Yacuruna, Wassermenschen der spiegelverkehrten Flussstadt
Von Ralf Ittermann · zuletzt geprüft am
Yacuruna sind Geister der peruanischen (Amazonas-) Tradition.
Wassermenschen mit verkehrten Füßen unter dem Amazonas.
Die Yacuruna gelten als Wassermenschen des peruanischen Amazonas, ihr Name aus dem Quechua: yaku Wasser, runa Mensch. Sie bewohnen eine spiegelverkehrte Flussstadt, wandelbar als Mensch, Delfin oder Riesenschlange.
Wer zu nahe kommt, wird entführt; als Hilfsgeister vermitteln Heilwissen.
Typ: Wassermenschen
Herkunft: Amazonas-Volksglaube Perus
Texte: Ethnografie
Zeitraum: mündlich, seit 20. Jh.
Erscheinung: humanoid, verkehrte Füße
Herkunftsraum und Quellen
Zeitraum der Texte
Mündlich überliefert, seit dem 20. Jh. dokumentiert, bis heute in der Ayahuasca-Tradition lebendig.
Verbreitungsraum
Peruanisches Amazonasgebiet um Iquitos, angrenzend Brasilien und Kolumbien.
Belegdichte
Ethnografisch belegt, etwa bei Luis Eduardo Luna, ohne deutschsprachige Monografie.
Name und Varianten
Quechua: yaku Wasser, runa Mensch: Yacuruna heißt wörtlich Wasserleute.
Erscheinungsbild
Erscheinung
Humanoide Wasserwesen mit verkehrten Füßen, Zeichen der spiegelverkehrten Unterwasserwelt.
Wirkung
Sie locken Menschen an und verwandeln sie in Yacuruna; als Hilfsgeister vermitteln sie Heilwissen.
Steckbrief: Yacuruna
Die wichtigsten Aspekte der Wassermenschen auf einen Blick.
Amazonas-Volksglaube Perus, verankert im Heilwesen vegetalismo.
Fischer und Flussanrainer bei Unachtsamkeit; Schamanen als Rufer.
Humanoide Gestalt mit verkehrten Füßen; wandelbar zu Delfin oder Riesenschlange.
Entführung Unachtsamer, zugleich Heilwissen für die Ehrfürchtigen.
Ehrfürchtiges Verhalten am Wasser; der curandero holt Entführte zurück.
Boto Encantado als Verwandlungsgestalt, dazu Iara und Ipupiara aus demselben Becken.
Vom Quechua-Namen zur schamanischen Vision
Yaku, Wasser, und runa, Mensch, ergeben die Wasserleute, verankert im vegetalismo und in Ayahuasca-Visionen.
Kennzeichnend ist die Umkehrung: rückwärts gedrehte Füße, teils ein rückwärts gerichteter Kopf; die Unterwasserstädte spiegeln die Menschenwelt.
Legenden um Iquitos und die Ayahuasca-Kultur
Die Yacuruna gehören zum Bestand der Amazonas-Legenden um Iquitos und sind in der Ayahuasca-Kultur präsent.
Religionswissenschaftlich sind sie Naturgeister, Grenzwesen zwischen Menschen- und Wasserwelt, eher ambivalente Geister als Dämonen.
Ehrfurcht vor dem Fluss und dem Curandero
Quellenfest ist die Respektpraxis gegenüber dem Wasser: ehrfürchtiges Verhalten, Dankrituale. Der curandero vermittelt, holt Entführte zurück. Amulett, Räuchern und Salz gelten als Schutzmittel.
Wasserverführer des Amazonas und darüber hinaus
Engste Parallele ist der Boto Encantado, deren Verwandlungsgestalt, dazu Iara und Ipupiara. Anders der Berberoka: Er ertränkt gezielt, sie locken eher.
Häufige Fragen zu den Yacuruna
Sind Yacuruna böse?
Nein, ambivalent: gefährlich für Unachtsame, sonst Träger von Heilwissen.
Warum haben sie verkehrte Füße?
Sie markieren ihre Zugehörigkeit zur spiegelverkehrten Unterwasserwelt.
Weiterführende Verlinkungen
Literatur (Auswahl)
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Yacuruna Amazonas: Als Wassermenschen Perus bewohnen sie eine spiegelverkehrte Stadt unter dem Fluss, in der Menschen zu Yacuruna werden und Yacuruna zu Verbündeten der Schamanen.





