Hui Lu ist Gott der chinesischen Tradition.
Hält hundert Feuervögel in der Kalebasse gefangen.
Hui Lu ist eine chinesische Feuergott-Gestalt, ein Feuerzauberer, der den Feuervogel Pi Fang und hundert weitere Feuervögel in einer Kalebasse gefangen hält. Lässt er sie frei, entsteht ein landesweiter Feuersturm.
Der Name Huihuo ist als Standardgestalt nicht belegt; die literarisch fassbare Figur ist Hui Lu. Ihre wichtigste populäre Quelle ist E. T. C. Werners Nacherzählung von 1922, während die kultische Substanz des chinesischen Feuergott-Glaubens bei Zhurong und Huoshen liegt.
Typ: Feuergott-Gestalt, Feuerzauberer mit Feuervögeln
Herkunft: chinesische Mythografie
Texte: Shen xian tong jian nach Werner 1922, Pi Fang im Shanhaijing
Zeitraum: klassische Mythografie, populär seit Werner 1922
Erscheinung: Feuerzauberer mit Kalebasse voller Feuervögel
Die Figur gehört zur klassischen Mythografie und lebt vor der Regierungszeit des Di Ku; populär wurde sie durch Werners Nacherzählung von 1922.
China; die Gestalt ist literarisch überliefert und nicht an eine einzelne Region gebunden.
Mäßig und literarisch-mythografisch: Werners Myths and Legends of China, gestützt auf das Shen xian tong jian, dazu das Shanhaijing für den Feuervogel Pi Fang.
Chinesisch: huǒ bedeutet Feuer, lóng Drache; der Ausdruck Huolong, Feuerdrache, ist ein Gattungsmotiv, keine benannte Gottheit. Hui Lu ist ein alter Name für den Feuergott und für Feuersbrünste; der Name Huihuo ist als Standardgestalt nicht belegt.
Erscheinung
Hui Lu ist ein Feuerzauberer, dessen Zeichen die Kalebasse mit den gefangenen Feuervögeln ist. Pi Fang wird als kranich- oder vogelartiges Wesen beschrieben, dessen Auftreten Feuer und Brand ankündigt. Der Feuerdrache Huolong ist ein gewundener, flammender Drache.
Wirkung
Hui Lu beherrscht die zerstörerische Feuerkraft, die er in der Kalebasse eingeschlossen hält. Öffnet er sie, so entfesselt er die Feuervögel und damit landesweite Feuersbrünste. In der Zhurong-Überlieferung erscheint der Feuerdrache als Reittier des Feuergottes.
Die wichtigsten Aspekte des Feuerzauberers auf einen Blick.
Chinesische Mythografie: Nach Werners Quelle, dem Shen xian tong jian, lebt Hui Lu vor der Regierungszeit des Di Ku.
Feuersbrünste: Die in der Kalebasse gefangenen Feuervögel entfesseln bei Freilassung einen landesweiten Feuersturm.
Feuerzauberer mit Kalebasse; der Feuervogel Pi Fang gilt als kranich- oder vogelartig und kündigt Brände an.
Verkörperung des Feuers als eingeschlossene und entfesselbare Naturgewalt, gebändigt nur durch den Behälter.
Der breite Feuergott-Kult mit Tempeln und Opfern zur Brandverhütung galt Huoshen und Zhurong; ein eigener Kult für Hui Lu ist schwach bezeugt.
Chinesisch huǒ bedeutet Feuer, lóng Drache; der Ausdruck Huolong, Feuerdrache, ist ein Gattungsmotiv, keine benannte Gottheit. Hui Lu ist ein alter Name für den Feuergott und für Feuersbrünste. Die einschlägige populäre Quelle ist E. T. C. Werners Myths and Legends of China von 1922, gestützt auf das Shen xian tong jian; dort lebt Hui Lu vor der Regierungszeit des Di Ku.
Der Feuervogel Pi Fang ist bereits im Shanhaijing bezeugt, dem Klassiker der Berge und Meere. In der Erzählung hält Hui Lu ihn und hundert weitere Feuervögel in seiner Kalebasse; ihre Freilassung bedeutet den Brand des ganzen Landes. Das Bild des Feuers als eingesperrter, jederzeit entfesselbarer Gewalt ist der Kern der Gestalt.
Feuergott-Figuren erscheinen im Roman Fengshen Yanyi, der Investitur der Götter aus dem 16. Jahrhundert, und in der modernen Populärkultur. Werners Nacherzählung prägte die englischsprachige Rezeption stark.
Religionswissenschaftlich zeigt Hui Lu Feuer als eingeschlossene und entfesselbare Naturgewalt. Wichtig sind drei Klarstellungen: Huolong ist kein Eigenname einer Gottheit, sondern Feuerdrache allgemein; Huihuo ist als Standardgestalt nicht belegbar; und der zentrale, staatlich verankerte Feuergott ist Zhurong beziehungsweise Huoshen, nicht Hui Lu.
Der allgemeine chinesische Feuergott-Kult ist breit bezeugt, jedoch vor allem unter dem Titel Huoshen und bezogen auf Zhurong. Es gab Feuergott-Tempel und Opfer, unter anderem zur Brandverhütung und zur Besänftigung des Feuers. Ein eigenständiger, breiter Kult für Hui Lu speziell ist dagegen schwach bezeugt; die kultische Substanz liegt bei Zhurong und Huoshen.
Innerhalb Chinas ist Hui Lu eng mit dem Hauptfeuergott Zhurong und dem Feuervogel-Komplex verzahnt, aber klar von ihm zu unterscheiden: Zhurong ist der ordnende, kultisch und staatlich verankerte Feuergott, Hui Lu die literarische Gestalt des entfesselbaren Brandes. Die Feuervögel sind motivisch dem phönixartigen Fenghuang verwandt, aber nicht mit ihm identisch. Das Motiv des im Behälter eingeschlossenen und entfesselten Feuers ähnelt typologisch dem nordischen Wildfeuer Logi.
Wer ist Hui Lu?
Eine chinesische Feuergott-Gestalt, ein Feuerzauberer, der Feuervögel in einer Kalebasse gefangen hält und mit ihnen landesweite Feuersbrünste entfesseln kann.
Ist Huihuo dasselbe?
Der Name Huihuo ist als eigenständige Feuergottheit nicht belegbar; die literarisch fassbare Figur ist Hui Lu.
Wer ist der eigentliche chinesische Feuergott?
Der zentrale, kultisch verankerte Feuergott ist Zhurong beziehungsweise Huoshen; bei ihnen liegt die Substanz des Feuergott-Kults mit Tempeln und Opfern.
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als chinesischer Feuergott eigener Art hält Hui Lu die Feuervögel in der Kalebasse gefangen: Das Bild vom eingesperrten Brand, der jederzeit ausbrechen kann, macht ihn zur eindrücklichsten literarischen Gestalt des entfesselbaren Feuers in der chinesischen Mythografie.
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