Der Hinn ist Geist der arabischen Tradition.
Schwache Vor-Djinn-Klasse, die als wilde Hunde erscheint.
Der Hinn ist eine seltene, niedere Klasse arabischer Geister, oft als vor-adamitische Geister oder als besonders schwache Wesen beschrieben. Marginal, aber real belegt ist er in der vorislamischen Dichtung, bei al-Jahiz und in der islamischen Exegese.
Der Sufi al-Shibli nannte die Hinn die Hunde der Djinn: Sie erscheinen als wilde Hunde. Al-Jahiz stufte sie ausdrücklich als schwachen Typ ein, dessen Können sich auf einfache Täuschungen beschränkt. Gerade diese Bescheidenheit macht den Hinn zu einem aufschlussreichen Zeugen der arabischen Geisterwelt.
Typ: Niedere, seltene Geisterklasse, oft als vor-adamitisch gedeutet
Herkunft: Vorislamisches Arabien, in der islamischen Exegese fortgeführt
Texte: Vorislamische Dichtung, al-Jahiz, exegetische Literatur
Zeitraum: vorislamisch und islamisch-exegetisch
Erscheinung: teils als wilde Hunde
Der Hinn ist vorislamisch in der Dichtung greifbar und wurde islamisch-exegetisch weiterverarbeitet, unter anderem bei Ibn Kathir und Ibn Barrajan.
Arabien: Der Hinn gehört zur Geisterlandschaft der Halbinsel, ohne dass ein engerer Herkunftsort überliefert wäre.
Dünn, aber real: vorislamische Dichtung, al-Jahiz und die Exegese. Die ausführlichen Darstellungen in Okkult-Blogs sind dagegen mit Vorsicht zu genießen.
Arabisch: hinn. Zwei Herleitungen konkurrieren: die Wurzel h-n-n, sich sehnen oder seufzen, und die Deutung Ibn Barrajans, wonach die Hinn die Erschaffung Adams erwarteten. Beide Erklärungen verweisen auf ein Dasein vor dem Menschen.
Erscheinung
Der Sufi al-Shibli nennt die Hinn die Hunde der Djinn; sie erscheinen als wilde Hunde, die durch die Einöde streifen.
Wirkung
Hinn, Binn, Timm und Rimm werden als vor-adamitische oder niedere Geisterklassen überliefert, oft als Sequenz von Erdbewohnern vor dem Menschen. Ibn Kathir zählt die Hinn zu den Wesen, die vor dem Menschen Blut vergossen. Al-Jahiz nennt sie ausdrücklich einen schwachen Typ, begrenzt auf einfache Täuschungen.
Die wichtigsten Aspekte der niederen Geisterklasse auf einen Blick.
Zeugnis der vorislamischen Geisterschichtung Arabiens, vom Islam teils übernommen, teils marginalisiert; die Drusen akzeptieren die Existenz von Hinn, Binn, Timm und Rimm.
Reisende in der Einöde: Mehr als einfache Täuschungen traut al-Jahiz dieser schwachen Klasse nicht zu.
Wilde Hunde: Nach al-Shibli sind die Hinn die Hunde der Djinn, halb Tier, halb Geist.
Einfache Täuschungen; in der Exegese zudem die Rolle der Erdbewohner vor Adam, die nach Ibn Kathir bereits Blut vergossen.
Kein eigenes Ritual überliefert; praktisch gilt der Hadith zu wilden Hunden, ihnen Futter zuzuwerfen oder sie zu verscheuchen.
Für den Namen konkurrieren zwei Herleitungen: die Wurzel h-n-n, sich sehnen oder seufzen, und die Deutung Ibn Barrajans, wonach die Hinn die Erschaffung Adams erwarteten. Beide Erklärungen setzen die Hinn vor den Menschen, sei es als seufzende Restwesen, sei es als wartende Vorbewohner der Erde.
Der Hinn ist vorislamisch in der Dichtung belegt und wurde islamisch-exegetisch weiterverarbeitet; Ibn Kathir zählt die Hinn zu den Wesen, die vor dem Menschen Blut vergossen. Die echte Beleglage bleibt dabei knapp. Die ausführlichen Darstellungen, die in Okkult-Blogs kursieren, sind mit Vorsicht zu genießen: Sie schmücken aus, was die Quellen nur andeuten.
Der Hinn ist vor allem in fachlichen Übersichten und in der Enzyklopädie des Islams präsent; die üppigen Vier-Elemente-Systematiken der Populärquellen sind moderne Zutat.
Religionswissenschaftlich ist der Hinn ein Zeugnis für die Schichtung vorislamischer Geisterklassen, die der Islam teils übernahm, teils marginalisierte. Wichtige Klarstellungen: Die üppigen, systematisierten Netz-Darstellungen als klassisch belegt zu nehmen ist ein Irrtum; die echte Beleglage ist knapp; und die glatte Element-Zuordnung ist moderne Systematisierung.
Ein spezifisches Schutzritual gegen die Hinn ist nicht überliefert, und das passt zu ihrem Rang: Gegen eine Klasse, die nur zu einfachen Täuschungen fähig ist, brauchte niemand schweres rituelles Geschütz. Als praktischer Umgang gilt der Hadith zu wilden Hunden: ihnen Futter zuzuwerfen oder sie zu verscheuchen. Wer einem struppigen Hund in der Einöde begegnete, behandelte ihn damit richtig, ganz gleich, ob ein Tier oder ein Hinn vor ihm stand.
Der Hinn steht neben seinen Schwesterklassen Binn, Timm und Rimm, die als Sequenz von Erdbewohnern vor dem Menschen überliefert sind; ihre Existenz wird von den Drusen akzeptiert. Nach oben ist der Hinn von den Jinn und vom Jann abgegrenzt, mit denen er die Zugehörigkeit zur arabischen Geisterwelt teilt, nicht aber deren Macht. Auch der Shiqq gehört zu den niederen Formen dieser Welt.
Was ist ein Hinn?
Eine seltene, niedere Klasse arabischer Geister, oft als schwache oder vor-adamitische Wesen beschrieben.
Sind die Hinn gefährlich?
Nur begrenzt; al-Jahiz nennt sie einen schwachen Typ, fähig zu einfachen Täuschungen.
Wie erscheinen sie?
Nach al-Shibli als wilde Hunde, die Hunde der Djinn.
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als niedere Djinn-Klasse und zugleich als vor-adamitische Geister überliefert, markiert der Hinn die unterste Stufe der arabischen Geisterwelt: zu schwach für großes Unheil, aber alt genug, um vor Adam gedacht zu werden.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
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