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Sasabonsam, der Fänger in den Baumwipfeln

Sasabonsam ist Dämon der Akan-Überlieferung Ghanas.

Er lauert in Baumwipfeln und zieht Jäger mit den Füßen empor. Der Steckbrief beleuchtet den Fänger in den Baumwipfeln.

DämonWestafrika

Inhaltsverzeichnis

Sasabonsam, Dämon der westafrikanischenÜberlieferung
Sasabonsam

Sasabonsam ist der behaarte Waldunhold der Akan in Ghana, ein Menschenfresser mit blutunterlaufenen Augen, Eisenzähnen und Hakenfüßen. Aus hohen Baumwipfeln lässt er die Beine herabhängen und zieht allein reisende Jäger empor, um sie zu fressen.

Der klassische Beleg stammt von R. S. Rattray, der die Gestalt in den 1920er Jahren in Kumasi im Rahmen seiner Dokumentation der Ashanti-Religion festhielt. Verbreitet ist der Glaube im tiefen Regenwald des Akan-Gebiets in Südghana und angrenzenden Regionen, wo vor allem allein reisende Jäger als gefährdet gelten.

Im Überblick: Sasabonsam

Typ: menschenfressender Waldunhold der Akan-Religion
Herkunft: traditionelle Akan-Religion, Regenwald Südghanas
Texte: klassisch dokumentiert bei Rattray 1927, danach breite Folklore-Rezeption
Zeitraum: klassisch bis heute
Erscheinung: dicht behaarter Unhold mit blutunterlaufenen Augen, Eisenzähnen und Hakenfüßen

Herkunftsraum und Quellen

Zeitraum der Texte

Klassisch belegt seit 1927 durch R. S. Rattrays ethnografische Aufzeichnungen in Kumasi, danach breite Folklore-Rezeption bis in die Gegenwart.

Verbreitungsraum

Der tiefe Regenwald des Akan-Gebiets in Südghana und angrenzenden Regionen.

Quellenlage

Solide: der klassische ethnografische Beleg von Rattray, dazu breite spätere Folklore-Rezeption.

Name und Varianten

Akan: Der Name gehört zum Wortfeld um bonsam, den bösen Geist oder Teufel; sasa bezeichnet einen ruhelosen, rachsüchtigen Geistanteil, etwa den eines getöteten Tieres oder Menschen.

Gestalt und Wirken

Erscheinung

Der Sasabonsam ist ein dicht behaarter Waldunhold mit blutunterlaufenen Augen, langen Beinen, Eisenzähnen und Hakenfüßen. Die nach beiden Seiten zeigenden Füße symbolisieren Täuschung und Unberechenbarkeit, die Eisenzähne das Verschlingende.

Wirkung

Er sitzt in hohen Baumwipfeln und zieht mit den Hakenfüßen Vorüberziehende empor, um sie zu fressen. Er gilt als verbündet mit der Hexe Obayifo, die teils als seine Dienerin, teils als seine Auftraggeberin gilt; die Herrschaftsfrage ist in den Quellen umstritten. Auch mit den Zwerg-Zauberwesen Mmoatia wird er in Verbindung gebracht.

Steckbrief: Sasabonsam

Die wichtigsten Aspekte des Waldunholds auf einen Blick.

Tradition

Einer der gefürchteten wilden Buschgeister der traditionellen Akan-Religion, klassisch dokumentiert von R. S. Rattray in Kumasi.

Zuständig für

Jäger und Reisende, die allein durch den tiefen Wald ziehen.

Darstellung

Dicht behaart, blutunterlaufene Augen, lange Beine, Eisenzähne und nach beiden Seiten zeigende Hakenfüße.

Wirkungsbereich

Zieht Vorüberziehende aus den Baumwipfeln empor, um sie zu fressen; verbündet mit der Hexe Obayifo.

Umgang

Meiden bestimmter Bäume und tiefer Waldzonen sowie die Achtung der Wald-Tabus; eigene Bannrituale sind kaum belegt.

Verwandtes

Verbündet gilt er mit der Hexe Obayifo und den Mmoatia, den Zwerg-Zauberwesen der Akan; unter den Totengeistern dieser Sammlung steht ihm der ebenfalls westafrikanische Ogbanje am nächsten.

Zwischen bonsam und sasa: der Name eines Waldgeistes

Der Name gehört zum Akan-Wortfeld um bonsam, den bösen Geist oder Teufel; sasa bezeichnet einen ruhelosen, rachsüchtigen Geistanteil, etwa den eines getöteten Tieres oder Menschen. Der klassische ethnografische Beleg stammt von R. S. Rattray, der in den 1920er Jahren in Kumasi die Ashanti-Religion dokumentierte. Der Sasabonsam gehört zu den gefürchteten wilden Buschgeistern der traditionellen Akan-Religion.

Der Sasabonsam verkörpert die Gefahr des unbetretenen, wilden Waldes. In manchen Deutungen ist er ein Hüter der Natur, der Tabubrüche wie das zu tiefe Eindringen in den Wald bestraft. Die nach beiden Seiten zeigenden Füße symbolisieren Täuschung und Unberechenbarkeit, die Eisenzähne das Verschlingende.

Vom Buschgeist zum Symbol des Naturschutzes

Der Sasabonsam ist in moderner Fantasy, Horrorliteratur und Videospiel-Designs zunehmend präsent und dient in zeitgenössischen afrikanischen Erzählungen oft als Symbol für Naturschutz und kulturelle Bewahrung.

Religionswissenschaftlich ist der Sasabonsam ein klassischer wilder Buschgeist und Menschenfresser-Dämon der traditionellen Akan-Religion. Seine Funktion ist die Grenzmarkierung zwischen dem kultivierten Dorf und der gefährlichen Wildnis sowie die eines Tabu-Wächters.

Meiden, Tabu und wenig belegte Abwehr

Die Quellenlage zu eigenen Abwehrritualen ist dünn: Der Sasabonsam ist kein Kultobjekt, sondern eine Bedrohung, vor der man sich hütet. Schutz besteht vor allem im Meiden bestimmter Bäume und tiefer Waldzonen sowie in der Achtung der Wald-Tabus; konkrete Bann- oder Opferrituale speziell gegen ihn sind kaum belegt. Im Umgang mit dem Waldunhold gilt kaltes Eisen als wirksam, dazu ein getragenes Amulett für den Weg durch den tiefen Wald. Auch Schutzkräuter wie Beifuß gelten in der Akan-Tradition gegen die Buschgeister.

Waldunhold, Oger und die Vampir-Frage

Der Sasabonsam ist ein menschenfressender Waldunhold vom Typ des Ogers und strukturell mit dem arabischen Ghul vergleichbar, dem Wüsten- und Wegdämon, der Reisende überfällt und frisst. Wegen des Bluttrinkens wird er in westlicher Literatur oft, im Verbund mit der Hexe Obayifo, als afrikanischer Vampir bezeichnet; in der Akan-Überlieferung selbst ist er jedoch in erster Linie ein menschenfressender Waldgeist, kein Vampir im europäischen Sinn. Als verwandte Gestalten nennt die Überlieferung außerdem die karibische Soucouyant und den nordamerikanischen Stikini, sowie den ebenfalls westafrikanischen Ogbanje.

Häufige Fragen zum Sasabonsam

Ist der Sasabonsam ein Vampir?

In westlicher Literatur wird er so eingeordnet, weil er Menschen frisst und mit der blutsaugenden Obayifo verbunden ist. In der Akan-Überlieferung selbst ist er aber in erster Linie ein menschenfressender Waldgeist.

Wo hält er sich auf?

In hohen Baumwipfeln des tiefen Regenwaldes, von wo aus er mit den Hakenfüßen zugreift.

Wie hängt er mit Hexerei zusammen?

Er gilt als Herr oder Verbündeter der Hexe Obayifo; wer die eine beschwört, ruft der Überlieferung nach auch den anderen.

Weiterführende Verlinkungen

Empfohlene interne Links:

Literatur (Auswahl)

Eine Auswahl zentraler Quellen und Studien:

  • Rattray, Robert Sutherland: Religion and Art in Ashanti. Oxford 1927.
  • Vergleichende Vampir- und Folklore-Enzyklopädien, die auf Rattray zurückgehen.

Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.

Als Akan-Waldunhold und Menschenfresser Ashanti bekannt, bleibt der Sasabonsam eine der prägendsten Schreckgestalten des Regenwalds: haarig, mit Eisenzähnen und Hakenfüßen, die aus den Baumwipfeln nach unten greifen.

Einordnung & Schutz

IVSTUFE
Der Schutz-Kompass ordnet dieses Wesen der Einwirkungsstufe IV zu – Schwere Einwirkung.

Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:

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