Olokun, Herr und Herrin der Meerestiefe
Von Ralf Ittermann · zuletzt geprüft am
Olokun ist ein Gott der Yoruba-Überlieferung.
Herr und Herrin der Tiefe, Hüter von Reichtum und Geheimnis. Olokun ist bei den Yoruba der Orisha der Meerestiefe, und der Text erläutert, welchen Rang diese Gestalt einnimmt.
Olokun ist der Orisha des Meeresgrundes, Herr über Reichtum, Gesundheit und die Geheimnisse der Tiefe. Geschlechtlich ambivalent, männlich, weiblich oder androgyn je nach Tradition, gilt Olokun in der Diaspora als Schutzherr der Nachfahren Verschleppter.
Typ: Orisha des Meeresgrundes
Herkunft: Yoruba- und Edo-Überlieferung, Süd-Nigeria
Texte: Ifá-Tradition, Benin-Bronzen
Zeitraum: bis heute lebendig, Diaspora in Kuba, Brasilien
Erscheinung: Gottheit der Tiefsee, Geschlecht variabel
Herkunftsraum und Quellen
Zeitraum der Texte
Mündlich in Ifá- und Edo-Tradition, materiell in den Benin-Bronzen belegt.
Verbreitungsraum
Yorubaland und Edo-Land, Süd-Nigeria, Diaspora in Kuba, Brasilien.
Belegdichte
Solide: Ifá-Verse, Edo-Überlieferung, Kunstobjekte, ethnografische Literatur.
Name und Varianten
Yoruba: Der Name Olokun bedeutet sinngemäß Herr des Ozeans, auch wenn die Gottheit je nach Überlieferung nicht nur männlich gedacht wird.
Wesen und Wirkung
Erscheinung
Blau und Weiß sind Olokuns Farben; in der Santería ruht sie in einem verschlossenen Gefäß.
Wirkung
Olokun gibt Reichtum und Gesundheit und hütet Geheimnisse, bedeutet aber auch Gefahr.
Steckbrief: Olokun
Die wichtigsten Aspekte des Orisha auf einen Blick.
Yoruba-Orisha der Ifá- und Edo-Überlieferung, belegt in Benin-Bronzen.
Reichtum, Gesundheit, die Geheimnisse der Meerestiefe.
Blau-weiße Farbsymbolik, Gefäßkult in der Santería, Masken und Bronzen in Benin.
Herr über die Gewässer, Geber von Reichtum.
Priesterliche Verehrung, Olokun-Feste in Benin, Gefäßkult.
Zwischen Benin und Yorubaland: ein wechselndes Geschlecht
Olokun gehört zur Ifá-Tradition der Yoruba und Edo-Tradition Benins. Das Geschlecht wechselt: an der Küste männlich, im Hinterland weiblich, in Ifá und Ocha beides zugleich. Yemoja und Olokun sind eigenständige Orishas, Olokun zugleich Patron der Middle Passage.
Benin-Bronzen, Santería und die Middle Passage
Olokun ist in Santería und afro-brasilianischer Tradition präsent, mit kunsthistorischer Rezeption über die Benin-Bronzen und deren Restitutionsdebatte: ein Musterfall für die Varianz des Orisha-Konzepts und die Geschlechterfluidität göttlicher Kraft.
Priesterkult und Gefäßverehrung
Priesterlich vermittelte Verehrung: weiße Gewänder, blau-weiße Farben, Gefäßkult in der Santería, eigene Feste in Benin. Als Zeichen dienen Amulett, Weihwasser, Räuchern.
Olokun im Kreis der Yoruba-Orishas
Häufige Fragen zu Olokun
Ist Olokun männlich oder weiblich?
Beides: an der Küste männlich, im Hinterland weiblich, in Ifá und Ocha androgyn.
Unterschied zu Yemoja?
Yemoja steht für die oberen Wasser, Olokun für Meeresgrund und Reichtum.
Weiterführende Verlinkungen
Literatur (Auswahl)
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Wer im Netz nach Olokun Orisha-Überlieferungen oder nach der Gottheit des Meeres fragt, meint dieselbe Gestalt: Herr und Herrin der Tiefe zugleich, Hüter von Reichtum und Geheimnis, dessen Geschlecht mit der Überlieferung wechselt.





