Chang E ist Göttin der chinesischen Tradition.
Göttin des Mondes, unsterbliche Einsame, Mondhase-Märchen. Chang’e ist einer der ältesten Namen in der chinesischen Mythologie, die Mondgöttin, Hüterin des Elixiers der Unsterblichkeit, verdammt zur Einsamkeit auf dem Mond. Die legendäre Version: Sie war die Frau des Bogenschützen Yi, der die zehn Sonnen abschoss und unsterblich wurde.
Doch statt die Unsterblichkeit zu teilen, stahl Yi-Jadekaninchen (oder Hase) das Elixier und flog zum Mond, wo sie seitdem lebt, einsam, jung, strahlend in der Mondferne. Im darunter-Mond-Mythos gibt es ein Jade-Kaninchen oder Mondhase, der bei ihr lebt und das Elixier zerstoßt, der Grund, warum der Mond Krater hat.
Typ: Chinesische Hauptgottheit, Mond-Göttin und Heldin der Unsterblichkeit
Pantheon: Daoismus, chinesische Volksreligion
Funktion: Mond, Unsterblichkeit, Liebe und Trennung, Mondfestival
Hauptattribute: Mondscheibe, Hase (Yutu, Jade-Hase), Pille der Unsterblichkeit
Hauptkultorte: Mond-Festspiele in jedem chinesischen Haushalt, Mond-Tempel in Peking
Gemahl: Hou Yi (Bogenschütze, der die neun Sonnen erschoss)
Chang-e (chin. Cháng’é) ist seit der Han-Dynastie (2. Jh. v. Chr. ff.) literarisch belegt.
Hauptmythos: ihr Gemahl Hou Yi erhält die Pille der Unsterblichkeit von der Königin-Mutter des Westens; Chang-e schluckt sie heimlich (in einigen Versionen aus Angst vor einem Dieb, in anderen aus Eigensinn), schwebt zum Mond hinauf und wird dort die Mond-Göttin.
Sie lebt einsam im Mond-Palast mit dem Jade-Hasen (Yutu), der die Unsterblichkeitspille zerstampft. Hauptblütezeit ihrer Volkstradition: Tang- bis Qing-Dynastie. Heute weltweit bekannt durch das chinesische Mondfestival (Zhongqiu Jie); 2007 wurde die erste chinesische Mond-Sonde nach ihr benannt (Chang’e-1).
Chang-e hat keine speziellen Tempel, ist aber in jedem chinesischen Haushalt beim Mondfestival präsent. Mond-Tempel (Yuè Tán) in Peking: einer der vier kaiserlichen Opfertempel, dem Mond geweiht (heute Park).
In Hong Kong, Singapur, Malaysia, Vietnam, Korea und Japan wird ihr Mondfestival international gefeiert. In der modernen chinesischen Raumfahrt-Tradition zentral, das chinesische Mond-Programm trägt ihren Namen.
Zentrale Quellen: Huainanzi (2. Jh. v. Chr. eine der ältesten Versionen des Chang-e-Mythos), Shanhaijing (Klassiker der Berge und Meere), Tang-Lyrik (Li Bai, Li Shangyin), Yuan- und Ming-Erzählungen. Sekundärliteratur: Werner, Myths and Legends of China; Kohn, Daoism Handbook; Birrell, Chinese Mythology. An Introduction; Yang/An, Handbook of Chinese Mythology.
Chang’e wird als wunderbar-schöne Jungfrau in weißen oder silbernen Seide-Gewändern dargestellt, die Mond umgibt. Ihr Gesicht ist traurig-schön, nicht zornig wie Raijin, nicht zart wie Guanyin, sondern melancholisch-ebenmäßig.
Sie wird oft mit einem Mond-Spiegel oder der Mond selbst hinter ihr gezeigt. Bei ihr ist das Jade-Kaninchen (yutu), ein süßliches, weißes Wesen mit langen Ohren, das das Unsterblichkeitselixier in einem Mörser zerstoßt.
Manchmal wird Chang’e dargestellt, wie sie vom Mond herunter auf die Erde schaut, mit nostalgischem Blick. Die weißen Farben sind zentral, Mond ist weiß, Seide ist weiß, Kaninchen ist weiß. Künstlerisch ist Chang’e oft romantisiert, nicht sakral wie Yuhuang oder wild wie Zhong Kui, sondern poetisch.
Chang’e ist keine Administratorin wie Yanluo oder Yuhuang, sondern Symbol, Göttin der Sehnsucht, der Einsamkeit, der unsterblichen Schönheit. Sie wird weniger um praktische Hilfe angefleht als um Sympathie, Poeten und Liebhaber invoke sie.
Das Mondfest (fünfzehnter Tag des achten Mondes) ist Chinas Thanksgiving-ähnlich Fest, bei dem Chang’e verehrt wird. Familien versammeln sich, essen Mondkuchen (yuebings, süße Kuchen mit Eigelb-Mond-Symbol), und betrachten den Mond.
Der Akt ist weniger religiös als nostalgisch-sentimental: Chang’e auf dem Mond, einsam wie Menschen, die weit weg von Familie sind. Im Gegensatz zu anderen Gottheiten (die um Segen beten) bete Menschen zu Chang’e um Verständnis für Sehnsucht.
In der modernen Zeit ist Chang’e eine kulturelle Ikone, die chinesische Mondsonde hieß Chang’e, Designfirmen nutzen ihren Namen. Sie ist literarisch und emotional primär, nicht religiös-funktional.
Chang’e wird als schöne Frau mit blasser Haut dargestellt, oft in ein weißes oder silbernes Gewand gekleidet. Sie wird auf dem Mond mit einem Kaninchen (oder einer Kröte, je nach Version) gezeigt. Manchmal hält sie einen Mond-Kamm oder einen Mond-Spiegel. Ihre Farbe ist Silber oder Weiß, Farben des Mondes.
Die wichtigsten Aspekte von Chang’e auf einen Blick. Die folgenden Felder fassen Herkunft, Funktion, Erscheinung, Verehrung, Symbole und kulturelle Parallelen zusammen.
Chang-e ist Gemahlin des heroischen Bogenschützen Hou Yi, der die neun von den zehn Sonnen erschoss, die das Land verbrannten.
Zur Belohnung erhält Hou Yi von der Königin-Mutter des Westens (Xiwangmu) die Pille der Unsterblichkeit. Chang-e schluckt die Pille heimlich (Mythos-Versionen variieren in der Motivation: Angst vor einem Dieb, Eigensinn, Versuch beider Liebenden zur Unsterblichkeit); sie schwebt zum Mond hinauf und kann nicht zurück.
Lebt seither einsam im Mond-Palast (Yuè Gông), begleitet vom Jade-Hasen Yutu und in einer Tradition vom Holzfäller Wu Gang (verflucht, einen Mond-Baum zu fällen, der jedes Mal nachwächst).
Mond-Göttin und Patronin der Mond-Liebenden. Im Mondfestival (Zhongqiu Jie, 15. Tag des 8. Monats des chinesischen Kalenders, September/Oktober) zentral angerufen, Familien versammeln sich, essen Mondkuchen (Yuebing), beten zum Mond.
In der traditionellen Liebes-Lyrik Symbol der Liebe in der Trennung (Chang-e und Hou Yi sehen sich nie wieder). Patron der Frauen-Sehnsucht. In moderner chinesischer Raumfahrt symbolisches Banner.
Schöne junge Frau in fließendem hellblauem oder weißem Hofgewand, mit langem schwarzem Haar, melancholischem Gesichtsausdruck. Häufig schwebend in Wolken zum Mond hinauf, oder thronend im Mond-Palast.
Begleitet vom Jade-Hasen (Yutu), der die Unsterblichkeitspille zerstampft. In einigen Darstellungen mit dem Mond-Baum oder dem Holzfäller Wu Gang im Hintergrund. Im Mond-Festival-Bilder als bevorzugtes Sujet der traditionellen chinesischen Malerei.
Wirkungsbereich: Chang-e wird im Mondfestival universell verehrt, eine der größten chinesischen Volksfeste. Familien essen Mondkuchen, beten zum Mond, hängen Lampions auf. Im persönlichen Volksglauben Patronin der getrennten Liebenden, Anrufung in Liebesnot.
Im modernen China zentrale Identifikationsfigur (auch als feministisches Symbol, eine Frau, die alleine zum Mond aufstieg). Die chinesische Mond-Sonde Chang’e-1 (2007), Chang’e-3 (Mond-Lander 2013) und Chang’e-4 (Rückseiten-Mond-Lander 2019) tragen ihren Namen.
Mondscheibe, Jade-Hase (Yutu), Unsterblichkeitspille, Mond-Palast, Mond-Baum, hellblaues Hofgewand. Heilige Pflanzen: Mond-Baum (mythisch), Cassia-Baum. Heilige Tiere: Jade-Hase, Kröte (in einigen Versionen). Heilige Speise: Mondkuchen (Yuebing).
Selene (Griechenland, weibliche Mond-Göttin), Luna (Rom), Artemis (Griechenland, Mond-Aspekt später), Tsukuyomi (Japan, Mondgott, männlich, anders als Chang-e), Chandra (Hinduismus, männlich), Khons (Ägypten, männlich). Chinesische Tradition zeigt eine bemerkenswerte Geschlechter-Vielfalt der Mondgottheiten weltweit. Chang-e ist eine der wenigen weiblichen Mond-Göttinnen Ostasiens (Japan und Hindu haben männliche Mondgötter).
Beschwörungen
Chang’e gilt in der chinesischen Tradition nicht als bedrohliche Gestalt, weshalb sich keine Abwehrriten gegen sie entwickelten; der Umgang mit ihr ist von Verehrung und Wehmut geprägt.
Zum Mittherbstfest am 15. Tag des 8. Mondmonats stellen Familien Mondkuchen und Früchte als Gaben auf, betrachten den Vollmond und gedenken der Mondgöttin. Frauen baten sie dabei traditionell um Schönheit und um Schutz für die Familie, sodass die Praxis eher einer Segensbitte als einer Abwehr entspricht.
Amulette und Schutzsymbole
Chang’e, die in den Mond entrückte Göttin, ist eng mit dem Mondfest verknüpft, bei dem runde Mondkuchen Vollständigkeit und familiäre Einheit symbolisieren. Mondförmige Anhänger und Jadeschmuck wurden traditionell als Zeichen von Reinheit und Beständigkeit getragen; Jade galt in China als lebensbewahrender Stein.
Der Jadehase, Chang’es Begleiter, der das Elixier stampft, erscheint auf Amuletten und Neujahrsbildern als Glücks- und Fruchtbarkeitszeichen. Da Chang’e mit dem Unsterblichkeitselixier verbunden ist, stand ihre Gestalt zugleich für die Sehnsucht nach langem Leben, ein Motiv, das in der volkstümlichen Schmuck- und Bildkunst bis heute nachwirkt.
Chang’e ist die Göttin des Mondfests (Zhonguqiu Jie), eines der wichtigsten chinesischen Feste. Frauen verehren sie besonders für Fruchtbarkeit und Familie. Räucherstäbchen und süße Mondkuchen werden ihr als Opfer gebracht. Das Mondfest ist ein Volksfest, das über konfuzianische und daoistische Grenzen hinweg begangen wird.
Chang’e ähnelt der griechischen Selene (Mondgöttin), der römischen Luna, der japanischen Tsukuyomi (Mondgott), dem babylonischen Sin. Im Gegensatz zu Selene (primär astronomisch) oder Tsukuyomi (kosmisch-abwesend) ist Chang’e emotional-narrativ, ihre tragische Geschichte ist zentral. Mit der europäischen Lady of Shalott teilt sie die Isolation und das melancholische Schöne.
Mit dem hindu-Mythos von Soma (Mondsaft) teilt sie Unsterblichkeit-Aspekte. Mit Persephone (Hades-Entführung) teilt sie räumliche Trennung, aber Chang’e wählte selbst die Flucht. Einzigartig ist die literarische Romantizierung: Sie wurde nicht durch Ritual–Kult populär, sondern durch Gedichte und Geschichten. Der Mondhase ist ein süßlich-Alleinstellung, kaum eine andere Mondgöttin hat einen tierischen Begleiter.
Die Erzählung von Chang E, der Frau, die zum Mond aufstieg, ist in mehreren, teils stark voneinander abweichenden Fassungen überliefert.
Allen gemeinsam ist der Kern: Chang E nimmt ein Elixier der Unsterblichkeit ein und schwebt zum Mond empor, wo sie fortan wohnt. In den Einzelheiten und in der moralischen Deutung gehen die Versionen jedoch weit auseinander.
In einer alten Fassung, die in frühen Texten wie dem Huainanzi aus dem zweiten vorchristlichen Jahrhundert anklingt, stiehlt Chang E das Elixier, das ihr Mann, der Bogenschütze Hou Yi, erhalten hatte, und flieht damit zum Mond.
Hier erscheint sie in einem eher negativen Licht, als diejenige, die das gemeinsame Gut für sich allein nimmt. Eine Version berichtet sogar, dass sie zur Strafe auf dem Mond in eine Kröte verwandelt wurde, ein Motiv, das die Verbindung des Mondes mit der Kröte in der frühen chinesischen Vorstellung erklärt.
Spätere Fassungen mildern dieses Bild oder kehren es um. In einer verbreiteten Version nimmt Chang E das Elixier, um zu verhindern, dass ein habgieriger Schüler oder Eindringling es Hou Yi raubt; ihr Aufstieg ist dann ein Opfer, kein Verrat. In wieder anderen Erzählungen geschieht der Aufstieg ungewollt oder als tragisches Missverständnis.
Die Forschung sieht in dieser Vielfalt einen langen Prozess der Umdeutung, in dem aus einer ambivalenten oder schuldhaften Gestalt allmählich eine sympathische, sehnsüchtige Figur wurde. Welche Fassung die ursprüngliche ist, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen, doch die negative Variante gilt als die ältere Schicht.
Chang E ist untrennbar mit einem der wichtigsten Feste des chinesischen Kalenders verbunden, dem Mondfest oder Mittherbstfest, das am fünfzehnten Tag des achten Mondmonats begangen wird, wenn der Vollmond als besonders rund und hell gilt. An diesem Abend versammeln sich Familien, betrachten den Mond und essen die runden Mondkuchen, deren Form an die Mondscheibe erinnert.
Chang E gilt als die Bewohnerin des Mondes, der an diesem Fest besondere Aufmerksamkeit gilt. In manchen Regionen wurden ihr Opfergaben dargebracht, vor allem von Frauen, die um Schönheit, um Glück in der Ehe oder um Nachkommen baten.
Die Verbindung von Mond, Weiblichkeit und Fruchtbarkeit ist in der chinesischen Vorstellungswelt alt und verleiht Chang E im Rahmen des Festes eine kultische Funktion, die über die bloße Erzählfigur hinausgeht.
Mit Chang E verknüpft sind weitere Mondbewohner, die zum festen Bestand der Überlieferung gehören: der Jadehase, der unter einem Baum ein Elixier oder Heilkräuter stampft, und in einigen Versionen der Holzfäller Wu Gang, der dazu verurteilt ist, immerfort einen Baum zu fällen, der sich stets wieder schließt.
Das Mondfest macht diese Erzählungen jedes Jahr aufs Neue gegenwärtig. Es ist ein Beispiel dafür, wie ein Mythos nicht nur als Text überliefert, sondern durch einen jährlichen Brauch lebendig gehalten wird. Die Verbindung von Himmelsbeobachtung, Familienzusammenkunft und Erzählung sichert Chang E einen festen Platz in der gelebten chinesischen Kultur.
In der bildenden Kunst erscheint Chang E meist als anmutige Frau in fließenden Gewändern, oft schwebend, mit wehenden Bändern, vor der Scheibe des Vollmonds. Begleitet wird sie häufig vom Jadehasen.
Diese Darstellung entwickelte sich über die Jahrhunderte und ist auf Rollbildern, Fächern, Porzellan und in Holzschnitten verbreitet. Die Figur steht für eine bestimmte ästhetische Idee: eine kühle, einsame Schönheit, fern und unerreichbar wie der Mond selbst.
In der klassischen chinesischen Dichtung ist Chang E ein wiederkehrendes Motiv. Dichter der Tang-Zeit, unter ihnen Li Shangyin, griffen ihre Gestalt auf, um Einsamkeit, Reue und unstillbare Sehnsucht auszudrücken.
In einem berühmten Gedicht heißt es sinngemäß, Chang E müsse den langen Reiz ihrer Entscheidung bereuen, nun, da sie Nacht für Nacht allein über dem nächtlichen Meer und dem leeren Himmel wache.
Die Dichtung verschob damit den Akzent von der äußeren Handlung auf das innere Erleben und machte aus Chang E ein Sinnbild für die Schattenseite eines erlangten Wunsches.
Diese literarische Tradition prägte das Bild Chang Es nachhaltig. Aus der Diebin der frühen Texte und der Festgöttin der Volksreligion wurde in der gelehrten Kultur eine elegische Figur, deren Unsterblichkeit zugleich ihre Strafe ist.
Die Vieldeutigkeit, die sich daraus ergibt, ist ein Grund für die anhaltende künstlerische Anziehungskraft des Stoffes. Chang E lässt sich als Glücksgestalt, als Mahnung und als tragische Heldin lesen, und die chinesische Kunst hat alle diese Lesarten zu verschiedenen Zeiten ausgeschöpft.
Die Verbindung Chang Es mit dem Mond hat ihr in der Gegenwart eine ungewöhnliche Aktualität verschafft. Das chinesische Mondprogramm trägt offiziell ihren Namen.
Die Reihe der unbemannten Mondsonden, die seit 2007 gestartet wurden, heißt Chang E, und auch der Mondrover einer dieser Missionen wurde nach dem Jadehasen benannt, dem mythischen Begleiter der Mondbewohnerin. Damit ist ein alter Mythos zum Namensgeber eines hochtechnischen Forschungsvorhabens geworden.
Diese Namenswahl ist religionsgeschichtlich aufschlussreich. Sie zeigt, dass ein mythologischer Stoff nicht zwangsläufig mit der modernen Wissenschaft in Widerspruch gerät, sondern als kulturelles Symbol weitergetragen werden kann.
Der Mythos liefert die Bilder, die Wissenschaft füllt sie mit neuem Inhalt. Für ein breites chinesisches Publikum verbindet der Name die Mondforschung mit einer vertrauten Erzählung und macht ein abstraktes technisches Unternehmen kulturell anschlussfähig.
Auch in Film, Animation und Literatur der Gegenwart ist Chang E präsent, sowohl in China als auch in der chinesischen Diaspora weltweit.
Moderne Erzählungen greifen die Mehrdeutigkeit des Stoffes auf und deuten Chang E je nach Bedarf als romantische Heldin, als Sinnbild der Trennung von Familie oder als Figur, die zwischen Pflicht und eigenem Wunsch zerrissen ist.
Religionswissenschaftlich bleibt festzuhalten, dass Chang E ein seltenes Beispiel dafür ist, wie eine Gestalt vom altchinesischen Text über die Volksreligion und die klassische Dichtung bis in die Raumfahrt und die Populärkultur des einundzwanzigsten Jahrhunderts durchgehend lebendig geblieben ist. Wer verwandte Himmels- und Mondgestalten sucht, findet im Bereich der chinesischen Mythologie weitere Anknüpfungspunkte.
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Chang’e ist in der chinesischen Mythologie die Göttin des Mondes. Der bekannteste Mythos erzählt, dass ihr Mann, der Bogenschütze Houyi, ein Elixier der Unsterblichkeit erhielt, nachdem er neun von zehn Sonnen vom Himmel geschossen hatte.
Chang’e nahm das Elixier zu sich, aus unterschiedlichen Gründen je nach Überlieferung, und stieg zum Mond auf, wo sie seither wohnt. Begleitet wird sie dort von einem Jadehasen, der ein Elixier zerstößt.
Chang’e steht im Zentrum des Mondfestes (Mid-Autumn Festival), eines der wichtigsten Feste des chinesischen Kalenders, das am 15. Tag des achten Mondmonats gefeiert wird.
An diesem Abend, wenn der Vollmond am hellsten leuchtet, gedenken Familien der Mondgöttin, essen runde Mondkuchen und bringen Opfergaben dar. Die runde Form von Mond und Mondkuchen symbolisiert die Wiedervereinigung der Familie. Das chinesische Monderkundungsprogramm wurde zu Ehren der Göttin Chang’e benannt.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
Im Schutz-Kompass vergleichen →Empfohlene Schutzmittel
Das einfachste Schutzmittel dieser Sammlung: 41 Schichten aus Echtgold 999, Platin, Silber und Silizium, gefertigt in Ruhla/Thüringen. Muss nicht aktiviert werden, ist an keine Person gebunden und wirkt im Umkreis von rund 50 Metern, auch ohne getragen zu werden.
Verwandte Wesen

Sin, sumerisch Nanna, war der mesopotamische Mondgott mit Kultzentren in Ur und Harran, Hüter von...

Goryo, der rachsüchtige Geist hochrangiger Toter in Japan. Herkunft, Sugawara no Michizane, der B...

Selkies: Robbenwesen der schottischen Inseln und der Färöer, die an Land ihre Haut ablegen. Herku...

Rolling Calf, der rachsüchtige Geist Jamaikas in Kalbsgestalt. Herkunft, die glühenden Augen und ...

Metsaema, die estnische Waldmutter, gilt als Hüterin von Wild und Wald. Herkunft, Überlieferung, ...

Der Marbendill, weissagender Meermann der isländischen Sagen. Herkunft, das rätselhafte dreifache...