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Nguruvilu, die Fuchsschlange der tödlichen Flussfurt

Nguruvilu ist Dämon der Mapuche-Überlieferung.

Fuchsschlange, die mit Strudeln und Kralle Watende in den Tod zieht. An der tödlichen Flussfurt zieht die Fuchsschlange Nguruvilu Watende mit Strudeln und Kralle in den Tod.

DämonMapuche

Inhaltsverzeichnis

Nguruvilu, Dämon der Mapuche-Überlieferung
Nguruvilu

Nguruvilu ist die Fuchsschlange der Mapuche, ein Wasserwesen mit Fuchskopf und Schlangenleib, das Flussfurten in Chile und im angrenzenden Argentinien heimsucht. Mit der Kralle an seinem langen Schwanz ergreift es Watende, zieht sie auf den Grund und ertränkt sie.

Auf einen Blick: Nguruvilu

Typ: Fuchsschlange, Furtdämon
Herkunft: mündliche Mapuche-Überlieferung Chiles
Texte: Kolonialquellen, u. a. Guevara, Lehmann-Nitsche
Zeitraum: kolonial bis heute
Erscheinung: Fuchskopf, Schlangenleib, Schwanzkralle

Quellenkontext

Zeitraum der Texte

Kolonial bis heute, systematisch gesammelt seit dem frühen 20. Jahrhundert durch Guevara und Lehmann-Nitsche.

Verbreitungsraum

Chile und das angrenzende Argentinien, gebunden an Flussfurten, Kanäle und stille Nebenarme.

Quellenlage

Solide: Kolonialquellen und ethnografische Sammlungen, vor allem Guevara und Lehmann-Nitsche, mit regionalen Varianten.

Name und Varianten

Mapudungun: Fuchs neben vilu, Schlange: Fuchsschlange. Ein Namenstabu verlangt statt des Namens die Umschreibung Herr des Wassers.

Gestalt und Wirken

Erscheinung

Fuchskopf und Schlangenleib; der Krallenschwanz gilt manchen Fassungen als Sitz seiner Lebenskraft.

Wirkung

Täuscht an Furten einen flachen Übergang vor und zieht Watende im Strudel auf den Grund.

Steckbrief: Nguruvilu

Die wichtigsten Aspekte der Fuchsschlange auf einen Blick.

Tradition

Mündliche Mapuche-Überlieferung Chiles, seit dem 20. Jahrhundert systematisch gesammelt.

Bezogen auf

Watende und Packtiere an Flussfurten und stillen Nebenarmen.

Darstellung

Fuchskopf, Schlangenleib, hakenartige Kralle am Schwanzende.

Wirkungsbereich

Täuscht flache Furten vor, erzeugt Strudel, ertränkt Watende.

Abwehrformen

Bann durch machi oder kalku, Namenstabu, Meiden befallener Furten.

Abgrenzung

Getrennt von der kosmischen Caicai-Vilu und der wohlwollenden Pincoya; verwandt der schottische Kelpie.

Guevara, Lehmann-Nitsche und die Furt am Limay

Der Name verbindet das Mapudungun-Wort für Fuchs mit vilu, Schlange. Tomás Guevara beschrieb 1908 ein flussbewohnendes Wesen mit Fuchskopf und Schwanzkralle, das Opfer auf den Grund zieht; Robert Lehmann-Nitsche sammelte 1902 weitere Anekdoten, etwa von einer Furt am Limay.

Von der Furtwarnung zum Bestiarium

Der Nguruvilu ist Teil chilenisch-argentinischer Folklore-Sammlungen und erscheint in Bestiarien. Religionswissenschaftlich ein lokaler Gefahrengeist, kein Gott: Der Bann durch machi oder kalku ist ein schamanistisches Kontrollritual an neuralgischen Flussübergängen.

Der Bann durch machi und kalku

Das Hauptmittel ist der Bann: Eine machi oder ein kalku bedroht das Wesen am Strudel mit einem Messer, bis es Besserung schwört. Eisen, Schutzkreis und Amulett gelten als Schutz.

Furtdämonen im Kulturvergleich

Die engste Parallele ist der schottische Kelpie; verwandt sind die kosmische Caicai-Vilu und, als nordamerikanisches Gegenstück, der Mishipeshu.

Häufige Fragen zum Nguruvilu

Wie täuscht der Nguruvilu seine Opfer?

Er lässt die Furt sicher erscheinen und erzeugt in der Mitte einen tödlichen Strudel.

Gibt es eine natürliche Erklärung?

Lehmann-Nitsche vermutete den Meeresotter als Ursprung der Legende.

Weiterführende Verlinkungen

Empfohlene interne Links:

Literatur (Auswahl)

Eine Auswahl zentraler Quellen und Studien:

  • Guevara, Tomás: Psicolojía del pueblo araucano. Santiago de Chile 1908.

Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.

Wer nach Nguruvilu Mapuche sucht, findet eine Fuchsschlange Chiles: einen Furtdämon, der mit Strudel und Krallenschwanz Watende in die Tiefe zieht.

Einordnung & Schutz

IIISTUFE
Der Schutz-Kompass ordnet dieses Wesen der Einwirkungsstufe III zu – Belastende Einwirkung.

Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:

Im Schutz-Kompass vergleichen →

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