Pania, die Meeresfrau, die ins Meer zurückkehren musste
Von Ralf Ittermann · zuletzt geprüft am
Pania ist ein Geist der Māori-Tradition.
Die schöne Meeresfrau, die ins Meer zurückkehren musste. Pania zählt zu den bekanntesten Gestalten der Māori-Sagen.
Pania, Pania vom Riff, ist die schöne Meeresfrau der Māori-Sage von Hawke’s Bay, die Karitoki liebte und heimlich heiratete.
Gekochte Speise durchbrach das Tabu zwischen Menschen- und Meereswelt; sie musste ins Meer zurück, ihr Sohn Moremore wurde zum Taniwha und Wächter der Gewässer um Napier.
Typ: Meeresfrau, wohlwollende Riff-Gestalt
Herkunft: mündliche Māori-Überlieferung
Texte: Orbell
Zeitraum: schriftlich fixiert im 20. Jh.
Erscheinung: junge Meeresfrau, meerjungfrauenartig
Überlieferungskontext
Zeitraum der Texte
Mündliche Māori-Überlieferung; die schriftliche Fixierung ist relativ jung, aus dem 20. Jahrhundert.
Verbreitungsraum
Neuseeland, Hawke’s Bay bei Napier; das Pania-Riff trägt ihren Namen.
Quellenlage
Gut für eine lokale Sage: Orbell und lokale Überlieferungen von Napier.
Name und Varianten
Māori: Pania, auch Pania vom Riff genannt, benennt zugleich die Sagengestalt und das Riff vor Napier.
Erscheinung und Bedeutung
Erscheinung
Pania erscheint als schöne junge Meeresfrau, meerjungfrauenartig wie die Statue an der Marine Parade.
Wirkung
Keine Bedrohung; als kaitiaki verkörpert sie die Grenze der Welten, fortgeführt von Moremore als Taniwha.
Steckbrief: Pania
Die wichtigsten Aspekte auf einen Blick.
Lokale Māori-Sage, die das Pania-Riff und den Wächter-Taniwha Moremore erklärt.
Das Riff vor Napier; Sohn Moremore gilt als dessen Wächter, als Hai, Rochen oder Oktopus.
Schöne junge Meeresfrau, seit der Statue von 1954 meerjungfrauenartig dargestellt.
Keine Bedrohung; ihre Geschichte markiert die Grenze zwischen Menschen- und Meereswelt.
Kein Abwehrritus überliefert; zentral ist die Achtung des Tabus zwischen den Welten.
Mutter des Taniwha Moremore, mit dem Seeungeheuer Marakihau verbunden, aber ohne dessen Gefahr.
Die Liebe zu Karitoki und das Tabu der gekochten Speise
Pania traf Karitoki, Sohn eines Häuptlings, an einem Bach bei Napier; beide heirateten heimlich, doch musste sie jeden Morgen der See folgen.
Um sie zu binden, legte Karitoki ihr gekochte Speise in den Mund; die Eule Ruru warnte, und Pania floh ins Meer, denn dies durchbrach das Tabu. Ihr Kind wurde zum Taniwha Moremore.
Wahrzeichen von Napier
Pania ist ein Wahrzeichen Napiers: Die Statue Pania of the Reef wurde 1954 an der Marine Parade enthüllt, Modell war Mei Robin, ausgeführt in Carrara.
Religionswissenschaftlich ist sie eine lokale Ätiologie-Sage um das Pania-Riff und den Schutz-Taniwha Moremore.
Die Grenze der Welten statt Abwehr
Ein Abwehr- oder Schutzritus ist nicht überliefert, da von Pania keine Bedrohung ausgeht. Zentral ist das Tabu der gekochten Speise. Mit ihrer Sage verbunden sind Amulett, Weihwasser und Salz.
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Häufige Fragen zu Pania
Warum musste Pania gehen?
Gekochte Nahrung im Mund durchbrach das Tabu zwischen den Welten; damit war sie endgültig geschieden.
Wer ist Moremore?
Ihr Sohn, der zum Taniwha und Wächter der Gewässer um Napier wurde.
Literatur (Auswahl)
Mehr im Literaturverzeichnis.
Als Pania vom Riff bleibt sie in Neuseeland die vertraute Maori-Meeresfrau, deren Liebe zu einem Sterblichen an der Grenze zwischen Land und Meer scheiterte.





