Oshun und der Honigfluss von Osogbo
Von Ralf Ittermann · zuletzt geprüft am
Oshun ist eine Göttin der Yoruba-Tradition.
Herrin des Süßwassers, die mit Honig Liebe stiftet. Der Steckbrief widmet sich dem Honigfluss von Osogbo, an dem Oshuns Verehrung bis heute lebendig bleibt.
Oshun ist die Orisha des Süßwassers und der Liebe bei den Yoruba, zugleich der Fluss Osun in Südwest-Nigeria; ihr Hain bei Osogbo ist seit 2005 UNESCO-Welterbe.
Im Ifá-Korpus die einzige Frau unter siebzehn Orisha, verehrt in der Diaspora als Ochún und Oxum.
Typ: Orisha des Süßwassers und der Liebe
Herkunft: Yoruba, Fluss Osun
Texte: Ifá-Korpus, ab 19. Jh. dokumentiert
Zeitraum: mündlich, bis heute lebendig
Erscheinung: Frau in Gelb und Gold, Honig
Quellenkontext
Zeitraum der Texte
Mündlich im Ifá-Korpus, ethnografisch dokumentiert seit dem 19. Jahrhundert, bis heute im Fest von Osogbo lebendig.
Verbreitungsraum
Südwest-Nigeria am Fluss Osun, dazu die Diaspora in Kuba und Brasilien.
Belegdichte
Gut: Ethnografie und Diaspora-Studien, etwa die Monografie von Badejo.
Name und Varianten
Yoruba: Oshun benennt zugleich die Göttin und den Fluss; die Diaspora kennt sie als Ochún und Oxum.
Gelb, Gold und Honig
Erscheinung
Junge Frau in Gelb und Gold, mit Messingreifen, Spiegel und einem Gefäß Honig.
Wirkung
Der Fluss ist ihre sichtbare Gestalt; ihr Unmut zeigt sich als ausbleibender Regen.
Steckbrief: Oshun
Die wichtigsten Punkte im Überblick.
Yoruba-Religion Südwest-Nigerias, in Kuba und Brasilien fortlebend.
Süßwasser, Liebe und Fruchtbarkeit, angerufen von Frauen und Händlerinnen.
Junge Frau in Gelb und Gold, Messingschmuck, Spiegel und Fächer.
Stiftet Liebe und Handel; ihr Zorn bleibt Regen aus.
Flussbäder, gelbe Perlenketten und das jährliche Fest in Osogbo.
Der Bund von Osogbo
Oshun ist untrennbar mit dem Fluss Osun verbunden: Siedler rodeten dort, bis die Göttin sich meldete und einen Platz sowie jährliche Opfer vereinbarte, Ursprung des Festes von Osogbo.
Im Ifá-Korpus gelang das Werk der Orisha erst durch Oshun; mit dem Sklavenhandel zog ihr Kult in die Amerikas.
Welterbe und Popkultur
Der Hain von Osogbo wurde 2005 UNESCO-Welterbe; Susanne Wenger bewahrte ihn vor Rodung. Das Fest zieht Hunderttausende an, Beyoncés Lemonade wurde als Ochún-Anspielung gelesen.
Religionswissenschaftlich liest die Forschung die übergangene Orisha als Aussage über weibliche Macht.
Perlenketten und Flusstabus
Die Traditionen schützen die Beziehung, nicht vor der Göttin: gelbe Perlenketten und ein Amulett als Zeichen, Honig kostet man vorab selbst. Weihwasser begleitet Flussbäder, Salz dient der Reinigung; Fischfang und Baumfällen sind im Hain untersagt.
Liebesgöttinnen im Vergleich
Häufige Fragen zu Oshun
Was ist der heilige Hain von Osogbo?
Ein Waldstück am Fluss Osun, seit 2005 UNESCO-Welterbe.
Sind Oshun, Ochún und Oxum dieselbe Orisha?
Ja, die nigerianische, kubanische und brasilianische Form derselben Flussgöttin.
Literatur (Auswahl)
Mehr im Literaturverzeichnis.
Als Orisha Oshun bleibt sie überall dieselbe Flussgöttin: Wer nach Osun Osogbo fragt, sucht den Ort, an dem Süßwasser und Liebe eins werden.





