Hurakan ist Gott der Maya-Überlieferung.
Das Herz des Himmels: Sturm, Blitz und Schöpfung in einem. Der Steckbrief stellt die Blitz-Dreiheit vor, die Sturm und Schöpfung vereint.
Hurakan, das Herz des Himmels, ist der Sturm-, Wind- und Blitzgott der K’iche‘-Maya und eine Schöpfergottheit im Popol Vuh. Er wirkt bei allen Schöpfungsversuchen mit und veranlasst die große Flut über die undankbaren Holzmenschen.
Dabei ist Hurakan keine anthropomorphe Einzelfigur, sondern eine Trias von Blitz- und Sturmaspekten. Sein Name steht mittelbar hinter dem Wort Hurrikan, mit einem wichtigen Vorbehalt: Der direkte europäische Vorläufer ist das karibische Taíno-Wort.
Typ: Sturm-, Wind- und Blitzgott, Schöpfergestalt
Herkunft: Postklassische K’iche‘-Maya
Texte: Popol Vuh
Zeitraum: Postklassik, überliefert im kolonialzeitlichen Popol Vuh
Erscheinung: keine Einzelfigur, sondern eine Blitz-Trias
Die Gestalt gehört der postklassischen K’iche‘-Maya-Kultur an; die Hauptquelle ist das Popol Vuh, das heilige Buch der K’iche‘.
Das Hochland von Guatemala, der Kernraum der K’iche‘-Maya und der Schauplatz des Popol Vuh.
Die Quellenlage ist gut, beruht aber im Kern auf einem einzigen Text: dem Popol Vuh mit seinen Schöpfungserzählungen.
K’iche‘: Der Name wird als Jun Raqan verstanden, ein Bein oder einbeinig, ikonografisch verbunden mit dem einbeinigen Blitzgott K’awiil; Tedlocks Gewährsleute deuten raqan auch als Zählwort für Belebtes, sodass ein Bein auch einzigartig bedeuten könnte. Der direkte europäische Vorläufer des Worts Hurrikan ist das karibische Taíno-Wort hurakán; ob Maya-Name und Taíno-Wort denselben Ursprung teilen, ist wissenschaftlich umstritten.
Erscheinung
Hurakan ist keine anthropomorphe Einzelfigur, sondern eine Trias von Blitz- und Sturmaspekten unter dem Titel Herz des Himmels: Caculhá Huracán, der große Donnerblitz, Chipi-Caculhá, der kleinste Blitz oder Funke, und Raxa-Caculhá, der grüne oder plötzliche Blitz. Die Ikonografie ist die des Blitzes, ein Bein vom Himmel zur Erde.
Wirkung
Als Herz des Himmels ist Hurakan an allen drei Schöpfungsversuchen beteiligt und ruft gemeinsam mit Ququmatz und Tepeu wiederholt Erde. Er veranlasst die große Flut zur Vernichtung der undankbaren Holzmenschen, deren Überlebende zu Affen werden; erst die Maismenschen gelingen.
Die wichtigsten Aspekte des Herzens des Himmels auf einen Blick.
Schöpfer- und Sturmgestalt der K’iche‘-Maya im Popol Vuh, ikonografisch verbunden mit dem einbeinigen Blitzgott K’awiil.
Den Schöpfungsmythos: Hurakan wirkt an allen Schöpfungsversuchen mit, von den Tieren über Schlamm und Holz bis zu den Maismenschen.
Keine Einzelfigur, sondern die Blitz-Trias Caculhá Huracán, Chipi-Caculhá und Raxa-Caculhá; das Bild ist der Blitz als ein Bein vom Himmel zur Erde.
Sturm, Wind und Blitz sowie die Schöpfung; im Strafgericht veranlasst Hurakan die große Flut über die Holzmenschen.
Kaum fassbar: Für Hurakan als eigenständige Kultfigur gibt es kaum archäologisch belegte Kultstätten oder dokumentierte Opferriten.
Guabancex in der Karibik, dazu K’awiil, Cocijo und Tohil; als Himmelsmacht ähnelt er Tezcatlipoca.
Der Name Hurakan wird als K’iche‘ Jun Raqan verstanden, ein Bein oder einbeinig, was ikonografisch zum einbeinigen Blitzgott K’awiil passt: Der Blitz ist das eine Bein, das vom Himmel zur Erde reicht. Tedlocks Gewährsleute deuten raqan auch als Zählwort für Belebtes, sodass der Name ebenso einzigartig bedeuten könnte. Hauptquelle ist das Popol Vuh.
Dort ist Hurakan das Herz des Himmels und an allen drei Schöpfungsversuchen beteiligt: Gemeinsam mit Ququmatz und Tepeu ruft er wiederholt Erde. Die undankbaren Holzmenschen vernichtet er durch die große Flut, ihre Überlebenden werden zu Affen; erst die Menschen aus Mais gelingen.
Hurakan ist mittelbarer Namensgeber des Worts Hurrikan, mit dem entscheidenden Vorbehalt: Der direkte europäische Vorläufer ist das karibische Taíno-Wort hurakán, und ob Maya-Name und Taíno-Wort denselben Ursprung teilen, ist wissenschaftlich umstritten. In der Populärkultur ist er breit präsent; das Popol Vuh ist die Grundlage seiner Bekanntheit.
Religionswissenschaftlich ist Hurakan eine rein mythologische Schöpferfigur, kein Dämon; das Straf- und Flutmotiv ist erzählerisch. Wichtige Klarstellungen: Er ist nicht der direkte Namensgeber des Worts Hurrikan, der direkte Vorläufer ist das karibische Wort. Er ist kein einzelner Gott, sondern eine Dreiheit. Und Jun Raqan bedeutet wörtlich ein Bein, möglich aber auch einzigartig.
Für Hurakan als eigenständige Kultfigur gibt es kaum archäologisch fassbare Kultstätten oder belegte Opferriten; er ist primär eine literarisch-mythologische Schöpfergestalt. Die verwandte Blitzgott-Ikonografie K’awiil ist in der Klassik breit belegt, aber nicht identisch mit einem dokumentierten Huracan-Kult. Konkrete Riten lassen sich daher nicht behaupten; der Umgang mit Hurakan ist der Umgang mit einem Text, dem Popol Vuh.
Hurakan ist mit dem yukatekischen K’awiil oder Bolon Tzacab, dem zapotekischen Cocijo und dem K’iche‘-Gott Tohil verwandt; als Himmelsmacht ähnelt er dem aztekischen Tezcatlipoca. Im Popol Vuh selbst steht ihm Ququmatz zur Seite, doch bleiben beide klar geschieden: Hurakan ist die Blitz-Trias des Himmels, Ququmatz die Quetzalschlange mit belegtem Tempelkult. In der Karibik entspricht ihm die Taíno-Sturmgestalt Guabancex, wobei die Verbindung der Namen umstritten ist.
Was bedeutet Herz des Himmels?
Es ist der Titel Hurakans als Schöpfer- und Blitzmacht, unter dem er als Trias von Blitzaspekten wirkt.
Stammt das Wort Hurrikan von ihm?
Nur mittelbar. Der direkte Vorläufer ist das karibische Taíno-Wort; ein gemeinsamer Ursprung ist umstritten.
Ist Hurakan eine einzelne Gestalt?
Nein. Er ist eine Dreiheit aus drei Blitzaspekten.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als Herz des Himmels ist Hurakan der Maya Sturmgott des Popol Vuh: keine Einzelgestalt, sondern eine Dreiheit aus Blitzen, die die Welt erschuf, die Flut schickte und ihren Namen bis in unser Wetterwort weitergereicht hat.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
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