iWell Guard

Schutzsteine – Steine als Schutzmittel im Volksglauben

SchutzgegenstandSchutz-Kompass

Steine gehören seit langer Zeit zu den überlieferten Schutzgegenständen: natürlich geformte Lochsteine, vom Blitz und Donar hergeleitete Donnerkeile, fossiles Bernsteinharz oder gesetzte Grenzsteine, die eine Fläche vor unbefugtem Zugriff und unheilvoller Einwirkung markieren sollten.

Diese Seite stellt die überlieferten Formen und Anwendungen von Schutzsteinen dar, einschließlich neuzeitlicher Praktiken wie dem Tragen von schwarzem Turmalin oder Obsidian. Sie beschreibt Überlieferung und Brauch, ohne Heilversprechen auszusprechen.

Schutzsteine werden im Volksglauben als Amulette und als Schutz am Gebäude eingesetzt.

Wacholder – Räucherpflanze und Schutzstrauch, historisch-illustrativ

Schnellübersicht

Zu den überlieferten Schutzsteinen zählen vor allem Lochsteine, auch Drudensteine oder Hühnergötter genannt, Donnerkeile aus versteinerten Belemniten, Bernstein als getragenes Amulett sowie gesetzte Grenz- und Schwellensteine. In neuzeitlicher, esoterischer Praxis werden zudem schwarzer Turmalin und Obsidian als Schutzsteine verwendet.

Gemeinsam ist allen Formen die Vorstellung, dass ein dauerhafter, unveränderlicher Gegenstand wie ein Stein eine ebenso dauerhafte Schutzwirkung entfalten kann.

Herkunft und Überlieferung

Lochsteine sind Steine, die durch die natürliche Einwirkung von Wasser ein Loch erhalten haben, etwa an Ostseestränden oder in Flussbetten. Im norddeutschen und baltischen Raum werden sie als Hühnergott bezeichnet, in Bayern und Österreich als Drudenstein. In dieser Funktion sollten sie vor der Drude schützen, einem nächtlichen, alpartigen Wesen, das Menschen im Schlaf niederdrückte, dem sogenannten Nachtmahr. Der Drudenstein wurde dazu über dem Bett, an der Stalltür oder am Halfter des Viehs aufgehängt. Das an anderer Stelle behandelte Drudenfuß-Zeichen teilt mit dem Drudenstein den Namen und den Zweck der Abwehr, ist als gezeichnetes Symbol aber ein eigenständiges Thema.

Donnerkeile sind versteinerte Rostren von Belemniten, fossilen Kopffüßern, deren länglich-spitze Form volkstümlich als vom Blitz oder vom Gott Donar in die Erde geschleudert gedeutet wurde. Sie wurden unter dem Dachfirst oder in die Türschwelle eingelassen, um Haus und Hof vor Blitzschlag zu bewahren, und galten zugleich als Schutz für das Vieh im Stall.

Bernstein, fossiles Baumharz, das an den Küsten von Nord- und Ostsee angeschwemmt wird, diente seit der Antike als getragenes Amulett, häufig als Kette für Kinder, denen allgemeiner Schutz vor Krankheit und bösem Blick zugeschrieben wurde. In der Ostseeregion ist der Glaube an die besondere Kraft des Bernsteins bis heute lebendig.

Grenz- und Schwellensteine markierten nicht nur rechtlich den Verlauf von Hof- und Feldgrenzen, ihre Versetzung galt zugleich als schwerer Frevel, der Unglück nach sich ziehen sollte. Mit einem eingemeißelten Kreuz versehen, sollten sie zusätzlich die Grenze selbst vor unheilvoller Einwirkung schützen.

Wirkprinzip laut Überlieferung

Beim Lochstein gilt das natürliche Loch als Grund seiner Kraft: Der Blick durch die Öffnung wurde in manchen Regionen selbst als schützend oder hellsichtig beschrieben, in anderen als Sinnbild dafür, dass schädigende Blicke und Mächte durch den Stein hindurch ins Leere treffen. Beim Donnerkeil liegt die Kraft in seiner vermeintlichen Herkunft: Ein Gegenstand, der laut Überlieferung selbst vom Blitz stammt, sollte auch vor dem Blitz schützen.

Gemeinsam ist Bernstein, Grenzstein und Lochstein die Vorstellung von Dauerhaftigkeit: Ein Stein verwittert kaum, verändert sich nicht, und diese Beständigkeit wurde in der Überlieferung auf die Dauer des Schutzes übertragen, den der Stein spenden sollte.

Kulturübergreifende Verbreitung

Lochsteine und Bernstein sind vor allem im Ostsee- und Nordseeraum überliefert, wo ihre natürliche Herkunft am Strand die Verbreitung begünstigte. Donnerkeile finden sich als Schutzobjekt im gesamten mitteleuropäischen und skandinavischen Raum, verbunden mit dem jeweiligen Donnergott, Donar im deutschen und Thor im nordischen Sprachraum.

Grenzsteinkulte mit magisch-rechtlicher Doppelbedeutung sind europaweit belegt, von den römischen Terminus-Steinen bis zu den mit Kreuzen versehenen Grenzsteinen des mitteleuropäischen Bauernlandes.

Wogegen es eingesetzt wird

Lochsteine und Drudensteine schützen laut Überlieferung vor dem Nachtmahr und nächtlichen Alpdrücken. Donnerkeile schützen vor Blitzschlag und, in manchen Regionen überliefert, vor Erkrankungen des Viehs. Bernstein gilt als Schutz vor Krankheit und bösem Blick, besonders bei Kindern. Grenzsteine schützen die gesetzte Grenze selbst vor unbefugtem Verrücken und dem damit verbundenen Unglück.

Der Schutz-Kompass ordnet diese Steintypen den jeweiligen Bedrohungsbildern zu, für die sie in den Quellen belegt sind.

Anwendung und Grenzen

Überliefert ist das Aufhängen eines Lochsteins an einer Schnur über dem Bett, an der Stalltür oder am Halfter des Viehs, das Einlassen eines Donnerkeils unter dem Dachfirst oder in der Türschwelle sowie das Tragen einer Bernsteinkette. In neuzeitlicher esoterischer Praxis, die von der historischen Volksüberlieferung zu unterscheiden ist, werden seit dem 20. Jahrhundert zusätzlich schwarzer Turmalin und Obsidian als getragene Schutzsteine verwendet.

Diese Seite beschreibt Überlieferung und Praxis, ohne eine Wirkung zuzusagen: Schutzsteine werden hier kulturhistorisch eingeordnet, nicht als Heilsteine mit nachgewiesener Wirkung beworben. Sie wurden in der Vergangenheit stets mit weiteren Mitteln wie Amuletten oder Eisen am Türbeschlag kombiniert.

Literatur (Auswahl)

  • Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. Hrsg. von Hanns Bächtold-Stäubli. Berlin: de Gruyter, 1927-1942.
  • Jacob Grimm: Deutsche Mythologie. Göttingen: Dieterichsche Buchhandlung, 1835.
  • Eva Pócs: Between the Living and the Dead: A Perspective on Witches and Seers in the Early Modern Age. Budapest: Central European University Press, 1999.
  • Siegfried Seligmann: Der böse Blick und Verwandtes. Berlin: Barsdorf, 1910.
  • Richard Andree: Braunschweiger Volkskunde. Braunschweig: Vieweg, 1901.

Verwandte Schlüsselbegriffe: schutzsteine lochstein drudenstein donnerkeil grenzstein.

iWell Guard und Schutztraditionen

Der Glaube an Schutzsteine zeigt ein grundlegendes Bedürfnis: einen dauerhaften, greifbaren Gegenstand zu besitzen, der die eigene Grenze gegenüber einer als bedrohlich empfundenen Welt sichtbar macht. Dieses Prinzip der Dauerhaftigkeit liegt auch dem iWell Guard zugrunde, der als beständiger, mitgeführter Gegenstand gedacht ist.

Wo der Drudenstein über dem Bett hing und der Donnerkeil im Dachfirst steckte, steht der Anhänger für einen Schutz, der nicht am Ort verbleibt, sondern die Person selbst begleitet.

Persönliche Erfahrungen können unterschiedlich sein. Kein Medizinprodukt. Kein Heilversprechen.