Erscheinung
Wenn die Drud auszieht, legt sie nach dem Volksglauben zuvor ihren Leib ab und kann dadurch kleinste Ritzen, Schlüssellöcher oder Zuglöcher an Fenstern durchdringen. Sie nimmt dabei die unterschiedlichsten Gestalten an, etwa Strohhalm, Federkiel, Besenreiser oder Erbse, am häufigsten aber schwarze Katze, schwarzer Hund oder ein hässliches, altes Weib. Erkennbar soll eine Drud in Menschengestalt an plumpen, breiten Händen sein sowie daran, dass sich ihre Augenbrauen über der Nase berühren.
Wirkung
Die Drud gilt in der bayerischen Überlieferung als kein guter Geist: Sie verhext, was ihr nicht passt, und an dieses Wirken erinnert bis heute der Name des Drudenfußes als Abwehrzeichen. Die Drud kommt nachts zwischen etwa neun und zwölf Uhr, stets vor Mondaufgang, und drückt, einmal begonnen, gewöhnlich neun Nächte hintereinander. Besonders gerne sucht sie Wöchnerinnen heim, die nicht in einem Himmelbett mit geschlossenem Vorhang liegen, sowie Neugeborene, an deren Brüstchen sie saugt, bis diese anschwellen.