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Brownie, der nächtliche Helfer der schottischen Höfe

Der Brownie ist Geist der schottischen Überlieferung.

Er arbeitet nachts für eine Schale Sahne; Kleidung vertreibt ihn. Als nächtlicher Helfer der Höfe Schottlands verrichtet der Brownie stille Arbeit für eine Gegenleistung.

Inhaltsverzeichnis

Brownie, der Hausgeist Schottlands
Brownie

Der Brownie ist der schottisch-englische Hausgeist und der Prototyp einer ganzen Familie britischer Hausgeister. Nachts, wenn das Haus schläft, kehrt, buttert und drischt er und sichert so den Wohlstand von Haus und Hof; als Gegengabe erwartet er nicht mehr als eine Schale Sahne am Herd.

Sein Name bedeutet schlicht der Braune, nach der braunen Haut und dem braunen Haar. Bezeugt ist das Wort seit dem frühen 16. Jahrhundert in den schottischen Lowlands; Reginald Scot nennt den Brownie 1584, König Jakob VI. reiht ihn 1597 unter die Dämonen ein. Ein Kleidergeschenk lässt ihn für immer verschwinden.

Auf einen Blick: Brownie

Typ: Hausgeist, Prototyp der britischen Hausgeister
Herkunft: Lowland-Schottland und Grenzland, Belege ab 1584
Texte: Reginald Scot (1584), Daemonologie Jakobs VI. (1597), Briggs
Zeitraum: frühes 16. Jahrhundert bis in die neuzeitliche Folklore
Erscheinung: braunhäutig, behaart, oft nasenlos

Herkunftsraum und Quellen

Zeitraum der Texte

Das Wort erscheint erstmals im frühen 16. Jahrhundert in den schottischen Lowlands und im Grenzland; Reginald Scot nennt den Brownie 1584 in The Discoverie of Witchcraft, König Jakob VI. 1597 in seiner Daemonologie.

Verbreitungsraum

Schottland und Nordengland, mit Schwerpunkt in den Lowlands und im Grenzland. Meist wirkt nur ein einziger Brownie je Hof.

Quellenlage

Sehr gut: die frühen Nennungen bei Scot und Jakob VI. sowie die volkskundlichen Sammlungen, allen voran Katharine Briggs.

Name und Varianten

Scots/Englisch: brownie, der Braune, nach der braunen Haut und dem braunen Haar des Wesens. Der Highland-ùruisg ist ein verwandtes, aber etymologisch eigenständiges Wesen.

Erscheinung und Verhalten

Erscheinung

Der Brownie ist braunhäutig, behaart, oft klein und rundlich, nackt oder in Lumpen. In der ältesten Überlieferung war er menschengroß oder größer; das winzige Elflein ist eine spätere Entwicklung des 19. Jahrhunderts. Regional fehlt ihm in den Lowlands die Nase, in Aberdeenshire fehlen Finger und Zehen.

Wirkung

Nachts kehrt, buttert und drischt der Brownie und sichert den Wohlstand des Hauses. Er ist gutartig, aber launisch: Faule Dienstboten kneift er im Schlaf, und Kränkung verwandelt ihn in einen lärmenden Geist. Sein Kern ist der ortsgebundene, hilfreiche Hausgeist.

Steckbrief: Brownie

Die wichtigsten Aspekte des Hausgeists auf einen Blick.

Kulturkontext

Hausgeist der schottischen Lowlands und Nordenglands, seit 1584 schriftlich bezeugt; das Urbild der britischen Hausgeist-Familie.

Zuständig für

Haus und Hof: Der Brownie kehrt, buttert und drischt bei Nacht und sichert den Wohlstand; meist gehört nur ein Brownie zu einem Hof.

Darstellung

Braunhäutig und behaart, oft klein und rundlich, nackt oder in Lumpen; regional ohne Nase oder ohne Finger und Zehen.

Funktion

Nächtliche Hausarbeit im Tausch gegen eine Schale Sahne; faule Dienstboten kneift er im Schlaf, Kränkung macht ihn zum Lärmgeist.

Umgang

Eine Schale Sahne oder Milch am Herd, auch Brei oder ein kleiner Kuchen. Kleidung, Benennen, Zusehen oder Kritik vertreiben ihn.

Verwandtes

Hob, Hobgoblin und Lob Lie-by-the-Fire als engste Verwandte; daneben Nisse, Tomte und der slawische Domovoi.

Vom Braunen der Lowlands in die Daemonologie

Der Name bedeutet der Braune, nach der braunen Haut und dem braunen Haar. Das Wort erscheint erstmals im frühen 16. Jahrhundert in den schottischen Lowlands und im Grenzland. Reginald Scot nennt den Brownie 1584 in The Discoverie of Witchcraft, und König Jakob VI. reiht ihn 1597 in seiner Daemonologie unter die Dämonen ein, ein frühes Zeugnis dafür, wie die gelehrte Dämonologie den Hausgeist des Volksglaubens deutete.

Vom Brownie zu unterscheiden ist der Highland-ùruisg, ein verwandtes, aber etymologisch eigenständiges Wesen. Auch die Gestalt hat sich gewandelt: In der ältesten Überlieferung war der Brownie menschengroß oder größer; das winzige Elflein der populären Vorstellung ist erst im 19. Jahrhundert entstanden.

Von Milton bis Kodak: die Nachwirkung

Miltons drudging goblin in L’Allegro ist ein Brownie in allem außer dem Namen. James Hogg schrieb The Brownie of Bodsbeck (1818), Juliana Horatia Ewing 1865 The Brownies, woraus der Name der jüngsten Pfadfinderinnen stammt; Palmer Cox‘ Brownies wurden Namensgeber der Kodak-Kamera. Die Hauselfen bei J. K. Rowling übernehmen das Kleider-Motiv.

Religionswissenschaftlich ist der Brownie ein gutartiger Hausschutzgeist mit starkem Bezug zum Ahnen- und Herdkult. Wichtige Klarstellungen: Er war ursprünglich menschengroß, nicht winzig. Die Gleichung Boggart gleich verdorbener Brownie ist modern, nicht traditionell. Und warum das Kleidergeschenk ihn vertreibt, bleibt in den Quellen umstritten.

Sahne am Herd: der richtige Umgang

Der Haushalt legt dem Brownie am Herd eine Schale Sahne oder Milch bereit, auch Brei oder einen kleinen Kuchen. Schon die falsche Art der Gabe kann ihn vertreiben. Ein Kleidergeschenk beendet seinen Dienst endgültig; die Deutungen dazu widersprechen sich in den Quellen, von Beleidigung über Stolz bis zur Erlösung aus dem Dienst, wie beim Cauld Lad of Hilton. Auch ihn zu benennen, ihm zuzusehen oder seine Arbeit zu kritisieren vertreibt ihn.

Die Familie der britischen Hausgeister

Der Brownie ist der Prototyp von Hobgoblin, Hob, Lob Lie-by-the-Fire und dem manxischen Fenodyree; sein böses Gegenstück ist der Boggart. Verwandt sind der walisische Bwbach, der Highland-ùruisg und Gruagach, der skandinavische Nisse und Tomte, der slawische Domovoi und die römischen Laren. Anders als die ortsfesten Laren ist der Brownie beweglich und kann gehen.

Häufige Fragen zum Brownie

Was ist ein Brownie?

Der schottisch-englische Hausgeist und Prototyp der britischen Hausgeister. Er verrichtet nachts Hausarbeit im Tausch gegen eine Schale Sahne am Herd.

Warum vertreibt ihn ein Kleidergeschenk?

Das ist umstritten. Die Quellen überliefern widersprüchliche Deutungen: Beleidigung, Stolz oder die Erlösung aus dem Dienst, wie beim Cauld Lad of Hilton.

War der Brownie immer winzig?

Nein. Ursprünglich war er menschengroß oder größer; das kleine Elflein ist eine spätere Vorstellung des 19. Jahrhunderts.

Weiterführende Verlinkungen

Empfohlene interne Links:

Literatur (Auswahl)

Eine Auswahl zentraler Quellen und Studien:

  • Briggs, Katharine M.: A Dictionary of Fairies. London 1976.
  • Scot, Reginald: The Discoverie of Witchcraft. London 1584.
  • Simpson, Jacqueline / Roud, Steve: A Dictionary of English Folklore. Oxford 2000.

Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.

Als schottischer Hausgeist ist der Brownie zum Urbild einer ganzen Wesensfamilie geworden, und die englischsprachige brownie folklore hat Spuren weit über die Volkskunde hinaus hinterlassen, von Miltons drudging goblin bis zu den Brownies der Pfadfinderinnen.

Einordnung & Schutz

IISTUFE
Der Schutz-Kompass ordnet dieses Wesen der Einwirkungsstufe II zu – Spürbare Einwirkung.

Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:

Im Schutz-Kompass vergleichen →

Empfohlene Schutzmittel

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Das einfachste Schutzmittel dieser Sammlung: 41 Schichten aus Echtgold 999, Platin, Silber und Silizium, gefertigt in Ruhla/Thüringen. Muss nicht aktiviert werden, ist an keine Person gebunden und wirkt im Umkreis von rund 50 Metern, auch ohne getragen zu werden.

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