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Jowang, die Göttin der Wasserschale

Jowang ist Göttin der koreanischen Tradition.

Die Herdgöttin, verkörpert in einer Schale reinen Wassers.

GöttinKorea

Inhaltsverzeichnis

Jowang, die Herdgöttin Koreas
Jowang

Jowang ist die koreanische Herd- und Küchengöttin, eine der weiblichen Hausgötter, der Gasin. Sie hat kein Kultbild aus Holz oder Stein: Verkörpert ist sie in einer täglich erneuerten Schale reinen Wassers auf dem Herd.

Als Göttin des Feuers und des Herdes schützt sie die Küche, wehrt Feuersgefahr und fördert Wohlstand und sittliche Ordnung. Ihr Kult gilt als sehr alt und gehört zum Muism, dem koreanischen Schamanismus, und zur weiblichen Hausreligiosität; am differenziertesten überliefert ist er im Süden Koreas und auf Jeju.

Auf einen Blick: Jowang

Typ: Herd- und Küchengöttin, eine der Gasin
Herkunft: Koreanischer Volksglaube, Muism
Texte: Schamanische bonpuri-Lieder, darunter das Munjeon-bonpuri, koreanische Volkskunde
Zeitraum: alter Volksglaube, bis in die Neuzeit praktiziert
Erscheinung: Schale mit reinem Wasser auf dem Herd, kein Kultbild

Herkunftsraum und Quellen

Zeitraum der Texte

Der Kult gilt als sehr alt und gehört zum alten koreanischen Volksglauben; er ist Teil des Muism und der weiblichen Hausreligiosität.

Verbreitungsraum

Korea, besonders der Süden und die Insel Jeju, wo der Jowang-Kult am differenziertesten überliefert ist.

Quellenlage

Gut dokumentiert durch die koreanische Volkskunde, von Kendalls Feldforschung bis zur Encyclopedia of Korean Folk Beliefs.

Name und Varianten

Sino-koreanisch: Der Name Jowang geht auf die Schriftzeichen für Herd-König zurück, dieselben wie beim chinesischen Zao Wang. Jowang ist die koreanische Lesung desselben Wortes, also ein sino-koreanisches Lehnwort.

Wesen und Wirkung

Erscheinung

Jowang ist keine Statue. Sie ist verkörpert in einer Schale mit reinem Wasser, dem Jeonghwasu, frisch bei Tagesanbruch geschöpftem Brunnenwasser, das auf der gemauerten Kochbank über dem Herd steht und täglich erneuert wird.

Wirkung

Jowang ist die Göttin des Feuers und des Herdes; sie schützt die Küche, wehrt Feuersgefahr und fördert Wohlstand und sittliche Ordnung. Ein Motiv des Aufstiegs zum Himmel am 23. des 12. Monats ist vorhanden, aber deutlich schwächer und weniger ritualisiert als beim chinesischen Zao Jun; in Korea äußert es sich vor allem als Verhaltens- und Tabusystem, etwa nicht am Herd zu fluchen oder darauf zu sitzen.

Steckbrief: Jowang

Die wichtigsten Aspekte der Herdgöttin auf einen Blick.

Kulturkontext

Eine der Gasin, der koreanischen Hausgötter, und Teil des Muism; ihr Kult ist die Domäne der weiblichen Hausreligiosität.

Zuständig für

Küche und Haushalt: Jowang schützt Herd und Feuer, wehrt Feuersgefahr und wacht über Wohlstand und sittliche Ordnung.

Darstellung

Kein Kultbild, sondern eine Schale reinen Wassers, das Jeonghwasu, auf der Kochbank über dem Herd, täglich bei Tagesanbruch erneuert.

Wirkungsbereich

Herd und Feuer, dazu ein Tabusystem des Respekts: Am Herd wird nicht geflucht, auf ihm wird nicht gesessen.

Kult

Die Hausfrau holt bei Tagesanbruch frisches Wasser, füllt die Schale und betet; Festopfer sind Reiskuchen und Früchte.

Pendants

Der chinesische Zao Jun, der japanische Kojin und Kamado-gami, der vietnamesische Ong Tao; typologisch Hestia und Vesta.

Vom Herd-König zur Wasserschale

Der Name Jowang geht auf die Schriftzeichen für Herd-König zurück, dieselben wie beim chinesischen Zao Wang; Jowang ist die koreanische Lesung desselben Wortes, ein sino-koreanisches Lehnwort. Der Kult selbst gilt als sehr alt, besonders im Süden und auf Jeju, wo er am differenziertesten überliefert ist.

Getragen wurde er von der weiblichen Hausreligiosität innerhalb des Muism: Die Verehrung der Herdgöttin lag in der Hand der Hausfrau, nicht einer Priesterschaft. Der Ursprungsmythos ist das Jeju-Erzähllied Munjeon-bonpuri, in dem die wiederbelebte Ehefrau Yeosan Buin zur Küchengöttin wird.

Nachleben und Deutung

Ein lebendiger Kult ist Jowang kaum noch; präsent ist sie über die schamanischen bonpuri-Lieder und die volkskundliche Aufarbeitung.

Religionswissenschaftlich ist Jowang eine wohlwollende Herd- und Küchengöttin. Wichtige Klarstellungen: Der beste Befund ist Synkretismus, nicht simple Entlehnung, denn Name und Berichtsmotiv sind chinesisch, die Ausgestaltung mit Wasserschale und Frauenkult aber eigenständig koreanisch. Das Bestechen mit Süßigkeiten ist primär chinesisch. Und Jowang ist überwiegend weiblich, unter buddhistisch-chinesischem Einfluss teils männlich überformt.

Wasser, Gebet und Herdtabus

Der Kult der Jowang ist Domäne der weiblichen Hausreligiosität: Die Hausfrau holt bei Tagesanbruch frisches Brunnenwasser, füllt die Schale auf der Kochbank und betet. Zu Festen werden Reiskuchen und Früchte geopfert. Dazu tritt das Tabusystem des Herdes: Wer am Herd flucht oder sich auf ihn setzt, verletzt den Bereich der Göttin. Die täglich erneuerte Wasserschale, das Jeonghwasu, ist zugleich Kultform und Sinnbild der Reinheit.

Herdgottheiten im Vergleich

Jowang entspricht dem chinesischen Zao Jun, dessen Namen sie übernimmt, dem japanischen Kojin und Kamado-gami, dem vietnamesischen Ong Tao und dem Ainu-Feuergott Kamuy-huci; typologisch stehen die griechische Hestia und die römische Vesta daneben. Innerhalb der Gasin gehört sie mit Seongju und Eopsin zum koreanischen Hausgötter-System.

Häufige Fragen zu Jowang

Was ist Jowang?

Die koreanische Herd- und Küchengöttin, verkörpert in einer Schale reinen Wassers auf dem Herd. Sie gehört zu den Gasin, den Hausgöttern des koreanischen Volksglaubens.

Wie wurde sie verehrt?

Die Hausfrau schöpfte bei Tagesanbruch frisches Wasser, füllte die Schale und betete; zu Festen kamen Reiskuchen und Früchte als Opfer hinzu.

Ist Jowang dasselbe wie der chinesische Zao Jun?

Name und Berichtsmotiv sind entlehnt, die Ausgestaltung ist eigenständig koreanisch: Wasserschale und Frauenkult haben beim chinesischen Küchengott keine Entsprechung.

Weiterführende Verlinkungen

Empfohlene interne Links:

Literatur (Auswahl)

Eine Auswahl zentraler Quellen und Studien:

  • Kendall, Laurel: Shamans, Housewives, and Other Restless Spirits. Honolulu 1985.
  • Kim, Tae-kon: Korean Shamanism – Muism. Seoul 1998.
  • National Folk Museum of Korea (Hg.): Encyclopedia of Korean Folk Beliefs. Seoul 2014.

Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.

Als koreanische Herdgöttin und Küchengöttin steht Jowang für eine stille Form der Frömmigkeit: kein Tempel, kein Bild, nur eine Schale frischen Wassers, die jeden Morgen neu gefüllt wird.

Einordnung & Schutz

ISTUFE
Der Schutz-Kompass ordnet dieses Wesen der Einwirkungsstufe I zu – Geringe Einwirkung.

Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:

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