trockenzeit; es ist ein austronesisches Wetterwort.
Ist die Schöpfungsrolle alt?
Nein. Amihan als Urvogel und die Trinität mit Aman Sinaya sind moderne Umverpackung.
Ist Amihan dasselbe wie Alunsina?
Nein. Alunsina ist die Visaya-Göttin der Panay-Schöpfung; die Gleichsetzung ist ein Irrtum.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als philippinischer Nordostmonsun ist Amihan zuerst ein altes Wetterwort; als Urvogel der Schöpfung gehört er der jungen Erzählkultur der Philippinen an. Genau in diesem Nebeneinander liegt der Reiz der Gestalt.
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