Die Patupaiarehe sind Geister der Maori-Überlieferung.
Das helle Feenvolk, das Menschen mit Flöten in den Nebel lockt. Als Flötenvolk der Nebelgipfel verführen die Patupaiarehe Menschen mit ihrem Klang.
Patupaiarehe sind das helle, feenartige Waldvolk der Maori, das in den Wäldern und auf den Nebelgipfeln Neuseelands lebt. Mit heller Haut und rotem oder blondem Haar lieben sie die Musik und betören und entführen Menschen, besonders Frauen.
Sie meiden das Tageslicht, Feuer und gekochtes Essen; der Nebel ist ihr Element, und sie ziehen ihn zu sich heran. Wer in den Bergen ferne Flötenmusik hört, ist der Überlieferung nach in ihrer Nähe.
Typ: Feenartiges Waldvolk, ein he iwi atua
Herkunft: Gut belegte klassische Maori-Überlieferung
Texte: Best, Orbell und Te Ara
Zeitraum: klassische Überlieferung bis Gegenwart
Erscheinung: helle Haut, rotes oder blondes Haar, meist menschengroß, nie tätowiert
Gut belegte klassische Maori-Überlieferung, dokumentiert bei Best, Orbell und in der Te-Ara-Enzyklopädie.
Neuseeland: die tiefen Wälder und Nebelgipfel, an Nebel und Dunst gebundene Rückzugsräume des Geistervolkes.
Gut: Bests Waldkunde und Religionskunde der Maori sowie Orbells Enzyklopädie.
Maori: patupaiarehe. Die Patupaiarehe gelten als he iwi atua, ein übernatürliches Volk und Geistervolk, das nachtaktiv beziehungsweise an Nebel und Dunst gebunden ist.
Erscheinung
Die Patupaiarehe haben helle Haut und rotes oder blondes Haar, sind meist von normaler Menschengröße und tragen nie ein Moko, keine Tätowierung. Helle Haut, rotes Haar, Nebel und Flötenmusik verkörpern das Andere, Verführerische und Übernatürliche gegenüber der menschlichen, tätowierten Ordnung; der Nebel ist ihr Element.
Wirkung
Die Patupaiarehe locken Menschen mit dem Klang ihrer Flöten von sicheren Wegen, betören und entführen besonders Frauen und verfügen über Zauberkräfte und besonderes Wissen. Sie ziehen den Nebel zu sich heran.
Die wichtigsten Aspekte des Feenvolkes auf einen Blick.
Ein he iwi atua der Maori-Geisterwelt; manche Traditionen sehen rothaarige Maori als ihre Nachkommen.
Menschen, besonders Frauen, und Reisende in Nebel- und Berggebieten, die der Flötenklang von den sicheren Wegen lockt.
Hellhäutige, rot- oder blondhaarige Gestalten von Menschengröße, nie tätowiert, zu Hause in Wäldern und auf Nebelgipfeln.
Betörung und Entführung durch Flötenmusik, dazu Zauberkräfte und besonderes Wissen; der Nebel folgt ihnen.
Kokowai, roter Ocker mit Haifischöl, an den Häusern; gekochtes Essen, Kochdampf, Feuer und Tageslicht halten sie fern.
Die Patupaiarehe gelten als he iwi atua, ein übernatürliches Volk und Geistervolk, das nachtaktiv beziehungsweise an Nebel und Dunst gebunden ist. Sie sind Teil der Maori-Geisterwelt; manche Traditionen sehen rothaarige Maori als ihre Nachkommen.
Ihre Merkmale zeichnen das Bild des Anderen: helle Haut und rotes oder blondes Haar, nie ein Moko, die Tätowierung der menschlichen Ordnung. Wo Menschen bei Tag und Feuer leben, gehören die Patupaiarehe der Nacht, dem Dunst und den Gipfeln; ihre Flöten tragen den Klang dieser anderen Welt bis an die Ränder der Dörfer.
Die Patupaiarehe sind fest in der Maori-Kultur und Erzählung verankert und in Literatur, Medien und Bildungsmaterialien Neuseelands präsent; die Verbindung zu rothaarigen Maori-Nachfahren ist ein bekanntes Motiv.
Religionswissenschaftlich sind die Patupaiarehe ein Feenvolk-Motiv: ein übernatürliches Waldvolk, ein iwi atua, mit einer Verführungs- und Entführungsfunktion. Die Tapu-Regeln werden hier zurückhaltend behandelt, da es sich um lebendige Tradition handelt.
Quellenfest ist das Auftragen von Kokowai, rotem Ocker mit Haifischöl gemischt, an den Häusern, wenn Patupaiarehe nahe sind, da ihnen dieser Geruch zuwider ist. Gekochtes Essen und Kochdampf halten sie fern, ebenso Feuer, Wärme und Tageslicht, die sie meiden. Der Schutz nutzt also genau das, was das Feenvolk vom Menschen unterscheidet: die Welt des Herdes, des Feuers und des hellen Tages.
Die Patupaiarehe entsprechen den europäischen Elfen und Feen, den irischen Aos Sí, dem guten Volk, und der skandinavischen Huldra, dem verführerischen Waldwesen: ein klassisches Feenvolk-Motiv mit Betörung, Entführung und der Meidung bestimmter Reize. Innerhalb der Maori-Welt sind die wilden, dunkel behaarten Maero das Gegenbild zum hellen Feenvolk, während die Hakuturi als Waldwächter weder betören noch rauben.
Wie schützt man sich?
Mit rotem Ocker, dem Kokowai, und dem Geruch gekochten Essens; sie meiden zudem Tageslicht und Feuer.
Wie sehen sie aus?
Hellhäutig, rot- oder blondhaarig, meist menschengroß, ohne Tätowierung.
Was wollen sie?
Menschen, besonders Frauen, mit Flötenmusik betören und entführen.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als Maori-Feenvolk sind die Patupaiarehe helle Waldwesen nebelverhangener Gipfel: ein Volk am Rand der menschlichen Ordnung, dessen Flötenklang bis heute zu den eindrücklichsten Motiven der Maori-Erzählwelt gehört.
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