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Selkie, die Robbenfrau von Sule Skerry und Mikladalur

Selkie ist Geist der schottischen Tradition.

Gestohlene Robbenhaut bindet sie, ihr Fluch trifft Frevler. Als Robbenwesen der schottischen Inseln ist die Selkie eng mit dem Motiv der gestohlenen Haut verbunden.

Inhaltsverzeichnis

Selkie, Geist der schottischen Tradition
Selkie

Selkies sind die Robbenmenschen der nordschottischen Inselwelt: im Meer Robben, an Land nach Ablegen der Haut Menschen auffallender Schönheit. Berühmt ist die Ballade vom Silkie von Sule Skerry (1852).

Die Kópakonan-Sage der Färöer erzählt vom Fluch einer verratenen Robbenfrau.

Im Überblick: Selkie

Typ: Robbenmensch der nordschottischen Inselwelt
Herkunft: Orkney, Shetland, Hebriden, Färöer
Texte: Balladen, Sagensammlungen 19./20. Jh.
Zeitraum: seit 1852 aufgezeichnet, Kerne älter
Erscheinung: Robbe im Meer, an Land schöner Mensch

Quellenkontext

Zeitraum der Texte

Schriftlich seit der 1852 gedruckten Ballade, die Erzählkerne gelten als deutlich älter.

Verbreitungsraum

Orkney, Shetland, die Hebriden und die Färöer.

Quellenlage

Umfangreich: Childs Balladensammlung und Traill Dennisons Aufzeichnungen.

Name und Varianten

Scots: Selkie ist die schottische Form für Robbe, älter selch. Im gälischen Westen heißt das Wesen ròn.

Erscheinung und Verhalten

Erscheinung

Kaum von einer Robbe zu unterscheiden. An Land macht die Haut sie zu Menschen großer Schönheit.

Wirkung

Selkies tanzen in bestimmten Nächten an Land, gefährlich fast nur als Rächer.

Steckbrief: Selkie

Die wichtigsten Merkmale der Selkie auf einen Blick.

Kulturkontext

Eigene Wesensklasse Orkneys, abgegrenzt von den finfolk.

Wirkungsgegenstand

Fischerfamilien der Inseln, Herkunftssage für Sippen wie die MacCodrums.

Darstellung

Robbe mit großen Augen im Meer, an Land Mensch von großer Schönheit.

Funktion

Ehe- und Abschiedssagen, Fluch nur als Antwort auf Robbentötung oder Verrat.

Umgang

Robbenhaut sicher verwahren, Robben schonen, kein Abwehrzauber nötig.

Abgrenzung

Milder die gälische Roane, ähnlich der irische Merrow.

Von Traill Dennison bis zur Kópakonan von Mikladalur

Selkie ist die Scots-Form für Robbe. Traill Dennison beschrieb die selkie-folk Orkneys und Shetlands im 19. Jahrhundert als eigene Klasse, getrennt von den finfolk. Die 1852 gedruckte Ballade vom Silkie von Sule Skerry erzählt von einem Robbenmann, der sein Kind ins Meer zurückholt; die Familie MacCodrum der Hebriden galt als Robbensippe.

Balladen, Filme und die Statue von Kalsoy

Die Ballade vom Silkie von Sule Skerry wurde vielfach vertont, etwa 1961 von Joan Baez; Filme wie Song of the Sea greifen den Stoff auf. Als Wandersage glückt die Ehe mit dem Meerwesen nur unter Zwang.

Verwahrte Haut statt Abwehrzauber

Eine Abwehrtradition kennt die Überlieferung kaum, Selkies gelten nicht als Schadwesen. Wer eine Selkie-Frau halten wollte, verwahrte die Haut in stets verschlossener Truhe.

Schutzregel ist die Schonung der Robben; Talisman, Amulett und gesicherte Schwellen nehmen dieses Motiv bis heute auf.

Roane, Merrow und die Tierbraut-Sagen

Am nächsten steht der Selkie die gälische Roane, deren Sagen jede Rache meiden, während die Selkie in Mikladalur zur Rächerin wird. Verwandt sind der irische Merrow und die bretonische Marie Morgane.

Häufige Fragen zur Selkie

Sind Selkies gefährlich?

Kaum, Schaden entsteht fast nur als Vergeltung für getötete Robben.

Was unterscheidet Selkies von Meerjungfrauen?

Die Meerjungfrau ist ein Mischwesen, die Selkie ein vollständiger Gestaltwechsler.

Weiterführende Verlinkungen

Literatur (Auswahl)

Quelle: Child, F. J. (Hg.): Popular Ballads, Nr. 113. 1886.

Weiteres im Literaturverzeichnis.

Als Selkie Robbenfrau der Orkney-Küsten bleibt die Gestalt vor allem eine Selkie Sage von Bindung und Rückkehr, gebunden durch die geraubte Haut, im Extremfall wie Mikladalur zur Rächerin.

Einordnung & Schutz

IISTUFE
Der Schutz-Kompass ordnet dieses Wesen der Einwirkungsstufe II zu – Spürbare Einwirkung.

Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:

Im Schutz-Kompass vergleichen →

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