Bean Nighe ist Geist der schottischen Überlieferung.
Sie wäscht die Totenhemden der bald Sterbenden an der Furt. Der Steckbrief zeigt sie als überlistbare Todesbotin der Highlands.
Bean-nighe, die Waschfrau, ist ein schottischer Todesgeist aus den Highlands und Inseln. An einsamen Furten wäscht sie das Blut aus den Totenhemden derer, die bald sterben, und kündigt damit deren Tod an.
Als besonderer Typ der ban-sìth, der keltischen Feenfrau, ist sie eng mit der irischen Banshee verwandt, tritt aber ausschließlich als Wäscherin auf. Wer sich ihr unbemerkt nähert und sie überrascht, kann sie der Überlieferung nach zu drei erfüllten Wünschen zwingen; wer dagegen zuerst von ihr gesehen wird, muss mancherorts mit eigenem Unheil rechnen.
Typ: Todesomen, Waschfrau-Geist vom Typ der Banshee
Herkunft: Mündliche Überlieferung der schottischen Highlands und Inseln
Texte: Campbells Superstitions of the Highlands and Islands of Scotland und Carmichaels Carmina Gadelica
Zeitraum: verschriftlicht im 19. und frühen 20. Jahrhundert
Erscheinung: weiblicher Geist an einsamen Bächen und Furten, regional unterschiedlich beschrieben
Mündlich über Generationen in den Highlands tradiert, wurde die Überlieferung erst im 19. und frühen 20. Jahrhundert verschriftlicht.
Die schottischen Highlands und die vorgelagerten Inseln, mit regional wechselnden Beschreibungen von Perthshire bis Skye, Mull und Tiree.
Gut: vor allem John Gregorson Campbells Sammlung und Alexander Carmichaels Carmina Gadelica.
Sprache: Schottisch-gälisch aus bean, Frau, und nighe, waschen: Bean Nighe heißt schlicht Waschfrau. Die Verkleinerungsform nigheag bezeichnet die kleine Wäscherin an der Furt.
Erscheinung
Die Bean Nighe erscheint regional unterschiedlich: in Perthshire als kleine, rundliche, grün gekleidete Gestalt, auf Skye als zwergenhaftes Wesen, auf Mull und Tiree mit ungewöhnlich langen Brüsten, die sie über die Schultern wirft. In manchen Überlieferungen hat sie nur ein Nasenloch, einen großen vorstehenden Zahn und rote Schwimmhäute an den Füßen. Das Waschen an der Furt verbindet Reinigung, Geburt und Tod, denn der Wasserübergang gilt als klassischer Schwellenort zwischen den Welten.
Wirkung
Sie wäscht die blutigen Totenhemden derer, die bald sterben, und singt dabei oft ein klagendes Trauerlied. Wer sie sieht, erfährt vom bevorstehenden Sterben; erkennt er das gewaschene Hemd als sein eigenes, kann er versuchen, das Schicksal noch abzuwenden.
Die wichtigsten Aspekte der Waschfrau auf einen Blick.
Ein besonderer Typ der ban-sìth, der keltischen Feenfrau, und die schottische Verwandte der irischen Banshee.
Dem Tod Geweihte, deren blutige Totenhemden sie an einsamen Furten wäscht.
Regional wechselnde Gestalt: kleine grüne Frau, Zwergin oder Wesen mit über die Schultern geworfenen Brüsten.
Todesankündigung durch das Waschen der Grabtücher; bei geschicktem Vorgehen auch Wunscherfüllung.
Leises Herannahen und Ergreifen für drei Wünsche und den Namen des Sterbenden, sonst Vorsicht vor ihrem Blick.
Die irische Banshee und die schottische Caoineag als weitere klagende Todesbotinnen, dazu der walisische Cŵn Annwn als Seelengeleiter der Anderswelt.
Der Name ist schottisch-gälisch und setzt sich aus bean, Frau, und nighe, waschen, zusammen: Bean Nighe heißt schlicht Waschfrau. Die Verkleinerungsform nigheag bezeichnet die kleine Wäscherin an der Furt und betont die unscheinbare Gestalt, die dennoch das schwerwiegendste aller Vorzeichen trägt.
Sie gilt als besonderer Typ der ban-sìth, der Feenfrau, und ist damit eng mit der irischen Banshee verwandt. Nach dem Ursprungsmythos sind die Waschfrauen die Geister von Frauen, die im Kindbett starben und dazu verdammt sind, ihre Aufgabe bis zu dem Tag zu verrichten, an dem ihr Leben eigentlich geendet hätte. In Frankreich entspricht ihr die Gestalt der Lavandières, der Nachtwäscherinnen. Belegt ist die Bean Nighe vor allem bei John Gregorson Campbell und in Alexander Carmichaels Carmina Gadelica.
Die Bean Nighe ist eine feste Größe in Sammlungen keltischer Folklore und gilt neben der Banshee als eines der bekanntesten schottisch-gälischen Todesomen. Als Wäscherin an der Furt ist sie eine wiederkehrende Figur in moderner Fantasy und Horror.
Religionswissenschaftlich ist die Bean Nighe ein klassisches Todesomen und eine Botin aus der Anderswelt, ohne selbst zu töten. Sie ist mit dem keltischen Totenglauben und dem Motiv des unerlösten, an eine Aufgabe gebundenen Toten verknüpft, hier der im Kindbett gestorbenen Frau. Wichtig ist die Klarstellung: Sie ist kein Psychopompos, sondern eine Vorzeichen-Gestalt.
Quellenfest sind mehrere Kniffe: Wer sich ihr leise von hinten nähert und sie ergreift, bevor sie ihn bemerkt, kann sie zwingen, den Namen des Sterbenden zu nennen, und erhält der Überlieferung nach drei erfüllte Wünsche. In der Variante von Mull und Tiree nimmt man eine ihrer über die Schulter geworfenen Brüste in den Mund und erklärt sich zu ihrem Ziehkind; dann gibt sie jedes gewünschte Wissen preis. Gehört das gewaschene Tuch einem Feind, lässt man sie gewähren; gehört es einem selbst oder einem Freund, hält man sie an. Auf Skye dagegen gilt: Sieht die Bean Nighe den Menschen zuerst, verliert er den Gebrauch seiner Glieder. Gegen Begegnungen mit Wesen der Anderswelt an Furt und Bach halfen im Volksglauben zudem Salz, Zweige der Eberesche und ein gezogener Schutzkreis.
Die Bean Nighe entspricht der irischen Banshee und der schottischen Caoineag, der weinenden Ankünderin des Clans. In Wales stehen ihr die Cyhyraeth und die Gwrach y Rhibyn zur Seite, wobei die Gwrach y Rhibyn in Cornwall ebenfalls als Wäscherin an der Furt gilt. Verwandt sind auch die mythologischen keltischen Gestalten der Morrígan und der Cailleach. Als weiterer Totenbote der Anderswelt gilt der walisische Cŵn Annwn, dessen Meute den Nachthimmel durchstreift.
Ist die Bean Nighe dasselbe wie eine Banshee?
Sie ist ein besonderer Untertyp der ban-sìth, das schottische Gegenstück zur irischen Banshee, spezialisiert auf das Waschen der Totenhemden.
Kann man sie überlisten?
Ja. Wer sie unbemerkt ergreift, erhält der Überlieferung nach drei Wünsche und den Namen des Sterbenden; erkennt man das eigene Totenhemd, kann man versuchen, das Schicksal abzuwenden.
Warum wäscht sie?
Sie gilt als Geist einer im Kindbett gestorbenen Frau, die dazu verdammt ist, ihre Aufgabe bis zum natürlichen Ende ihres Lebens zu verrichten.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als schottische Waschfrau bleibt die Bean Nighe die Waschfrau an der Furt: ein Todesomen, das sich anders als die meisten seiner Art überlisten lässt, wenn man ihm mutig und geschickt begegnet.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
Empfohlene Schutzmittel
Das einfachste Schutzmittel dieser Sammlung: 41 Schichten aus Echtgold 999, Platin, Silber und Silizium, gefertigt in Ruhla/Thüringen. Muss nicht aktiviert werden, ist an keine Person gebunden und wirkt im Umkreis von rund 50 Metern, auch ohne getragen zu werden.
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