Szélatya ist Gott der ungarischen Volksüberlieferung.
Der Riese, der das Windloch im Berg mit seinem Hut bedeckt.
Szélatya, vereinfacht auch Szelatya geschrieben, ist die männliche Personifikation des Windes im ungarischen Volksglauben. Im echten Material ist die Figur vor allem als Windkönig oder Windsohn belegt: als Riese, der das Windloch im Berg mit seinem Hut bedeckt und Wind erzeugt, wenn er ihn hebt.
Anders als die Windmutter Szélanya, die Verwalterin der Winde in ihrer Höhle, ist der Windvater der Herr, der die Winde loslässt oder zurückhält. Wichtig zur Einordnung: Diese Figur ist echt als Märchenmotiv; der eigenständige Windgott Szélatya mit türkischer Ausstattung ist dagegen eine moderne Konstruktion.
Typ: Windvater, Windkönig, männliche Personifikation des Windes
Herkunft: Ungarischer Volksglaube, gesammelt im 19. und 20. Jahrhundert
Texte: Ethnografisches Lexikon, Märchen, Beschwörungssammlungen
Zeitraum: Sammlungen des 19. und 20. Jahrhunderts
Erscheinung: Windkönig oder Riese am Windloch mit dem Hut-Motiv
Der ungarische Volksglaube um den Wind wurde im 19. und 20. Jahrhundert gesammelt; die männliche Windpersonifikation ist dort als Windkönig und Windsohn geführt.
Der ungarische Sprachraum: Dort begegnet der Windkönig in Märchen und Volksglauben, am selben Windloch im Berg wie die Windmutter.
Echt als Märchen- und Volksglaubensfigur, nicht als Gottheit: das ethnografische Lexikon führt Windkönig und Windsohn als Personifikation und Märchenmotiv; der Gott Yel Ata ist türkisch-tengristisch überformt.
Ungarisch: szél bedeutet Wind, atya oder apa Vater, also Windvater; daneben stehen szélkirály, Windkönig, und szél fiú, Windsohn. Die im Volksglauben tatsächlich belegte männliche Personifikation ist der Windkönig oder Windsohn.
Erscheinung
Im echten Material ist es der Windkönig oder Riese am Windloch mit dem Hut-Motiv: Er bedeckt das Windloch im Berg mit seinem Hut und erzeugt Wind, wenn er ihn hebt. Die Beschreibung eines jugendlich-schönen Mannes mit Silberwaffen ist türkisch und neuheidnisch überformt.
Wirkung
Szélatya ist der Herr über die Winde, der sie loslässt oder zurückhält; er gehört zum selben krankheitsbringenden Wind-Komplex wie die Windmutter. Eine gesonderte Vaterrolle ist im Krankheits- und Beschwörungsmaterial nicht scharf abgegrenzt; der Akteur ist meist der Wind generisch, die schönen Frauen, die Hexe oder der Teufel.
Die wichtigsten Aspekte des Windvaters auf einen Blick.
Männliche Windpersonifikation des ungarischen Volksglaubens, im ethnografischen Lexikon als Windkönig und Windsohn geführt, märchentypologisch international verankert.
Die Winde selbst: Der Windkönig lässt sie los oder hält sie zurück, je nachdem, ob er das Windloch im Berg mit seinem Hut bedeckt.
Windkönig oder Riese am Windloch mit dem Hut-Motiv; der jugendlich-schöne Mann mit Silberwaffen ist eine moderne Überformung.
Herr über die Winde im Märchen; im Krankheitsglauben tritt er hinter dem generischen Wind, den schönen Frauen, Hexe und Teufel zurück.
Dieselbe Abwehr wie bei der Windmutter: ein Beil in den Wirbelwind, nicht hineinspucken, den Wind nicht verfluchen, das Übel fortschicken.
Szélanya verwaltet die Winde aus ihrer Höhle; Szélatya lässt sie los oder hält sie zurück. Der Gott Yel Ata ist die türkische Überformung.
Szél bedeutet Wind, atya oder apa Vater, also Windvater; daneben stehen szélkirály, der Windkönig, und szél fiú, der Windsohn. Die im Volksglauben tatsächlich belegte männliche Personifikation ist der Windkönig oder Windsohn, im ethnografischen Lexikon als Personifikation und Märchenmotiv geführt: Ein Riese bedeckt das Windloch im Berg mit seinem Hut und erzeugt Wind, wenn er ihn hebt.
Davon zu trennen ist die zweite Schicht: Szélatya als eigenständiger Gott, als Yel Ata mit Silberwaffen und Donnerpferden, Sohn des Kayra, ist türkisch-tengristisch überformt und kein ungarischer Volksglaube. Das echte Material kennt keinen Windgott, sondern eine Märchengestalt am Windloch.
Wie bei der Windmutter ist die Rezeption gespalten: ethnografisch gilt die Figur als Personifikation, neuheidnisch und turanistisch als Windgott; zusätzlich besteht eine märchenhafte Rezeption des Windkönigs, dem der Held begegnet.
Religionswissenschaftlich sind der Windkönig und der Windsohn echte Volksglaubens- und Märchen-Personifikationen. Wichtige Klarstellung: Szélatya als Windgott mit Silberwaffen und türkischem Pantheon ist eine moderne turanistisch-neuheidnische Konstruktion, verstärkt durch Ipolyis romantische Rekonstruktion, und nicht als eigenständige ungarische Gottheit belegt.
Ein belegter Kult besteht nicht. Die Abwehr ist dieselbe wie bei der Windmutter: ein Beil in den Wirbelwind werfen, nicht hineinspucken, den Wind nicht verfluchen und das personifizierte Übel fortschicken. Eine Beschwörungsformel, die speziell Szélatya oder den Windkönig als angerufene Instanz nennt, ist nicht als gesicherter Beleg auffindbar; angesprochen wird in den Texten der Wind selbst.
Die engste Verwandte ist Szélanya, die Windmutter: Sie ist die Verwalterin der Winde in ihrer Höhle, während der Windvater als Windkönig die Winde loslässt oder zurückhält; beide sind Personifikationen desselben Wind-Komplexes, nicht ein Götterpaar. Szélatya entspricht der türkisch-altaischen Yel Ata; das Windloch und die Höhle erinnern an den griechischen Aiolos und seinen Windsack. Märchentypologisch gehört er zum internationalen Typ des Windkönigs, dem der Held begegnet; als nördliches Pendant eines Windherrn sei der samische Bieggolmai genannt.
Wer ist Szélatya?
Der Windvater, im echten ungarischen Volksglauben vor allem als Windkönig oder Windsohn belegt: der Herr, der die Winde loslässt oder zurückhält.
Ist er ein eigenständiger Gott?
Als Märchenfigur ja; der Windgott mit türkischer Ausstattung ist eine moderne Konstruktion.
Was ist das Hut-Motiv?
Ein Riese bedeckt das Windloch im Berg mit seinem Hut und erzeugt Wind, wenn er ihn hebt.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als ungarischer Windvater und Windkönig des Volksglaubens steht Szélatya für die männliche Seite der Windpersonifikation: der Riese am Windloch, dessen Hut über Sturm und Stille entscheidet, eine Märchengestalt, kein Kultgott.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
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