Tezcatlipoca ist Gott der aztekischen Tradition.
Yoalli Ehécatl, der Nachtwind: unsichtbar und ungreifbar. Die Überlieferung würdigt ihn als Herrn des Nachtwinds, unsichtbar und ungreifbar.
Tezcatlipoca, der Rauchende Spiegel, ist eine der mächtigsten aztekischen Gottheiten, Herr des Nachthimmels, der Zauberei und des Schicksals. Diese Seite betrachtet vor allem seinen Windaspekt: den Beinamen Yoalli Ehécatl, Nachtwind, und seine Herrschaft über den Norden, die Totenregion Mictlampa.
Der Nachtwind ist dabei eine Metapher für das Unsichtbare und Ungreifbare: So wie der Wind der Nacht weht Tezcatlipoca durch die Welt, ohne dass ihn jemand fasst. Als Nachtwind ist er mit Nachtwinden und Hurrikanen assoziiert; in der Variante Itztlacoliuhqui verkörpert er den kalten, schneidenden Obsidianwind aus Frost und Eis.
Typ: Herr von Nachthimmel, Zauberei und Schicksal, dazu Nachtwind und Norden
Herkunft: Zentrale Gottheit der Azteken, Tlaxcalteken und Tolteken
Texte: Codex Florentinus (Sahagún), Diego Durán, Codices
Zeitraum: Postklassische Nahua-Kultur
Erscheinung: Gott mit rauchendem Obsidianspiegel
Die Belege gehören der postklassischen Nahua-Kultur an; die Hauptquellen sind Sahagúns Codex Florentinus und das Werk Diego Duráns.
Das zentralmexikanische Hochland; Tezcatlipoca war zentrale Gottheit der Azteken, der Tlaxcalteken und der Tolteken.
Die Quellenlage ist sehr gut: der Codex Florentinus, weitere Codices und die Berichte Duráns dokumentieren Kult und Mythologie ausführlich.
Nahuatl: Tēzcatlīpohca bedeutet Rauchender Spiegel, aus tezcatl, Spiegel, und poca, rauchen, eine Anspielung auf die Obsidian-Wahrsagespiegel. Der zentrale Wind-Beleg ist das Epitheton Yoalli Ehécatl, Nachtwind, eine Metapher für das Unsichtbare und Ungreifbare.
Erscheinung
Sein Kennzeichen ist der rauchende Obsidianspiegel an Brust, Hand oder anstelle des rechten Fußes, den er im Kampf mit dem Erdungeheuer Cipactli verlor. Er trägt schwarz-gelbe Gesichtsbänder, seine Leitfarbe ist Schwarz; seine Tiergestalt ist der Jaguar.
Wirkung
Tezcatlipoca ist Bringer von Gut und Böse, die Verkörperung des Wandels durch Konflikt. Sein Windbezug ist real, aber ein Teilaspekt: Als Nachtwind ist er mit Nachtwinden und Hurrikanen assoziiert, er herrscht über den Norden Mictlampa, die Region der Toten, und als Itztlacoliuhqui verkörpert er den kalten Obsidianwind. Seine eigentliche Rolle ist die des allmächtigen, quasi-unsichtbaren Schöpfer-, Schicksals- und Herrschergottes.
Die wichtigsten Aspekte des Nachtwind-Gottes auf einen Blick.
Zentrale Gottheit der Azteken, Tlaxcalteken und Tolteken; der Nachtwind Yoalli Ehécatl ist einer seiner Beinamen und Aspekte.
Nachthimmel, Zauberei und Schicksal; als Nachtwind das Unsichtbare, dazu der Norden Mictlampa, die Region der Toten.
Gott mit rauchendem Obsidianspiegel an Brust, Hand oder anstelle des rechten Fußes, schwarz-gelben Gesichtsbändern und dem Jaguar als Tiergestalt.
Bringer von Gut und Böse, Wandel durch Konflikt; im Windaspekt Nachtwinde und Hurrikane sowie der kalte Obsidianwind Itztlacoliuhqui.
Hauptfest Toxcatl mit einem jungen Mann als lebendem Gottesabbild; die Priester schwärzten sich mit Ruß und räucherten viermal täglich Copal.
Ehecatl ist der regenbringende Windgott; Tezcatlipocas Nachtwind ist dagegen nur ein Aspekt eines viel breiteren Gottes.
Der Name Tezcatlipoca bedeutet Rauchender Spiegel und spielt auf die Obsidian-Wahrsagespiegel an. Der zentrale Beleg für den Windaspekt ist das Epitheton Yoalli Ehécatl, Nachtwind: eine Metapher für das Unsichtbare und Ungreifbare, das den Gott auszeichnet. Hauptquellen sind Sahagúns Codex Florentinus und Diego Durán.
Der Windaspekt entfaltet sich in drei Richtungen: Als Nachtwind ist Tezcatlipoca mit Nachtwinden und Hurrikanen assoziiert. Er herrscht über den Norden Mictlampa, die Region der Toten. Und in der Variante Itztlacoliuhqui verkörpert er den kalten, schneidenden Obsidianwind aus Frost und Eis. All das bleibt eingebettet in seine eigentliche Rolle als allmächtiger, quasi-unsichtbarer Schöpfer-, Schicksals- und Herrschergott.
Die türkis- und schädelbesetzte Tezcatlipoca-Maske im British Museum ist weltbekannt. Guilhem Oliviers Monografie und ein Sammelband von Elizabeth Baquedano sind Standardwerke; der Trickster-Archetyp lebt in Literatur, Film und Spielen fort.
Religionswissenschaftlich ist Tezcatlipoca kein simpler Teufel, was eine koloniale Verzerrung wäre, sondern ein Schöpfer- und Lebensgott. Die vier Tezcatlipocas sind Farbvarianten; nur der schwarze ist der eigentliche Tezcatlipoca. Und der Windaspekt, Nachtwind und Nordwind, ist ein realer, aber begrenzter Teil seiner sehr breiten Rolle.
Sein Hauptfest war Toxcatl: Ein makelloser junger Mann lebte ein Jahr als lebendes Gottesabbild, teixiptla, wurde in den letzten zwanzig Tagen mit vier Göttinnen vermählt, zerbrach beim Aufstieg zum Tempel die Tonflöten und wurde am Ende der Trockenzeit geopfert. Die Priester schwärzten sich mit Ruß und räucherten viermal täglich Copal. Der rauchende Obsidianspiegel selbst gilt als sein ureigenes Zeichen.
Innerhalb der Maya-Welt sind Tohil und K’awiil mit dem rauchenden Obsidianmesser verwandt; rollentypologisch, ohne historische Verbindung, ähnelt Tezcatlipoca den Trickster- und Schicksalsgottheiten anderer Kulturen, etwa Loki. Im eigenen Pantheon steht ihm Ehecatl gegenüber: Ehecatl ist ganz Windgott, Bringer der Regenwinde als Aspekt der Quetzalcoatl, während der Nachtwind bei Tezcatlipoca nur ein Beiname unter vielen bleibt, die Metapher eines unfassbaren Gottes.
Was bedeutet Tezcatlipoca?
Rauchender Spiegel, eine Anspielung auf die Obsidian-Wahrsagespiegel.
Was ist sein Windaspekt?
Der Beiname Yoalli Ehécatl, Nachtwind, und die Herrschaft über den Norden, die Totenregion Mictlampa.
Ist er ein Teufel?
Nein. Das ist eine koloniale Verzerrung; er ist ein mächtiger Schöpfer- und Schicksalsgott.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als aztekischer Nachtwind Yoalli Ehécatl zeigt der als Rauchender Spiegel benannte Tezcatlipoca seine unheimlichste Seite: den Gott, der wie der Wind der Nacht überall ist und nirgends gefasst werden kann.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
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