Ququmatz ist Gott der Maya-Überlieferung.
Die Quetzalschlange, die mit Tepeu die Erde hervorrief.
Ququmatz, auch Gucumatz, ist die Gefiederte Schlange der K’iche‘-Maya, ein Schöpfergott im Popol Vuh, verbunden mit Wind, Wasser und Himmel. Zu Beginn der Schöpfung treibt er mit Tepeu im Urmeer; gemeinsam sprechen sie das Wort Erde, worauf die Welt entsteht.
Anders als bei Hurakan ist für Ququmatz ein Kult belegt: In der Hauptstadt Q’umarkaj stand ein Rundtempel für ihn, betreut von einer eigenen, hochrangigen Priesterschaft.
Typ: Schöpfer- und Ahnengottheit, verbunden mit Wind, Wasser und Himmel
Herkunft: Postklassische K’iche‘-Maya, möglicher Ursprungsraum Tal von Mexiko
Texte: Popol Vuh, Annalen der Kaqchikel
Zeitraum: Postklassik, Kult in Q’umarkaj belegt
Erscheinung: in Quetzalfedern gehüllte Schlange
Die Gestalt gehört der postklassischen K’iche‘-Kultur an; Hauptquelle ist das Popol Vuh, ergänzt durch die Annalen der Kaqchikel.
Das Hochland von Guatemala mit der K’iche‘-Hauptstadt Q’umarkaj; ein möglicher Ursprungsraum der Gestalt ist das Tal von Mexiko.
Die Quellenlage ist gut: das Popol Vuh, die Annalen der Kaqchikel und der archäologische Befund des Rundtempels von Q’umarkaj.
K’iche‘: q’uq‘, der Quetzalvogel, und kumatz, Schlange, ergeben wörtlich Quetzalschlange, präziser als das gängige Gefiederte Schlange. Die Gestalt wurde möglicherweise aus dem Tal von Mexiko entlehnt, mit lokalen Gottheiten wie Tohil verschmolzen und nahm Züge des klassischen Maya-Schöpfers Itzamna auf.
Erscheinung
Ququmatz ist eine in Quetzalfedern gehüllte Schlange; Blaugrün steht für Vegetation und Himmel, Rot für Feuer, die Häutung für Wiedergeburt. Er verbindet himmlische und serpentine Sphären und hat eine geschlechtliche Dualität als Vermittler zwischen dem Sonnengott Tohil und der Mondgöttin Awilix. Stark ist seine Verbindung zum Wasser, etwa zum Xocomil-Sturm auf dem Atitlán-See.
Wirkung
Ququmatz treibt anfangs mit Tepeu im Urmeer; gemeinsam sprechen sie Erde, worauf Land, Berge, Wälder und Tiere entstehen. Die Menschenschöpfung gelingt erst aus Mais, nach dem Scheitern von Schlamm und Holz. Er trägt die Sonne über den Himmel und ist mythischer Ahn des K’iche‘-Adels.
Die wichtigsten Aspekte der Quetzalschlange auf einen Blick.
K’iche‘-Version der gesamtmesoamerikanischen Gefiederten Schlange, verschmolzen mit lokalen Gottheiten und Zügen des Schöpfers Itzamna.
Die Schöpfung im Popol Vuh sowie Wind, Wasser und Himmel; als mythischer Ahn zudem für den Adel der K’iche‘.
In Quetzalfedern gehüllte Schlange: Blaugrün für Vegetation und Himmel, Rot für Feuer, die Häutung als Bild der Wiedergeburt.
Spricht mit Tepeu die Erde ins Dasein, trägt die Sonne über den Himmel und vermittelt zwischen Sonnengott Tohil und Mondgöttin Awilix.
Belegt: Rundtempel in Q’umarkaj zwischen den Tempeln von Tohil und Awilix, dazu die hochrangige Priesterschaft Aj Q’uq’umatz.
Die Gefiederten Schlangen Kukulkan und Quetzalcoatl als Verwandte derselben Familie, dazu Ehecatl als aztekischer Windaspekt.
Der Name verbindet q’uq‘, den Quetzalvogel, mit kumatz, der Schlange: wörtlich Quetzalschlange, präziser als die gängige Übersetzung Gefiederte Schlange. Hauptquelle ist das Popol Vuh, ergänzend die Annalen der Kaqchikel. Ein möglicher Ursprungsraum ist das Tal von Mexiko; die Gestalt wurde entlehnt, mit lokalen Gottheiten wie Tohil verschmolzen und nahm Züge des klassischen Maya-Schöpfers Itzamna auf.
Im Popol Vuh treibt Ququmatz anfangs mit Tepeu im Urmeer. Gemeinsam sprechen sie Erde, worauf Land, Berge, Wälder und Tiere entstehen; die Menschen gelingen erst aus Mais, nachdem Schlamm und Holz gescheitert sind. Als mythischer Ahn des K’iche‘-Adels reicht seine Bedeutung bis in die politische Ordnung.
Nach der Eroberung wurde Ququmatz als spezifisch K’iche‘-Figur selten; heute ist er vor allem über das Popol Vuh und die oft unpräzise Gleichsetzung mit Kukulkan und Quetzalcoatl bekannt.
Religionswissenschaftlich ist Ququmatz eine wohlwollende Schöpfer- und Ahnengottheit. Wichtige Klarstellungen: Er ist nicht Quetzalcoatl, sondern eine eigenständige Gottheit derselben Familie, ebenso von Kukulkan zu unterscheiden. Gefiederte Schlange ist unpräzise, wörtlich heißt der Name Quetzalschlange. Und er erschafft nie allein, sondern stets im Paar mit Tepeu und im Zusammenwirken mit Hurakan.
Anders als bei Hurakan ist der Kult belegt: In der Hauptstadt Q’umarkaj stand ein Rundtempel für Ququmatz, zwischen den Tempeln von Tohil und Awilix, was seine Vermittlerrolle spiegelt; der kreisförmige Abdruck ist erhalten. Die Priesterschaft Aj Q’uq’umatz aus der Kaweq-Dynastie hatte hohen Rang, und König Kotujá trug den Gottesnamen als Titel. Ein gesondert belegtes Opferritual ist dagegen weniger klar dokumentiert als der Tempel- und Priesterbefund.
Ququmatz ist die K’iche‘-Version der gesamtmesoamerikanischen Gefiederten Schlange. Er ist nicht identisch mit dem yukatekischen Kukulkan oder dem aztekischen Quetzalcoatl, gehört aber demselben Traditionsstrang mit gemeinsamer älterer Ahnenlinie an; dessen Windaspekt Ehecatl zeigt, wie eng Schlange und Wind in Mesoamerika verbunden sind. Im Popol Vuh selbst ist Hurakan sein Gegenüber: Ququmatz die Quetzalschlange des Wassers mit belegtem Kult, Hurakan die kultisch kaum fassbare Blitz-Trias des Himmels.
Was bedeutet Ququmatz wörtlich?
Quetzalschlange, aus q’uq‘, Quetzalvogel, und kumatz, Schlange; die Übersetzung Gefiederte Schlange ist unpräzise.
Ist Ququmatz dasselbe wie Quetzalcoatl?
Nein. Es ist dieselbe Familie der Gefiederten Schlange, aber eine eigenständige K’iche‘-Gottheit.
Ist ein Kult belegt?
Ja. In Q’umarkaj stand ein Rundtempel mit eigener Priesterschaft.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als Gefiederte Schlange Maya-Guatemalas und Schöpfer im Popol Vuh steht Ququmatz für die freundliche Seite der Schöpfung: das Wort, das mit Tepeu gesprochen die Erde hervorruft, und ein Tempel, dessen runder Abdruck bis heute erhalten ist.
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