Bergsrå ist Geist der germanischen Tradition Skandinaviens.
Sie zeigt Erz und schenkt Glück, doch Missachtung straft sie. Der Steckbrief würdigt sie als Herrin über Berg und Grube.
Bergsrå, auch Bergrå oder Bergsfrau, ist ein weiblicher Berggeist, ein rå: die Hüterin des Berges oder der Mine in Schweden und Norwegen. Den Bergleuten kann sie Erz zeigen und Glück schenken, aber auch strafen und sie verführen.
Von vorn erscheint sie als schöne Frau, von hinten ist sie hohl oder trägt einen Schwanz. Wer sie missachtet, wird bergtagen, in den Berg genommen und verschleppt; der Glaube ist in der Bergbaufolklore bis ins 19. Jahrhundert bezeugt, besonders im Bergslagen.
Typ: Weiblicher Berggeist, Hüterin von Berg und Mine
Herkunft: Schwedische und norwegische Bergbaufolklore
Texte: Hofberg, Svenska folksägner; Lindow, Swedish Legends and Folktales
Zeitraum: Bergbaufolklore bis ins 19. Jahrhundert
Erscheinung: von vorn schöne Frau, von hinten hohl oder mit Schwanz
Der Glaube an das Bergsrå ist in der schwedischen und norwegischen Bergbaufolklore bis ins 19. Jahrhundert bezeugt.
Schweden und Norwegen, besonders die Bergbaugebiete des Bergslagen. Die enge Kopplung an die Kupfergrube von Falun ist plausibel-regional, im Detail aber unsicher.
Die Quellenlage ist gut: Herman Hofbergs Sagensammlung von 1882 und John Lindows Auswahl schwedischer Sagen sind die Hauptzeugen.
Schwedisch: berg bedeutet Berg, rå kommt von altnordisch ráða, walten oder herrschen: die Hüterin oder Herrin des Berges. Die rår sind ortsgebundene Schutzgeister, so das skogsrå des Waldes, das sjörå des Wassers und das bergsrå des Berges.
Erscheinung
Bergsrå ist von vorn eine schöne Frau, von hinten hohl mit trogartigem Rücken oder mit einem fuchsartigen Schwanz. Dieses Enthüllungsmotiv teilt sie mit dem skogsrå, der Huldra des Waldes.
Wirkung
Als Herrin des Berges und der Mine kann Bergsrå Erz zeigen und Glück schenken, aber auch strafen. Sie verführt Bergleute; wer sie missachtet, wird bergtagen, in den Berg genommen und verschleppt.
Die wichtigsten Aspekte der skandinavischen Berggeistin auf einen Blick.
Ortsgebundener Schutzgeist aus der Familie der rår, neben skogsrå und sjörå; bezeugt in der Bergbaufolklore Schwedens und Norwegens.
Bergleute in den Gruben des Bergslagen: Ihnen zeigt Bergsrå Erz und schenkt Glück, sie kann sie aber auch verführen und strafen.
Von vorn eine schöne Frau, von hinten hohl mit trogartigem Rücken oder mit fuchsartigem Schwanz, ein klassisches Enthüllungsmotiv.
Herrschaft über Berg und Mine: Erz zeigen, Glück schenken, strafen; Missachtung führt zum Bergtagen, dem Verschleppen in den Berg.
Respekt, Ruhe und Ordnung im Berg sowie der Verzicht auf Fluchen; der Verhaltenskodex setzt auf Besänftigung statt Bannung.
Das skogsrå und die Huldra des Waldes, das sjörå des Wassers sowie der Bergtroll und der Bergkönig, teils synonym gebraucht.
Der Name erklärt das Wesen: berg bedeutet Berg, rå kommt von altnordisch ráða, walten oder herrschen, zusammen also die Hüterin oder Herrin des Berges. Die rår sind ortsgebundene Schutzgeister, jede Sphäre hat ihre eigene: das skogsrå im Wald, das sjörå im Wasser, das bergsrå im Berg.
Bezeugt ist der Glaube in der schwedischen und norwegischen Bergbaufolklore bis ins 19. Jahrhundert, besonders in den Bergbaugebieten des Bergslagen; die enge Kopplung an die Kupfergrube von Falun ist plausibel-regional, im Detail aber unsicher. In den Sagen begegnet Bergsrå den Bergleuten als Macht, mit der man rechnen muss: Sie kann den Weg zum Erz weisen, aber auch verführen und bergtagen, in den Berg nehmen.
Bergsrå ist in der schwedischen Sagensammlungs-Tradition und in der Bergbau-Kulturgeschichte präsent und wurde zum Motiv der Kunst und Literatur der Nationalromantik.
Religionswissenschaftlich ist Bergsrå ambivalent: gütig gegenüber respektvollen Bergleuten, gefährlich durch Verschleppung bei Missachtung. Zwei Klarstellungen sind wichtig: Bergsrå ist nicht automatisch weiblich, in Teilen der Überlieferung ist der Bergsgeist männlich als Bergkönig. Und das Merkmal des hohlen Rückens ist genuin dem skogsrå und der Huldra zugeordnet und auf das Bergsrå als Motivwanderung übertragen.
Der Schutz vor dem Bergsrå liegt in Respekt, Ruhe und Ordnung im Berg sowie im Verzicht auf Fluchen. Konkrete Abwehr-Objekte sind schwächer belegt als dieser allgemeine Verhaltenskodex, der auf Besänftigung statt Bannung setzt. Stahl und Eisen sind als allgemeines nordisches Abwehrmittel gegen vättar und Trolle bezeugt, für das Bergsrå aber nicht spezifisch gesichert.
Bergsrå steht neben dem skogsrå und der Huldra des Waldes sowie dem sjörå des Wassers, den Schwestern der rå-Familie. Im Berg selbst überschneidet sie sich mit dem Bergtroll und dem Bergkönig, mit denen der Begriff teils synonym gebraucht wird; im deutschen Bergbau begegnet mit dem Bergmönch ein männliches Gegenstück zur Grubenherrin.
Was ist ein Bergsrå?
Ein weiblicher Berggeist, die Hüterin des Berges oder der Mine in Skandinavien.
Wie sieht sie aus?
Von vorn eine schöne Frau, von hinten hohl oder mit einem Schwanz.
Ist Bergsrå immer weiblich?
Nein. In Teilen der Überlieferung ist der Bergsgeist männlich als Bergkönig.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Kaum ein schwedischer Berggeist ist so ambivalent wie das Bergsrå: Hüterin der Mine für die einen, Verführerin und strafende Herrin für alle, die den Respekt im Berg vergessen.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
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