Loreley ist Geist der germanischen/nordischen Tradition.
Eine Dichter-Sage, die 1801 einen Fels berühmt machte. Der Steckbrief macht deutlich, dass ein Dichter die Sage 1801 erfand, ehe der Fels zum Mythos wurde. Als Sagengestalt des Rheins bleibt die Loreley bis heute bekannt.
Die Loreley ist die berühmteste Wasserfrau des Rheins und ein Sonderfall: Ihre Sage stammt nicht aus altem Volksglauben, sondern wurde 1801 von Brentano erfunden, durch Heine weltbekannt. Der gleichnamige Fels lieferte mit Echo und Fahrrinne Stoff und Bühne.
Typ: literarische Wasserfrau, Kunstsage
Herkunft: Mittelrhein bei St. Goarshausen
Texte: Brentano 1801, Heine 1824, Silcher 1837
Zeitraum: Frauengestalt seit 1801
Erscheinung: schöne Frau auf dem Felsen, goldenes Haar und Kamm
Der Felsname ist seit dem Mittelalter belegt, die Frauengestalt entstand erst 1801 durch Brentano, geprägt durch Heine 1824 und Silcher 1837.
Schauplatz ist der Mittelrhein bei St. Goarshausen, wo der Felsen die reale Bühne der Dichtung bildet.
Literarisch dicht, volkskundlich dünn: eine Kunstsage ohne ältere Frauengestalt am Felsen.
Rheinisch: Ley, keltisch, bezeichnet den Schieferfels; der erste Teil vermutlich mittelhochdeutsch luren, lauern. Gesichert ist die Deutung nicht.
Erscheinung
Heines Strophen legten das Bild fest: goldenes Haar, goldener Kamm, Gesang von wundersamer Melodei.
Wirkung
Ablenkung, nicht Angriff: Der Schiffer blickt zur Singenden statt auf die Klippen.
Die wichtigsten Aspekte der Felsen-Sage auf einen Blick.
Kunstsage der Rheinromantik, nicht aus altem Volksglauben überliefert.
Rheinschiffer an der gefährlichen Engstelle beim Felsen.
Schöne Frau auf dem Felsen, goldenes Haar und Kamm, Gesang.
Der Fels heißt seit dem Mittelalter Lurlaberch; Ley, keltisch, meint den Fels selbst. Eine Frauengestalt kannte diese Überlieferung nicht: Sie ist Brentanos Werk von 1801. Heine gab ihr 1824 die Gestalt, Silcher 1837 das Volkslied.
Nach Brentano griffen Eichendorff und andere den Stoff auf, ehe Heine ihm die kanonische Form gab; der Fels gehört heute zum Welterbe Mittelrheintal. Für uralte Wurzeln der Frauengestalt gibt es keine Quellen.
Gegen die Loreley selbst gibt es keine Abwehrbräuche, da die Gestalt aus der Dichtung stammt. Quellenfest: der heilige Goar, Gebet, Glockenzeichen; dazu Weihwasser, Amulett und Salz.
Ist die Loreley eine echte Volkssage?
Im strengen Sinn nein: Brentano erdichtete die Frauengestalt um 1800, erst später galt sie als Volksüberlieferung.
Was bedeutet der Name?
Ley bezeichnet den Schieferfels, vermutlich zu mittelhochdeutsch luren, lauern.
Interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als Loreley Sage bekannt, bleibt die Geschichte untrennbar mit dem Loreley Felsen verbunden: eine Kunstsage von 1801, die den Ort erst berühmt machte, nicht umgekehrt.
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