Der Chullachaqui ist Geist der Quechua-Überlieferung des peruanischen Amazonas.
Ein ungleicher Fuß verrät den falschen Freund im Wald. Im Regenwald Perus gilt der Chullachaqui als Meister der Täuschung und Verwechslung.
Chullachaqui ist ein gestaltwandelnder Waldgeist des peruanischen Amazonas, kenntlich an einem ungleichen Fuß. Er nimmt die Gestalt eines Vertrauten oder eines Beutetiers an, um Menschen tief in den Wald zu locken und in die Irre zu führen; sein wahres Zeichen ist der verräterische Fuß.
Verankert ist er in der indigen-mestizischen Amazonas-Kultur Perus, im Spanischen wird er teils Duende genannt. Seine Opfer verschwinden oder kehren geistig verwirrt zurück; zugleich gilt er den Curanderos des Vegetalismo als Wächter, mit dem man in Beziehung tritt.
Typ: Gestaltwandelnder Waldschutzgeist mit Trickster-Zügen
Herkunft: Indigen-mestizische Amazonas-Kultur Perus
Texte: Mündliche Überlieferung, verschriftlicht im 20. und 21. Jahrhundert (Luna, Gow)
Zeitraum: mündlich tradiert bis Gegenwart
Erscheinung: kleinwüchsig, hässlich, mit einem ungleichen Fuß, oft Kindskörper mit altem Gesicht
Mündliche Überlieferung, verschriftlicht erst im 20. und 21. Jahrhundert, vor allem im schamanologischen Strang der Forschung.
Der peruanische Amazonas, besonders die Regionen Loreto, Ucayali und San Martín.
Dünn: Neben Erzählüberlieferung trägt vor allem der schamanologische Strang, allen voran die Vegetalismo-Studien Luis Eduardo Lunas.
Quechua: aus chulla, ungleich oder einzeln, und chaki, Fuß, also Ungleich-Fuß. Im Spanischen wird der Waldgeist teils Duende genannt.
Erscheinung
Der Chullachaqui ist kleinwüchsig und hässlich, oft ein Kindskörper mit altem Gesicht, und tritt meist als Gestaltwandler auf. Sein Kennzeichen ist der ungleiche oder verkehrte Fuß: Er markiert das Übernatürliche im scheinbar Vertrauten.
Wirkung
Der Chullachaqui desorientiert und verirrt seine Opfer, sodass sie verschwinden oder geistig verwirrt zurückkehren. Er kann sich in Tiere verwandeln und straft Tabubruch wie die Übermaßjagd oder das Töten trächtiger Tiere.
Die wichtigsten Aspekte des Ungleich-Fußes auf einen Blick.
Indigen-mestizische Amazonas-Kultur Perus; im schamanischen Vegetalismo gilt der Geist den Curanderos als Wächter, mit dem man in Beziehung tritt.
Alle Waldbetreter, besonders Respektlose; Wohlgesinnte kann er dagegen schützen oder beschenken.
Kleinwüchsig, hässlich, mit einem ungleichen Fuß; oft in der Gestalt eines Vertrauten oder eines Beutetiers.
Verirren und Verwirren der Opfer, Strafe des Tabubruchs wie Übermaßjagd oder Töten trächtiger Tiere.
Begleitern im Wald auf die Füße sehen; in Varianten bringt man ihn zum Lachen oder fordert ihn zum Ringkampf heraus, um die Füße zu prüfen.
Der Name ist Quechua aus chulla, ungleich oder einzeln, und chaki, Fuß, also Ungleich-Fuß. Der Geist ist in der indigen-mestizischen Amazonas-Kultur verankert und wird im Spanischen teils Duende genannt.
Eine eigene Rolle spielt er im schamanischen Kontext des Vegetalismo: Der Baum Chullachaqui Caspi bildet fußartige Wurzeln und gilt als Lehrpflanze in der schamanischen Diät; der Heiler ist ein Curandero oder Vegetalista. Der Chullachaqui ist damit nicht nur Schreckgestalt der Erzählungen, sondern auch Bezugswesen einer lebendigen Heiltradition.
Der Chullachaqui ist eine feste Größe der peruanischen Amazonas-Identität und des Kulturtourismus, unter anderem als Namensgeber von Ayahuasca-Retreats und eines Ecomuseums bei Iquitos. Er ist in Erzähl-Blogs, Kunst und Retreat-Kontexten präsent.
Religionswissenschaftlich ist der Chullachaqui ein Waldschutzgeist und Herr der Tiere mit Trickster-Charakter, der eine ökologische Ethik durch Furcht und Respekt einschärft; der falsche Fuß ist das Zeichen der Wildnis-Gefahr. Er ist ambivalent: Wächter und Trickster zugleich, der Respektlose straft und Wohlgesinnte schützen oder beschenken kann.
Quellenfest ist die Enttarnung durch das Achten auf die Füße, denn die ungleichen oder verdrehten Füße verraten den Chullachaqui; in Varianten bringt man ihn zum Lachen oder fordert ihn zum Ringkampf heraus, um die Füße zu prüfen. Daneben gelten die Respektregeln, nur den Bedarf zu nehmen und um Erlaubnis zu bitten. Im Vegetalismo wird die Lehrpflanze Chullachaqui Caspi diätiert, und der Geist gilt den Curanderos als Wächter, mit dem man in Beziehung tritt.
Die engste Parallele ist der brasilianische Curupira mit seinen gedrehten Füßen, seiner Irreführung und seinem Waldschutz; beim Chullachaqui ist nur ein Fuß ungleich, beim Curupira weisen beide rückwärts. Verwandt sind der slawische Leshy, ein Waldherr und Gestaltwandler, und der karibische Douen, der vertraute Stimmen nachahmt und Kinder in den Wald lockt. Im selben peruanischen Amazonas wacht die Schlangenmutter Sachamama über den Wald.
Woran erkennt man den verkleideten Chullachaqui?
An den ungleichen Füßen, einer menschlich, einer tierisch oder verdreht; daher der Rat, Begleitern im Wald auf die Füße zu sehen.
Ist der Chullachaqui böse?
Ambivalent: Wächter und Trickster; er straft Respektlose, kann Wohlgesinnte schützen oder beschenken.
Was bedeutet sein Name?
Quechua chulla, ungleich, und chaki, Fuß, also Ungleich-Fuß.
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als amazonischer Waldgeist mit dem verräterischen Ungleich-Fuß lehrt der Chullachaqui eine einfache Vorsicht: Wer im Wald einem Vertrauten begegnet, sieht zuerst auf die Füße, und wer den Wald mit Respekt betritt, hat von ihm wenig zu fürchten.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
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Das einfachste Schutzmittel dieser Sammlung: 41 Schichten aus Echtgold 999, Platin, Silber und Silizium, gefertigt in Ruhla/Thüringen. Muss nicht aktiviert werden, ist an keine Person gebunden und wirkt im Umkreis von rund 50 Metern, auch ohne getragen zu werden.
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