Logi ist Dämon der germanischen Tradition.
Das wilde Feuer, das im Wettessen selbst Loki besiegt.
Logi, auch Hálogi, ist in der nordischen Mythologie die Personifikation des wilden, verzehrenden Feuers. Berühmt ist sein Wettessen gegen Loki in der Halle des Riesen Utgard-Loki, bei dem sich zeigt, dass Logi in Wahrheit das Feuer selbst ist.
Eine Klärung vorweg: Logi ist nicht mit Loki identisch. Der eine ist das Element Feuer in mythischer Gestalt, der andere der listige Gott; nur die Namensähnlichkeit führt die beiden immer wieder zusammen. Bezeugt ist Logi vor allem in Snorri Sturlusons Gylfaginning in der Prosa-Edda.
Typ: Personifikation des wilden, verzehrenden Feuers
Herkunft: Nordisch-germanischer Raum, Fornjótr-Genealogie
Texte: Snorra Edda (Gylfaginning)
Zeitraum: hochmittelalterliche Aufzeichnung, um 1220
Erscheinung: ohne feste Gestalt, das Wildfeuer selbst
Die zentrale Quelle ist die hochmittelalterliche Snorra Edda, entstanden um 1220; dort erzählt die Gylfaginning das Wettessen in Utgard-Lokis Halle.
Der nordisch-germanische Raum. In den genealogischen Traditionen um den Urriesen Fornjótr gehört Logi zur Elementarfamilie des hohen Nordens.
Gut: Die Snorra Edda liefert den Hauptbeleg, dazu kommen die Standardwerke der nordistischen Forschung von Simek und Lindow.
Altnordisch: logi, Flamme oder Lohe, verwandt mit deutsch lohen. Die Nebenform Hálogi wird meist als Hoch-Lohe gedeutet und volksetymologisch mit der Landschaft Hálogaland in Nordnorwegen verbunden; diese Verbindung ist allerdings umstritten.
Erscheinung
Logi hat keine ausführlich beschriebene Gestalt; er ist die Verkörperung des wilden Feuers. Was er ist, zeigt sich nicht an seinem Aussehen, sondern an dem, was er verzehrt.
Wirkung
Im Wettessen in Utgard-Lokis Halle essen Loki und Logi von einem Trog, jeder von einem Ende. Sie treffen sich in der Mitte, doch Loki hat nur das Fleisch verzehrt, während Logi Fleisch, Knochen und den Trog selbst verschlungen hat. Später enthüllt Utgard-Loki, dass Logi in Wahrheit das Wildfeuer war: eine Sinnestäuschung, die zeigt, dass Feuer alles verzehrt.
Die wichtigsten Aspekte der Feuerpersonifikation auf einen Blick.
Sohn des Urriesen Fornjótr und Bruder von Kári, dem Wind, und Ægir, dem Meer: Feuer neben Wind und Wasser als Elementartrias.
Alles Brennbare: Im Wettessen verschlingt Logi Fleisch, Knochen und selbst das Holz des Troges, restlos und ohne Auswahl.
Ohne feste Gestalt; die Quellen beschreiben kein Aussehen, sondern lassen Logi als das verzehrende Feuer selbst auftreten.
Mythische Verkörperung des Wildfeuers, das alles restlos verzehrt; zerstörerisch wie das Feuer selbst, aber ohne Bosheit.
Ein Kult ist nicht bezeugt. Logi ist eine literarisch-mythologische Personifikation, keine verehrte Gottheit mit Ritualen oder Opfern.
Drei Figuren sind zu trennen: Loki, der listige Gott, Logi, das Feuer, und Utgard-Loki, der Gastgeber des Wettessens.
Altnordisch logi bedeutet Flamme oder Lohe, verwandt mit deutsch lohen; der Name benennt also unmittelbar das, was die Figur verkörpert. Zentrale Quelle ist Snorri Sturlusons Gylfaginning in der Prosa-Edda, wo Logi als Esser in Utgard-Lokis Halle auftritt.
Daneben steht die genealogische Überlieferung: In den Traditionen um den Urriesen Fornjótr erscheint Logi als dessen Sohn und Bruder von Kári, dem Wind, und Ægir, dem Meer. Das Feuer steht hier neben Wind und Wasser, als Teil einer Familie, in der die Elemente selbst Verwandte sind. Die Nebenform Hálogi, meist als Hoch-Lohe gedeutet, wurde volksetymologisch mit der Landschaft Hálogaland in Nordnorwegen verbunden, was umstritten bleibt.
Logi ist fester Bestandteil moderner Edda-Nacherzählungen und wird in Fantasy und Populärkultur oft als Feuerdämon oder Feuerelementar adaptiert. Wegen der Namensähnlichkeit wird er dabei häufig mit Loki verwechselt.
Religionswissenschaftlich ist Logi ein Musterbeispiel für die mythische Personifikation eines Elements. Zwei Klarstellungen sind wichtig: Die verbreitete Gleichsetzung Loki gleich Feuergott ist eine überholte Forschungsmeinung des 19. Jahrhunderts und gilt als Irrtum. Und es sind drei Figuren zu trennen: Loki, der listige Gott, Logi, das Feuer, und Utgard-Loki, der Gastgeber.
Ein Kult ist nicht bezeugt. Logi ist eine literarisch-mythologische Personifikation, keine verehrte Gottheit; es gibt keine überlieferten Rituale, Opfer oder Schutzformeln, die sich an Logi richten. Dies ehrlich festzuhalten ist wichtiger, als einen Kult zu erfinden. Wer der Gestalt begegnen will, findet sie dort, wo sie hingehört: in der Erzählung vom Wettessen und in der Genealogie der Elemente.
Logi steht neben dem Feuerriesen Surtr und der Muspell-Sphäre, mit der auch die Riesin Sinmara verbunden wird. Innerhalb der Fornjótr-Genealogie bildet er mit Kári, dem Wind, und Ægir, dem Meer, eine Elementartrias. Das Motiv des Feuers als übermenschlicher Esser findet sich auch andernorts als Bild für die verzehrende Kraft der Flamme.
Ist Logi dasselbe wie Loki?
Nein. Logi ist die Personifikation des Feuers, Loki der listige Gott; der Gastgeber Utgard-Loki ist wiederum eine dritte Figur.
Was zeigt das Wettessen?
Dass Feuer alles restlos verzehrt: Logi verschlingt Fleisch, Knochen und den Trog, während Loki nur das Fleisch schafft.
Wurde Logi verehrt?
Nein. Er ist eine literarische Personifikation ohne bezeugten Kult; Rituale oder Opfer für Logi sind nicht überliefert.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als nordische Feuerpersonifikation bleibt Logi die klarste Antwort der Überlieferung auf die Frage, was Feuer ist: das Wildfeuer der Edda, das im Wettessen Fleisch, Knochen und den Trog verschlingt und damit jeden Esser aus Fleisch und Blut hinter sich lässt.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
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