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Mama Simona: eine junge Berggöttin über Cusco

Apu Mama Simona ist Berggöttin der Quechua-Tradition.

Weiblich gedachte Schutzherrin über der Stadt Cusco.

GöttinQuechua

Inhaltsverzeichnis

Apu Mama Simona, die weibliche Schutzherrin Cuscos
Apu Mama Simona

Apu Mama Simona ist ein niedriger Bergzug nordwestlich von Cusco, populär als weiblicher Apu und Schutzgeist der Stadt. Verbunden wird sie mit Fruchtbarkeit, Schutz und dem Ausgleich männlicher und weiblicher Naturkräfte.

Ehrlich einzuordnen: Die Beleglage ist dünn und stark oral und touristisch geprägt. Es handelt sich eher um eine jüngere Apu-Konstruktion als um einen tief belegten präkolumbischen Kult, was diese Seite offen benennt.

Im Überblick: Apu Mama Simona

Typ: lokale Schutzherrin mit Fruchtbarkeitsbezug
Herkunft: nordwestlich von Cusco, Region Cusco
Texte: kaum Fachliteratur, überwiegend orale und touristische Quellen
Zeitraum: überwiegend rezent, jüngere Konstruktion
Erscheinung: niedriger, stadtnaher Berg mit weiblich gelesener Silhouette

Historischer Hintergrund

Zeitraum der Texte

Die Überlieferung ist überwiegend oral und touristisch geprägt; vieles spricht für eine jüngere Konstruktion statt für einen alten Textbestand.

Verbreitungsraum

Der Raum Ccorca nordwestlich von Cusco, nahe Saqsayhuaman; Bezugspunkt der Verehrung ist vor allem die Stadt Cusco selbst.

Quellenlage

Sehr dünn: In referierter Fachliteratur ist Mama Simona kaum fassbar; eine dedizierte wissenschaftliche Monografie ist nicht auffindbar.

Name und Varianten

Quechua und Spanisch: Der Name ist ein Hybrid aus Mama, quechua Mutter und weibliche Ehrung, und dem spanisch klingenden Eigennamen Simona; der Ursprung ist darum unsicher. Volkserzählungen führen ihn teils auf eine Hacienda-Besitzerin oder eine mächtige Heilerin namens Simona zurück.

Wesen und Wirkung

Erscheinung

Mama Simona hat eine weich als weiblich gelesene Silhouette; erzählt wird ein im Gipfelfels erkennbares Frauengesicht, ein volkstümliches Deutungsmotiv. Sie ist kein Hochgipfel, sondern ein niedriger, stadtnaher Berg.

Wirkung

Als lokale Schutzherrin Cuscos ist Mama Simona energetisch und fruchtbarkeitsbezogen gedacht und steht für den Ausgleich männlicher und weiblicher Naturkräfte.

Steckbrief: Apu Mama Simona

Die Schutzherrin Cuscos und ihre schmale Quellenbasis im Überblick.

Tradition

Populär als weiblicher Apu geführt; die Beleglage ist oral und touristisch, die Konstruktion vermutlich jung.

Bezogen auf

Die Stadt Cusco und die spirituelle Praxis ihrer Bewohner und Besucher; der Bezug ist lokal, nicht überregional.

Darstellung

Niedriger Bergzug im Raum Ccorca nahe Saqsayhuaman; im Gipfelfels wird volkstümlich ein Frauengesicht erkannt.

Wirkungsbereich

Schutz und Fruchtbarkeit für Cusco sowie der gedachte Ausgleich männlicher und weiblicher Naturkräfte.

Umgang

Despacho- und Pago-Praktiken sowie moderne, neo-andine und touristisch geprägte Zeremonien; eine inkazeitliche Opferstätte ist nicht bekannt.

Pendants

Andere als weiblich gelesene Berge im Cusco-Umland; strukturell steht sie den Pachamama-nahen Schutzfiguren nahe.

Mama plus Simona: ein hybrider Name

Der Name ist ein Hybrid aus Mama, quechua Mutter und weibliche Ehrung, und dem spanisch klingenden Eigennamen Simona; schon deshalb ist der Ursprung unsicher. Volkserzählungen führen ihn teils auf eine Hacienda-Besitzerin oder eine mächtige Heilerin namens Simona zurück, doch bleibt das Legende, keine Etymologie.

Der Berg liegt im Raum Ccorca nahe Saqsayhuaman und ist kein Hochgipfel, sondern ein niedriger, stadtnaher Berg. In referierter Fachliteratur ist Mama Simona kaum fassbar; die verfügbaren Werke liefern nur den allgemeinen Apu- und Pachamama-Kontext, in den sich die Gestalt einfügt.

Ein junger Kult im Licht der Kritik

Mama Simona ist ein Ziel des Wander- und Spiritualtourismus; das Etikett weiblicher Apu ist medienstark.

Religionswissenschaftlich hat Apu Mama Simona die dünnste Beleglage der hier behandelten Apus, überwiegend oral und touristisch. Wichtige Klarstellungen: Der Name ist nicht rein quechua; die Simona-Herleitung ist Legende, keine Etymologie; und die Behauptung, es handle sich um einen zentralen präkolumbischen Cusco-Apu, ist überzogen, die reale Bedeutung ist heute vor allem lokal und spirituell-touristisch.

Despachos für die Herrin über Cusco

Belegt sind vor allem Despacho- und Pago-Praktiken, in denen Kokablätter die Gabe an die Apu vermitteln, sowie moderne, neo-andine und touristisch geprägte Zeremonien; all das ist konkret nur schwach und überwiegend rezent belegt. Eine gesicherte inkazeitliche Opferstätte ist nicht bekannt, was ehrlich festzuhalten ist: Der Kult der Mama Simona ist ein Kult der Gegenwart.

Weiblich gelesene Berge im Cusco-Umland

Mama Simona steht neben anderen als weiblich gelesenen Apus und Cerros im Cusco-Umland und strukturell den weiblichen Schutzfiguren nahe, die sich um die Erdmutter Pachamama gruppieren. Das Konzept des verehrten Berges teilt sie mit dem Achachila der Aymara und den großen Apus wie Apu Salkantay.

Häufige Fragen zu Mama Simona

Ist Mama Simona ein weiblicher Apu?

Sie wird populär so geführt, doch ist die Beleglage dünn und der weibliche Status nicht gesichert.

Woher stammt der Name?

Aus Mama, Mutter, und dem spanisch klingenden Eigennamen Simona; die Herleitung von einer Heilerin oder Hacienda-Besitzerin ist Legende, keine Etymologie.

Ist sie ein alter präkolumbischer Apu?

Diese Behauptung ist überzogen; die reale Bedeutung ist heute vor allem lokal und spirituell-touristisch.

Weiterführende Verlinkungen

Empfohlene interne Links:

Literatur (Auswahl)

Eine Auswahl zentraler Quellen und Studien:

  • Allen, Catherine J.: The Hold Life Has. Coca and Cultural Identity in an Andean Community. Washington 2002.
  • Bolin, Inge: Rituals of Respect. Austin 1998.

Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.

Ob Mama Simona als weiblicher Apu von Cusco eine alte Größe oder eine junge Deutung ist, entscheidet die dünne Quellenlage nicht; als Berggöttin der Stadt hat sie in der gelebten Praxis Cuscos gleichwohl ihren festen Platz gefunden.

Einordnung & Schutz

ISTUFE
Der Schutz-Kompass ordnet dieses Wesen der Einwirkungsstufe I zu – Geringe Einwirkung.

Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:

Im Schutz-Kompass vergleichen →

Empfohlene Schutzmittel

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