Fei Lian ist Gott der chinesischen Tradition.
Mischwesen aus Hirsch, Vogel und Schlange, Herr des Windes.
Fei Lian ist ein chinesischer Windgott, den der Han-Kommentar mit dem Amtstitel Feng Bo, Graf Wind oder Windherr, gleichsetzt. Fei Lian ist die Gestalt, Feng Bo der Amtstitel derselben Gottheit, nicht zwei verschiedene Götter.
Er erscheint in der ältesten Schicht als drachen-hirsch-vogelartiges Mischwesen, später als alter Mann mit Windsack, und ist Herr über Wind und Wetter: teils Rebell an der Seite Chiyous, teils geordneter Amtsträger im daoistischen Pantheon.
Typ: Windgott, Gestalt hinter dem Amtstitel Feng Bo
Herkunft: China, ursprünglich Chu-Tradition
Texte: Chuci, Shiji, Huainanzi
Zeitraum: Chuci um 300 v. Chr. bis Ming-Zeit
Erscheinung: Hirsch-Vogel-Schlangen-Mischwesen, später alter Mann mit Windsack
Der Erstbeleg steht im Li Sao des Chuci um 300 bis 200 v. Chr.; die Überlieferung reicht über Shiji und Huainanzi bis in die Ming-Zeit.
China, ursprünglich die Chu-Tradition des Südens; später ist der Windherr Teil des reichsweiten Staatskults und des daoistischen Pantheons.
Gut belegt: das Chuci mit dem Han-Kommentar des Wang Yi, das Shiji und das Huainanzi, dazu die Handbücher der chinesischen Mythologie.
Chinesisch: Feng Bo bedeutet Wind-Graf oder Wind-Ältester, ein Amtstitel im daoistischen Pantheon, mit der Nebenform Fengshi, Wind-Meister. Der Name Fei Lian selbst ist etymologisch umstritten, plausibel als der fliegende Wind. Das Shiji glossiert ihn als üblen Wind und nennt daneben einen gleichnamigen Shang-Minister als Ahn der Qin.
Erscheinung
Als Chimäre hat Fei Lian einen Hirschkörper, einen Vogelkopf, Hörner und einen Schlangenschwanz mit leopardenartiger Fleckung. Als Amtsgestalt Feng Bo erscheint er spätestens in der Ming-Zeit als alter Mann mit weißem Bart, gelbem Umhang und einem Windsack aus Ziegenleder.
Wirkung
Fei Lian ist Herr über Wind und Wetter. Im Krieg von Zhuolu kämpft er nach dem Huainanzi mit dem Rebellen Chiyou und dem Regenmeister gegen Huang Di; daneben steht die Gegenrolle als Diener Huang Dis, der ihm den Weg fegt. In einer Erzählung wird der aufrührerische Windgeist von Houyi gebändigt.
Die wichtigsten Aspekte des Windherrn auf einen Blick.
Windgott der Chu-Tradition, im Han-Kommentar mit dem Amtstitel Feng Bo gleichgesetzt und später Teil des daoistischen Ministeriums für Donner und Sturm.
Wind und Wetter: Der Staatskult adressierte ihn mit Tempeln und Opfern, belegt unter Kaiser Wu von Han.
Hirschkörper, Vogelkopf, Hörner und gefleckter Schlangenschwanz; in der Ming-Zeit ein alter Mann mit weißem Bart und Windsack aus Ziegenleder.
Herr über Wind und Wetter, mal chaosbringender Verbündeter Chiyous, mal geordneter Amtsträger und Geleitgeist des Huang Di.
Früh belegter Staatskult mit Tempeln und Opfern nach dem Shiji; private Schutzmittel speziell gegen Fei Lian sind nicht überliefert.
Das Windsack-Motiv ähnelt dem griechischen Aiolos, ohne historische Verbindung; als weibliches Gegenstück gilt Feng Po Po.
Der Erstbeleg des Fei Lian steht im Li Sao des Chuci, entstanden um 300 bis 200 v. Chr.; der Han-Kommentator Wang Yi setzt ihn dort mit Feng Bo gleich. Das Shiji glossiert ihn als üblen Wind, nennt einen gleichnamigen Shang-Minister als Ahn der Qin und belegt Fei-Lian-Kultbauten unter Kaiser Wu von Han.
Die Erzählungen zeichnen ein zwiespältiges Bild: Nach dem Huainanzi kämpft der Windherr im Krieg von Zhuolu an der Seite des Rebellen Chiyou und des Regenmeisters gegen Huang Di; in der Gegenüberlieferung dient er demselben Huang Di und fegt ihm den Weg. Eine weitere Erzählung berichtet, wie der Bogenschütze Houyi den aufrührerischen Windgeist bändigt. Beide Rollen, Rebell und Amtsträger, bestehen in der Überlieferung nebeneinander.
Han- und Tang-zeitliche geflügelte Mischwesen-Bronzen gelten kunstgeschichtlich als Fei-Lian-Darstellungen; in der Popkultur erscheint er unter anderem in Videospielen.
Religionswissenschaftlich ist Fei Lian ambivalent: chaosbringender Sturmgeist und Chiyou-Verbündeter, zugleich hilfreicher Geleitgeist und geordneter Amtsträger. Drei Klarstellungen sind wichtig: Fei Lian und Feng Bo sind nicht zwei Götter, sondern Gestalt und Amtstitel derselben Gottheit. Er ist nicht bloß ein Drache, sein ältestes Bild ist eine Hirsch-Vogel-Schlangen-Chimäre. Und er kämpft nicht immer gegen Huang Di, beide Rollen bestehen.
Der Staatskult des Windherrn ist früh belegt, mit Tempeln und Opfern, wie das Shiji für die Zeit Kaiser Wus von Han bezeugt; im daoistischen Pantheon gehört Feng Bo zum Ministerium für Donner und Sturm. Private apotropäische Schutzmittel speziell gegen Fei Lian sind dagegen nicht überliefert. Auch der Tuch-Trick, mit dem der Windgeist in einer Erzählung gebändigt wird, gehört zur Erzählung, nicht zur Kultpraxis.
Feng Shen ist eine bloße Gattungsbezeichnung für Windgott, keine eigene Gottheit neben Fei Lian. Das Windsack-Motiv ähnelt dem griechischen Aiolos, doch besteht keine historische Verbindung. Als weibliches Gegenstück gilt die Wind-Großmutter Feng Po Po: Während Fei Lian der alte, text- und kultgeschichtlich fest verankerte Windherr des Staatskults ist, ist sie eine volksreligiöse und populär stark überformte Gestalt ohne Staatskult.
Sind Fei Lian und Feng Bo zwei Götter?
Nein. Fei Lian ist die Gestalt, Feng Bo, Graf Wind, der Amtstitel derselben Windgottheit; die Gleichsetzung stammt aus dem Han-Kommentar des Wang Yi.
Wie sieht Fei Lian aus?
In der ältesten Schicht als Hirsch-Vogel-Schlangen-Chimäre mit Hörnern und geflecktem Schlangenschwanz, später als alter Mann mit weißem Bart, gelbem Umhang und Windsack.
Ist er gut oder böse?
Ambivalent: mal chaosbringender Sturmgeist und Verbündeter Chiyous, mal geordneter Amtsträger und Geleitgeist des Huang Di.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als chinesischer Windgott vereint Fei Lian zwei Gesichter in einer Gestalt: die wilde Sturmchimäre der alten Chu-Dichtung und den Amtsträger Feng Bo, Graf Wind, der im geordneten Pantheon über Wind und Wetter wacht.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
Im Schutz-Kompass vergleichen →Empfohlene Schutzmittel
Das einfachste Schutzmittel dieser Sammlung: 41 Schichten aus Echtgold 999, Platin, Silber und Silizium, gefertigt in Ruhla/Thüringen. Muss nicht aktiviert werden, ist an keine Person gebunden und wirkt im Umkreis von rund 50 Metern, auch ohne getragen zu werden.
Verwandte Wesen

Baphomet, Dämon der christlichen Tradition: bocksköpfige Gestalt der Templerprozesse des 14. Jahr...

Ninurta ist der sumerische Gott des Krieges, der Jagd und der Bauern. Sohn Enlils, Held des Anzu-...

Freyr ist der germanisch-nordische Gott der Fruchtbarkeit, des Friedens und der Sonne. Bruder Fre...

Apu Wanakawri, der heilige Ursprungsberg der Inka bei Cusco. Herkunft, die Ayar-Brüder und die re...

Die Rainbow Serpent (Regenbogenschlange) ist eine zentrale Schöpfungsfigur der australischen Abor...

Frigg, Hochgöttin der Asen und Mutter Balders. Schicksalsgabe, Mutterschaft, Hauswesen. Quellen i...