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Phi Krahang, der Dorfbewohner mit den Reissieb-Flügeln

Phi Krahang ist Geist der thailändischen Tradition.

Bei Tag ein Dorfbewohner, bei Nacht ein Flieger mit Sieb und Stößel. Bei Nacht zeigt der Steckbrief ihn mit den Reissieb-Flügeln über dem Dorf. Phi Krahang gilt als fliegende Gestalt mit dem Reissieb, und der Eintrag beschreibt, wie dieses Bild zustande kommt.

GeistThailand

Inhaltsverzeichnis

Phi Krahang, Geist der thailändischenÜberlieferung
Phi Krahang

Phi Krahang ist das männliche Gegenstück zur Krasue, ein Geist des ländlichen Thailand, der nachts mit zwei großen Reissieben als Flügeln durch die Luft fliegt und einen langen hölzernen Reisstößel als Reittier nutzt. Tagsüber lebt er unerkannt als gewöhnlicher Dorfbewohner.

Der Name verbindet phi, Geist, mit krahang. Zum Phi Krahang wird der Überlieferung nach meist ein Mann, der die schwarze Magie nicht beherrschte oder ein Gelübde gegenüber seinem Zaubermeister brach. Manche Fassungen geben ihm zusätzlich einen verkümmerten, versteckten Schwanz als Zeichen der misslungenen Verwandlung.

Seine nächtlichen Streifgebiete überschneiden sich mit denen der Krasue, doch gilt er als weniger blutrünstig und weniger gezielt gefährlich als sie.

Auf einen Blick: Phi Krahang

Typ: Nächtlicher Fluggeist, das männliche Gegenstück zur Krasue
Herkunft: Ländlicher thailändischer Geisterglaube um missglückte schwarze Magie
Texte: Volksüberlieferung, festgehalten unter anderem bei Anuman Rajadhon
Zeitraum: traditionell bis in die Gegenwart lebendig
Erscheinung: oberkörperfreier Mann im Lendentuch, fliegt mit zwei Reissieben als Flügeln und einem Reisstößel als Reittier

Überlieferungskontext

Zeitraum der Texte

Ländliche thailändische Volksüberlieferung: Der Glaube ist traditionell verwurzelt und bis in die Gegenwart lebendig, etwa in Film und Folklore.

Verbreitungsraum

Das ländliche Thailand, wo sich die nächtlichen Streifgebiete des Phi Krahang mit denen der Krasue überschneiden.

Quellenlage

Mittel: Grundlegend sind die Arbeiten Phraya Anuman Rajadhons zum thailändischen Volksglauben, ergänzt um Justin Thomas McDaniels Studie zu Geistern und Mönchen.

Name und Varianten

Thailändisch: Der Name verbindet phi, Geist, mit krahang. Die thailändische Überlieferung versteht die Gestalt als männliches Gegenstück zur weiblichen Krasue.

Erscheinung und Verhalten

Erscheinung

Der Phi Krahang zeigt sich nachts als oberkörperfreier Mann im Lendentuch, der mit zwei großen runden Reissieben als Flügeln durch die Luft fliegt und einen langen hölzernen Reisstößel als Reittier nutzt. Manche Fassungen der Überlieferung geben ihm einen verkümmerten, versteckten Schwanz. Die Alltagsgegenstände des Reisanbaus, Sieb und Stößel, verankern ihn fest in der bäuerlichen Lebenswelt.

Wirkung

Tagsüber lebt der Phi Krahang unerkannt als gewöhnlicher Dorfbewohner, nachts sucht er die Dorfumgebung und die Wege der Nachtwanderer auf. Er verkörpert das Scheitern an der schwarzen Magie und den Bruch eines Gelübdes gegenüber dem Zaubermeister und gilt als bedrohlich, aber weniger blutrünstig und weniger gezielt gefährlich als die Krasue.

Steckbrief: Phi Krahang

Die wichtigsten Aspekte des fliegenden Reissieb-Mannes auf einen Blick.

Kulturkontext

Fester Bestand des ländlichen thailändischen Geisterglaubens, verstanden als das männliche Gegenstück zur Krasue.

Bezogen auf

Nachtwanderer und die Dorfumgebung, durch die der Phi Krahang auf seinem nächtlichen Flug zieht.

Darstellung

Oberkörperfreier Mann im Lendentuch mit zwei Reissieben als Flügeln und einem Reisstößel als Reittier, mitunter mit verstecktem Schwanz.

Wirkungsbereich

Nächtliche Bedrohung der Dorfumgebung, jedoch als weniger blutrünstig und weniger gezielt gefährlich eingestuft als die Krasue.

Umgang

Amulette, Sak-Yant-Tätowierungen, Mönchssegen und Schutzformeln sowie die volkstümliche Wachsamkeit in der Nacht.

Verwandtes

Die weibliche Krasue als direktes Gegenstück, dazu die Dorfgeister Phi Am und Phi Tai Hong.

Missglückte Magie und der Flug auf Sieb und Stößel

Der Name Phi Krahang verbindet phi, Geist, mit krahang und bezeichnet das männliche Gegenstück zur Krasue. Zu diesem Geist wird der Überlieferung nach ein Mann, der die schwarze Magie nicht beherrschte oder ein Gelübde gegenüber seinem Zaubermeister brach; manche Fassungen geben ihm zusätzlich einen verkümmerten, versteckten Schwanz als Zeichen der misslungenen Verwandlung.

Als Flugmittel dienen ihm zwei große runde Reissiebe als Flügel und ein langer hölzerner Reisstampf-Stößel zum Reiten, mit denen er sich nachts über die Dorfumgebung erhebt. Die Wahl gerade dieser Alltagsgegenstände des Reisanbaus verankert den Phi Krahang fest in der bäuerlichen Lebenswelt: Sein Kernbild ist nicht das eines fremden Ungeheuers, sondern das eines Werkzeugs, das sich gegen den eigenen Besitzer wendet.

Vom Dorfglauben zur Leinwand

Der Phi Krahang ist eine populäre Volksgestalt in thailändischen Filmen, in der Folkloreserie um die Geister der drei Jahreszeiten und sogar in der Werbung. Er ist fest im ländlichen Geisterglauben verankert.

Religionswissenschaftlich verkörpert der Phi Krahang das Scheitern an der schwarzen Magie und den Bruch des Gelübdes gegenüber dem Zaubermeister, eingeordnet in die Karma- und Magie-Logik der thailändischen Vorstellungswelt. Er bildet das männliche Pendant im Krasue-Krahang-Paar der thailändischen Dorfgeister.

Amulette, Segen und nächtliche Wachsamkeit

Wie allgemein in Thailand gelten gegen den Phi Krahang Amulette und Sak-Yant-Tätowierungen als Schutz. Von Mönchen gesegnetes Weihwasser gilt als Zeichen gegen das Fluchwesen, dazu kommen Mönchssegen, Schutzformeln und das Räuchern. Hinzu tritt die volkstümliche Wachsamkeit: Wer nachts unterwegs ist, hält Ausschau nach der fliegenden Gestalt über der Dorfumgebung.

Die weibliche Krasue und andere Zauberer-Geister

Das direkte Gegenstück ist die weibliche Krasue, mit der sich die nächtlichen Streifgebiete des Phi Krahang überschneiden. Als fliegender, durch misslungene Magie verwandelter Zauberer ist er strukturell mit anderen Hexen- und Magier-Geistern Südostasiens verwandt. Innerhalb des ländlichen thailändischen Geisterglaubens steht er neben den Dorfgeistern Phi Am und Phi Tai Hong, während die berühmte Mae Nak als eigene, an eine einzelne Erzählung gebundene Geistertradition Thailands für sich steht.

Häufige Fragen zum Phi Krahang

Ist Phi Krahang das männliche Gegenstück zur Krasue?

Ja, so wird er in der thailändischen Überlieferung traditionell verstanden, auch wenn sich ihre Streifgebiete nur überschneiden und er als weniger gefährlich gilt.

Wie fliegt er?

Mit zwei großen Reissieben als Flügeln und einem langen hölzernen Reisstößel, den er als Reittier nutzt.

Wie wird man zum Phi Krahang?

Der Überlieferung nach durch missglückte schwarze Magie oder den Bruch eines Gelübdes gegenüber dem eigenen Zaubermeister.

Weiterführende Verlinkungen

Empfohlene interne Links:

Literatur (Auswahl)

Eine Auswahl zentraler Quellen und Studien:

  • McDaniel, Justin Thomas: The Lovelorn Ghost and the Magical Monk. New York 2011.
  • Anuman Rajadhon, Phraya: Life and Ritual in Old Siam. New Haven 1961.
  • Anuman Rajadhon, Phraya: Essays on Thai Folklore. Bangkok 1968.

Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.

Als fliegender Reissieb-Mann und männliches Gegenstück Krasue bleibt der Phi Krahang eine eigenwillige Fluggestalt des thailändischen Geisterglaubens: bei Tag ein unauffälliger Dorfbewohner, bei Nacht ein Wesen aus zwei Sieben und einem Stößel.

Einordnung & Schutz

IIISTUFE
Der Schutz-Kompass ordnet dieses Wesen der Einwirkungsstufe III zu – Belastende Einwirkung.

Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:

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