Pillán ist Geist der Mapuche-Überlieferung.
Erhöhte Ahnen, wirkend in Donner, Blitz und Vulkanfeuer. Bei den Mapuche erscheint Pillán als Feuer- und Donnergeist, dessen Wirkungsbereich der folgende Abschnitt umreißt.
Pillán, auch Pillan geschrieben, ist eine zentrale Größe der Mapuche-Religion: ein Geist des Feuers, des Donners und der Vulkane. Die pillán sind vielfach erhöhte Ahnen, verstorbene Häuptlinge und Krieger, die in der hohen Kordillere wohnen und Land und Gemeinschaft schützen.
Als erzürnte Macht äußern sie sich in Vulkanausbruch und Unwetter. Pillán ist damit der tendenziell wohlwollende Gegenpol zum bösartigen Cherufe, dem Lavadämon derselben Vulkanlandschaft.
Typ: Ahnen- und Naturgeist des Feuers, des Donners und der Vulkane
Herkunft: Mapuche-Religion Chiles und Argentiniens
Texte: koloniale Chroniken, moderne Ethnografien, Selbstzeugnis des Pascual Coña
Zeitraum: kolonial und ethnografisch belegt, lebendige Tradition
Erscheinung: wirkende Macht in Donner, Blitz, Vulkan und Feuer
Pillán ist schon in kolonialen Chroniken erwähnt, unter anderem bei Jerónimo de Bibar und Alonso de Ovalle, und wird bis in die modernen Ethnografien hinein dokumentiert.
Chile und Argentinien, das Mapuche-Gebiet beiderseits der Anden; als Wohnort der pillán gilt die hohe Kordillere.
Gut: koloniale Chroniken, die Ethnografien von Lenz, Guevara und Latcham sowie das Selbstzeugnis des Pascual Coña.
Mapudungun: pillañ bezeichnet eine Kategorie mächtiger Ahnen- und Naturgeister, teils mit Seele oder Geist und mit dem Donner assoziiert; die genaue Wurzel ist nicht sicher rekonstruiert.
Erscheinung
Pillán erscheint meist nicht als feste Gestalt, sondern als wirkende Macht in Donner, Blitz, Vulkan und Feuer. Die pillán sind vielfach die erhöhten Ahnen, verstorbene Häuptlinge und Krieger, die in der oberen Welt, dem wenu mapu, wohnen.
Wirkung
Pillán ist ambivalent, aber grundsätzlich zum Wohlwollenden hin gewandt: Ein guter Pillán schützt Land und Gemeinschaft, ein erzürnter äußert sich in Vulkanausbruch und Unwetter. Er vermittelt zwischen den Lebenden und den höheren Mächten und ist der Sonnenmacht Antü zugeordnet.
Die wichtigsten Aspekte des Feuer- und Donnergeistes auf einen Blick.
Zentrale Größe der lebendigen Mapuche-Religion, in der Ahnenverehrung und Naturmacht zusammenfallen.
Land und Gemeinschaft: Ein guter Pillán schützt beide und vermittelt zwischen den Lebenden und den höheren Mächten.
Keine feste Gestalt: Pillán wirkt in Donner, Blitz, Vulkan und Feuer; die pillán wohnen in der oberen Welt, dem wenu mapu.
Erhöhter Ahnengeist, Schützer und Vermittler; als erzürnte Macht äußert er sich in Vulkanausbruch und Unwetter.
Anrufung im Gemeinschaftsritual Ngillatun am Rewe, geleitet von der Machi, mit Gaben aus Mais, Bohnen, muday und Tieropfern.
Die andine Blitzgottheit Illapa als strukturelle Parallele; als wohlwollender Vulkanpol steht Pillán einer wohltätigen Facette der Pele nahe.
Mapudungun pillañ bezeichnet eine Kategorie mächtiger Ahnen- und Naturgeister, teils mit Seele oder Geist und mit dem Donner assoziiert; die genaue Wurzel ist nicht sicher rekonstruiert. Pillán ist gut belegt: erwähnt schon in kolonialen Chroniken, unter anderem bei Jerónimo de Bibar und Alonso de Ovalle, und ausführlich in den modernen Ethnografien von Lenz, Guevara und Latcham sowie im Selbstzeugnis des Pascual Coña.
Diese Quellenbreite zeigt eine Tradition mit Tiefe: Von den frühesten Berichten der Kolonialzeit bis zu den Aufzeichnungen des 20. Jahrhunderts bleibt Pillán die Instanz, an die sich die Gemeinschaft mit Bitten um Schutz und Fruchtbarkeit wendet.
Pillán ist ein fester Bestandteil der chilenisch-argentinischen Mapuche-Kultur, präsent in Schulmaterial und in der Toponymie mit Ortsnamen auf Pillán. Die Mapuche-Religion ist lebendig.
Religionswissenschaftlich ist Pillán ein Musterbeispiel für den erhöhten Ahnen- und Feuergeist, in dem Ahnenverehrung und Naturmacht zusammenfallen. Wichtig sind zwei Klarstellungen: Pillán ist der tendenziell wohlwollende Gegenpol zum bösartigen Cherufe, und er ist keine einzelne Gottheit, sondern eine Kategorie von Ahnengeistern.
Pillán wird im großen Gemeinschaftsritual Ngillatun am Rewe angerufen, dem gekerbten Kultpfahl, geleitet von der Machi, der Schamanin oder dem Schamanen, mit der Trommel Kultrung. Dargebracht werden Gaben aus Mais, Bohnen, dem Maisgetränk muday und Tieropfern. Anders als beim Cherufe geht es um positive Kultpflege, um Bitten um Schutz und Fruchtbarkeit, nicht um Abwehr.
Was ist Pillán?
Ein Geist des Feuers, des Donners und der Vulkane der Mapuche, vielfach ein erhöhter Ahne, der in der hohen Kordillere wohnt.
Ist Pillán gut oder böse?
Überwiegend wohlwollend und schützend; gefährlich nur als erzürnte Naturmacht, die sich in Vulkanausbruch und Unwetter äußert.
Wie wird Pillán verehrt?
Im Gemeinschaftsritual Ngillatun am Rewe, geleitet von der Machi, mit Gaben aus Mais, Bohnen und dem Maisgetränk muday.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als Mapuche Feuergeist und Ahnengeist des Donners und Vulkans steht Pillán für eine Religion, in der die Ahnen nicht verschwinden, sondern in der hohen Kordillere weiterwirken: schützend, vermittelnd und nur als erzürnte Naturmacht gefährlich.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
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