Menshen sind die Türgötter der chinesischen Volksreligion. Ihre Schutzbilder werden paarweise auf die beiden Flügel der Haustür geklebt. Als Wächter der Schwelle sollen sie schädliche Geister und Unheil vom Haus fernhalten.
Menshen sind die Türgötter der Volksreligion Chinas. Das chinesische Wort, das ihnen zugrunde liegt, bedeutet so viel wie Götter der Tür.
Die Menshen sind keine einzelne Gottheit, sondern eine Gruppe von Schutzgestalten, die der Tür zugeordnet sind. Verschiedene Gestalten können die Aufgabe der Türgötter übernehmen.
In der Praxis erscheinen die Türgötter vor allem als Bilder. Diese Bilder werden auf die beiden Flügel der Haustür geklebt, je eine Gestalt auf jeden Flügel.
Die Aufgabe der Menshen ist der Schutz der Schwelle. Als Wächter der Tür sollen sie verhindern, dass schädliche Geister und Unheil das Haus betreten.
In der Religionswissenschaft sind die Menshen ein gutes Beispiel für den Schutz der Schwelle. Die Tür ist die Grenze zwischen außen und innen, und sie wird durch eigene Schutzgestalten gesichert.
Diese Seite stellt die Menshen als Türschutz dar. Sie beschreibt ihre Herkunft, ihre Gestalt und ihren Gebrauch und ordnet sie in die Schutztradition Chinas ein.
Die Menshen lassen sich nur verstehen, wenn man die Bedeutung der Tür kennt. Die Tür ist mehr als ein bloßer Durchgang.
Die Tür ist die Grenze zwischen dem Außen und dem Innen, zwischen der Welt draußen und dem geschützten Raum des Hauses. An dieser Grenze entscheidet sich, wer und was in das Haus gelangt.
Gerade an dieser Stelle galt das Haus als verletzlich. Wo etwas eintreten kann, kann auch das Unheil eintreten. Die Schwelle ist darum eine Stelle, die besonderen Schutzes bedarf.
Dieser Gedanke ist nicht auf China beschränkt. Viele Kulturen kennen einen eigenen Schutz der Tür und der Schwelle, durch Zeichen, durch Gegenstände oder durch Schutzgestalten.
In China hat sich dieser Schutz der Schwelle besonders reich ausgeformt. Neben den Menshen gehören dazu auch Talismane an der Tür, Schutzsprüche und weitere Zeichen.
Die Menshen sind die wichtigste Form dieses Türschutzes. Als Götter der Tür sind sie eigens dafür da, die verletzliche Schwelle des Hauses zu bewachen und zu sichern.
Die Vorstellung von Schutzgestalten an der Tür ist in China alt. Schon früh kannte die chinesische Überlieferung Gestalten, die der Tür zugeordnet waren.
Eine frühe Überlieferung berichtet von zwei Gestalten, die schädliche Geister bewachten und unschädlich machten. Ihre Bilder oder Namen wurden an der Tür angebracht, um das Haus zu schützen.
Im Lauf der Zeit traten weitere Gestalten als Türgötter hinzu. Häufig wurden geschichtliche oder sagenhafte Personen, die für ihre Tapferkeit bekannt waren, zu Türgöttern.
Eine bekannte Überlieferung verbindet ein Paar von Türgöttern mit zwei tapferen Feldherren. Sie sollen einem Herrscher als Wächter gedient haben, und ihre Bilder an der Tür sollten den Schlaf des Herrschers sichern.
Solche Überlieferungen zeigen ein Grundmuster. Wer im Leben als tapferer Wächter galt, konnte nach seinem Tod zum Türgott werden und das Haus an der Schwelle bewachen.
Die Menshen sind damit aus mehreren Wurzeln gewachsen. Alte Vorstellungen von Geisterwächtern und die Verehrung tapferer geschichtlicher Gestalten flossen zu der Vorstellung von den Türgöttern zusammen.
Die Menshen erscheinen vor allem als Bilder. Diese Türgottbilder haben eine kennzeichnende Gestalt.
Die Türgötter werden meist als kraftvolle Krieger dargestellt. Sie tragen Rüstung und Waffen und stehen in einer wehrhaften, machtvollen Haltung.
Ihr Aussehen ist eindrucksvoll und mitunter furchterregend. Mit ernster Miene, kräftigen Zügen und manchmal mit langem Bart sollen sie schädlichen Geistern Furcht einflößen.
Die Bilder sind farbig und reich gestaltet. Kräftige Farben, vor allem Rot, und ein üppiger Schmuck der Gewänder und Rüstungen kennzeichnen die Darstellungen.
Die Türgötter erscheinen stets als Paar. Auf jeden der beiden Türflügel wird eine Gestalt geklebt, und die beiden Gestalten sind häufig einander zugewandt oder spiegelbildlich gestaltet.
Diese Gestalt der Türgottbilder, das wehrhafte Kriegerpaar in kräftigen Farben, ist über lange Zeit gewachsen. Sie verbindet die abschreckende Wirkung der wehrhaften Gestalt mit dem festlichen Schmuck der Haustür.
Die Menshen sind eng mit dem chinesischen Jahreslauf verbunden, besonders mit dem Neujahrsfest. Das Anbringen der Türgottbilder gehört zu den Bräuchen des Jahreswechsels.
Zum chinesischen Neujahr wird das Haus geschmückt und für das neue Jahr bereitet. Zu diesem Schmuck gehören die Bilder der Türgötter, die auf die Haustür geklebt werden.
Häufig werden die Bilder zum Jahreswechsel erneuert. Die alten Bilder des vergangenen Jahres werden durch frische Bilder ersetzt, damit das neue Jahr unter einem frischen Schutz beginnt.
Neben den Türgottbildern werden zum Neujahr auch andere Schutz- und Glückszeichen an der Tür angebracht. Dazu gehören Schriftbänder mit Glücksversen und weitere Zeichen.
Damit gehören die Menshen zu den Bräuchen, die den Jahreswechsel begleiten. Das Anbringen der Bilder ist ein wiederkehrender, festlicher Vorgang.
Diese Verbindung mit dem Jahreslauf gibt den Menshen einen festen Platz im Leben. Sie sind nicht nur Schutzbilder, sondern auch ein vertrauter Bestandteil der Festkultur Chinas.
Die Aufgabe der Menshen ist die eines Wächters. Sie stehen an der Tür wie Wächter am Tor und kontrollieren, wer und was eintritt.
Die Schutzwirkung der Türgötter beruht auf ihrer wehrhaften Erscheinung. Als kraftvolle, bewaffnete Krieger sollen sie schädlichen Geistern Furcht einflößen und sie von der Tür fernhalten.
Damit gehören die Menshen zu den abwehrenden Schutzmitteln. Sie wirken durch ihre eindrucksvolle, mitunter furchterregende Gestalt, die das Böse abschreckt.
Zugleich sind die Türgötter Gestalten der Verehrung. Sie sind Götter der Volksreligion, denen sich der Mensch im Vertrauen auf ihren Schutz zuwendet.
In dieser Doppelheit gleichen die Menshen den Torwächtern und Schwellenwächtern anderer Kulturen. Vielerorts wird der Eingang durch wehrhafte Wächtergestalten geschützt.
Die Menshen sind die chinesische Ausprägung dieses Schwellenwächters. Als Götter der Tür verbinden sie die abschreckende Wache mit der Verehrung, die einer schützenden Gottheit gilt.
Die Menshen sind nicht das einzige Schutzmittel der chinesischen Haustür. Die Tür wurde durch eine Reihe von Zeichen und Gegenständen gesichert.
Zu diesen weiteren Türschutzmitteln gehört der Bagua-Spiegel, der häufig über der Tür angebracht wird. Auf der Seite zum Bagua-Spiegel ist dieses Schutzmittel näher dargestellt.
Ebenso gehören Schriftbänder mit Glücksversen zu den Türschutzmitteln. Sie werden zu beiden Seiten der Tür angebracht und verbinden den Schutz mit dem Wunsch nach einem guten Jahr.
Auch der Fu-Talisman, der daoistische Papiertalisman, wird an der Tür angebracht. Er gehört zu den geschriebenen Schutzmitteln der Schwelle.
Häufig werden mehrere dieser Mittel gemeinsam verwendet. Eine Haustür kann zugleich die Türgottbilder auf den Flügeln, einen Spiegel darüber und Schriftbänder an den Seiten tragen.
Die Menshen sind innerhalb dieser Mittel die wichtigste Form. Während Spiegel und Talisman vor allem Zeichen und Gegenstände sind, sind die Türgötter Schutzgestalten, denen die Wache der Schwelle eigens anvertraut ist.
Die Menshen lassen sich im größeren Zusammenhang des Schwellenschutzes betrachten. Der Schutz der Tür ist ein verbreiteter Gedanke, der in vielen Kulturen begegnet.
Zahlreiche Kulturen kennen einen eigenen Schutz der Tür und der Schwelle. Sie verwenden dafür Zeichen, Gegenstände oder Schutzgestalten, die am Eingang angebracht werden.
Häufig sind es wehrhafte Wächtergestalten, die den Eingang sichern. An Tempeln, Palästen und Häusern stehen vielerorts machtvolle Wächterfiguren zu beiden Seiten des Tores.
Die Menshen gehören zu dieser Gruppe der Schwellenwächter. Sie sichern die Haustür, wie anderswo Wächterfiguren oder Schutzzeichen den Eingang sichern.
Das Besondere an den Menshen ist ihre Form. Sie sind nicht plastische Figuren, sondern gedruckte oder gemalte Bilder, die paarweise auf die Türflügel geklebt werden.
Die Menshen sind damit die chinesische Ausprägung des Schwellenschutzes. Sie verbinden den verbreiteten Gedanken vom Wächter der Schwelle mit der eigenen chinesischen Form des paarweisen Türgottbildes.
Die Menshen sind bis in die Gegenwart ein lebendiger Bestandteil der chinesischen Kultur. Besonders zum Neujahrsfest sind die Türgottbilder an vielen Haustüren zu sehen.
Die Bilder werden heute in großer Zahl gedruckt und verkauft. Zum Jahreswechsel werden sie erworben und auf die Haustüren geklebt, in China und in den chinesischen Gemeinschaften überall in der Welt.
Die Türgottbilder sind zugleich ein Gegenstand der chinesischen Volkskunst. Der traditionelle Holzschnitt, mit dem die Bilder hergestellt wurden, ist eine eigene, geschätzte Kunstform.
Für die Religionswissenschaft sind die Menshen ein aufschlussreiches Beispiel. Sie zeigen, wie der Schutz der Schwelle, die Verehrung von Schutzgestalten und die Festkultur des Jahreswechsels miteinander verbunden sind.
Eine sachliche Darstellung benennt die Menshen als das, was sie sind, Schutzgestalten der chinesischen Volksreligion, deren Bilder die Haustür bewachen und das Unheil von der Schwelle fernhalten sollen.
Die Menshen sind damit ein eindrückliches Beispiel für einen chinesischen Türschutz. In ihnen verbinden sich die Verehrung tapferer Wächtergestalten, der Schutz der verletzlichen Schwelle und der festliche Schmuck der Haustür zum Jahreswechsel.
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