Jumbie ist Geist der karibischen Tradition.
Ein Sammelname für böse Geister, die den Tod überdauern.
Jumbie ist der karibische Sammelbegriff für böse Geister und Untote der Verstorbenen. Die Vorstellung reicht von einer dunklen, schattenhaften Gestalt, die sich in Hund, Schwein oder Katze verwandeln kann, bis zum Moko Jumbie, dem hoch aufragenden Stelzengeist des Karnevals.
Der Name geht auf das Kongo-Wort zumbi zurück, Geist oder Gespenst, und gelangte mit dem transatlantischen Sklavenhandel aus Westafrika in die Karibik, wo er sich mit europäischen Totenvorstellungen mischte. Praktiziert wird der Umgang mit den Jumbies im Umfeld des Obeah.
Verbreitet ist der Glaube in der gesamten anglophonen Karibik, von Guyana über Antigua und die Bahamas bis Trinidad und Montserrat, wo sich der Geist der Überlieferung nach drei Tage nach dem Tod vom Körper trennt und das Unheil beginnt.
Typ: Sammelbegriff für böse Geister und Untote der anglophonen Karibik
Herkunft: Westafrikanischer Ahnenglaube, mit dem Sklavenhandel in die Karibik gelangt und mit europäischen Totenvorstellungen vermischt
Texte: heterogen, vor allem 19. und frühes 20. Jahrhundert dokumentiert
Zeitraum: 19. und frühes 20. Jahrhundert dokumentiert, mündlich bis heute lebendig
Erscheinung: dunkle, schattenhafte, verwandlungsfähige Gestalt, oft als Hund, Schwein oder Katze
Dokumentiert vor allem im 19. und frühen 20. Jahrhundert, in mündlicher Form jedoch älter und bis heute lebendig, etwa im Kult um den Moko Jumbie.
Die gesamte anglophone Karibik, von Guyana über Antigua und die Bahamas bis Trinidad und Montserrat.
Heterogen, weil Jumbie als Sammelbegriff viele Einzelfiguren bündelt; grundlegend sind gleichwohl die Sammlungen von Parsons, Hill und Besson zur anglophonen Karibik.
Kongo: Der Name Jumbie stammt vom Kongo-Wort zumbi, Geist oder Gespenst, verwandt mit dem Kongo-Wort nfumbi, Ahnengeist.
Erscheinung
Der Jumbie zeigt sich als dunkle, schattenhafte Gestalt, kein Nebelgeist, oft verwandelt in Hund, Schwein oder Katze. Ein eigenständiger Untertyp ist der Moko Jumbie, der Stelzengeist: Moko bezeichnet zentralafrikanisch einen Heiler oder eine wachsame Gottheit.
Wirkung
Der Jumbie ist verwandlungsfähig und ein Unheilstifter; die Grundidee ist, dass, wer im Leben böse war, im Tod zum Werkzeug des Bösen wird. Auf Montserrat gibt es Jumbie-Tänze mit Jumbie-Trommeln, bei denen Menschen von einem Jumbie besessen werden, und Jumbies erhalten kleine Opfergaben wie Rum und Speise.
Die wichtigsten Aspekte des Jumbie auf einen Blick.
Dachbegriff der anglophonen Karibik für böse Geister, mit Wurzeln im westafrikanischen Ahnenglauben.
Lebende, denen der Jumbie besonders nachts an Wegen auflauert und Unheil bringt.
Dunkle, schattenhafte Gestalt, oft verwandelt in Hund, Schwein oder Katze.
Unheilstiftend und verwandlungsfähig, auf Montserrat zudem Auslöser von Besessenheit bei den Jumbie-Tänzen.
Schuhe und Zählgut vor die Tür, ein Knotenseil, rückwärts ins Haus gehen und kleine Opfergaben wie Rum und Speise.
Der Douen als einer der spezifischen Einzeltypen, die Soucouyant als bekannteste Gestalt des weiteren Feldes.
Der Name Jumbie stammt vom Kongo-Wort zumbi, Geist oder Gespenst, verwandt mit dem Kongo-Wort nfumbi, Ahnengeist. Mit dem transatlantischen Sklavenhandel gelangten westafrikanische Ahnen- und Geistervorstellungen in die Karibik und mischten sich dort mit europäischen Totenvorstellungen; praktiziert wird der Umgang mit den Jumbies im Umfeld des Obeah. Auf Montserrat trennt sich der Geist der Überlieferung nach drei Tage nach dem Tod vom Körper, ehe das Unheil beginnt.
Die Grundidee ist moralisch: Wer im Leben böse war, wird im Tod zum Werkzeug des Bösen. Der Jumbie selbst ist als Schattengestalt gedacht, kein Nebelgeist. Ein eigenständiger und keineswegs böser Untertyp ist der Moko Jumbie, der Stelzengeist: Moko bezeichnet zentralafrikanisch einen Heiler oder eine wachsame Gottheit, und diese Wächterrolle blieb dem Moko Jumbie bis in den heutigen Karneval erhalten.
Der Moko Jumbie ist eine über zweihundert Jahre alte Stelzentänzer-Tradition im karibischen Karneval und heute eine Kulturikone. Literarisch erscheint der Jumbie bei Tracey Baptiste und Henry S. Whitehead.
Religionswissenschaftlich ist der Jumbie der Dachbegriff der Diaspora-Geisterwelt: Er verbindet den westafrikanischen Ahnenglauben mit kolonial-christlichen Totenvorstellungen. Seine moralische Funktion liegt in der Vorstellung, dass das Böse den Tod überdauert.
Quellenfest sind mehrere Kniffe gegen den Jumbie: Schuhe werden vor die Tür gestellt, an deren Anziehen sich der fußlose oder rückwärtsfüßige Jumbie die ganze Nacht vergeblich versucht; ein Haufen aus Salz, Sand oder Reis vor der Tür erzeugt einen Zählzwang bis Sonnenaufgang. Auch ein ausgelegtes Knotenseil gilt als wirksam, ebenso das rückwärtige Betreten des Hauses oder das Überqueren eines Flusses, den der Jumbie nicht passieren kann. Kaltes Eisen und Schutzzeichen helfen zusätzlich gegen böse Geister, und kleine Opfergaben wie Rum und Speise sowie Räuchern besänftigen den Jumbie.
Der Jumbie entspricht den afrikanischen Ahnengeistern des Kongo und der Yoruba sowie dem jamaikanischen und barbadischen Duppy, einem Akan-Wort mit gleicher Funktion. Das frankophone Pendant ist der Zombi auf Guadeloupe und Martinique. Innerhalb dieses weiten Feldes stehen eigenständig ausgeprägte Gestalten wie die Soucouyant, der Rolling Calf und der Lagahoo. Ein eigener, klar umrissener Typ ist der Douen, der Geist ungetauft gestorbener Kinder, der anders als der Jumbie kein Sammelbegriff, sondern eine einzelne, fest umrissene Gestalt ist.
Was genau ist ein Jumbie?
Ein Sammelbegriff für böse Geister und Untote der Verstorbenen in der anglophonen Karibik, keine einzelne, fest umrissene Gestalt.
Ist der Moko Jumbie ebenfalls böse?
Nein. Der Stelzengeist gilt als wachsamer Beschützer und ist heute vor allem eine Figur des karibischen Karnevals.
Warum stellt man Schuhe und Reis vor die Tür?
Weil sich Jumbies der Überlieferung nach in Zähl- und Anziehversuchen verheddern, die bis Sonnenaufgang dauern und sie so von der Tür fernhalten.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als karibischer Geist im weitesten Sinn ist der Jumbie mehr Sammelname als Einzelwesen, und der Moko Jumbie zeigt, dass aus derselben Wurzel auch eine schützende, heute gefeierte Gestalt erwachsen kann.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
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