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Masaw, Hüter der vierten Welt

Masaw ist Gott der Hopi-Überlieferung.

Herr des Feuers und des Todes, Hüter der vierten Welt. Masaw tritt bei den Hopi als Feuer- und Erdgott auf, und der folgende Abschnitt erläutert diese Doppelstellung.

GottNordamerika

Inhaltsverzeichnis

Masaw, der Feuer- und Erdgott der Hopi
Masaw

Masaw, auch Maasaw oder Masauwu, ist bei den Hopi der Gott des Feuers, des Todes und der Erde und der Hüter der gegenwärtigen, vierten Welt. Nach der Überlieferung empfing er das Hopi-Volk beim Aufstieg in diese Welt und wies ihm den Weg des rechten Lebens.

Die Überlieferung ist mündlich und lebendig; manche Inhalte werden bewusst nicht an Außenstehende gegeben. Diese Seite folgt der zurückhaltenden Darstellungsweise der Fachliteratur.

Auf einen Blick: Masaw

Typ: Gott des Feuers, des Todes und der Erde, Hüter der vierten Welt
Herkunft: Hopi in Arizona, lebendige mündliche Tradition
Texte: überwiegend ethnografische Aufzeichnungen
Zeitraum: lebendige Tradition, ethnografisch dokumentiert
Erscheinung: furchterregende Gestalt, die nachts mit einer Fackel umhergeht

Historische Einordnung

Zeitraum der Texte

Überwiegend ethnografisch dokumentierte, lebendige Hopi-Tradition; manche Inhalte werden bewusst zurückhaltend überliefert.

Verbreitungsraum

Das Land der Hopi in Arizona, im Südwesten Nordamerikas.

Quellenlage

Mäßig und bewusst zurückhaltend: ethnografische Studien, allen voran Malotki und Lomatuway’ma, dazu Waters; die Fachliteratur behandelt Masaw entsprechend vorsichtig.

Name und Varianten

Hopi: Masaw, auch Maasaw oder Masauwu geschrieben. Die Überlieferung zu ihm ist mündlich; sie beschreibt ihn als Herrn der Erdoberfläche und der Unterwelt zugleich, als Gott des Feuers und des Todes.

Erscheinungsbild

Erscheinung

Masaw wird als furchterregende, blutbefleckte Gestalt beschrieben, die nachts mit einer Fackel umhergeht; sein Feuer erhellt die Dunkelheit der Nacht und der Unterwelt.

Wirkung

Masaw geht in der Nacht mit dem Feuer um und wacht über die Grenze von Leben und Tod. Er ist zugleich Herr des Todes und Bewahrer der Erde und ihrer Fruchtbarkeit; als Herr der Erde weist er den Hopi den bescheidenen, rechten Lebensweg.

Steckbrief: Masaw

Die wichtigsten Aspekte des Feuer- und Erdgottes auf einen Blick.

Tradition

Zentrale Gestalt der Hopi-Ursprungserzählungen: Er empfing die Menschen beim Aufstieg aus den unteren Welten in die gegenwärtige, vierte Welt.

Zuständig für

Feuer, Tod und Erde: Er wacht über die Grenze von Leben und Tod und bewahrt die Erde und ihre Fruchtbarkeit.

Darstellung

Furchterregende, blutbefleckte Gestalt, die nachts mit einer Fackel umhergeht; ihr Feuer erhellt Nacht und Unterwelt.

Funktion

Hüter der vierten Welt und Wegweiser: Dem Hopi-Volk, das ihm die Erde anvertraute, weist er den bescheidenen, rechten Lebensweg.

Kult

Vergegenwärtigung in Zeremonien und durch Katsina-Gestalten; Fackel und Feuer gehören zu den nächtlichen Riten. Details bleiben aus Respekt ausgespart.

Pendants

Chthonische Feuer- und Totengottheiten anderer Kulturen; im Feuergötter-Umfeld etwa der Schwarze Gott der Diné oder der aztekische Xiuhtecuhtli.

Der Empfang an der Schwelle der vierten Welt

Masaw ist im Hopi-Glauben der Herr der Erdoberfläche und der Unterwelt zugleich, Gott des Feuers und des Todes. In den Ursprungserzählungen erscheint er als derjenige, der die Menschen beim Emergence, dem Aufstieg aus den unteren Welten, empfängt: An der Schwelle zur gegenwärtigen, vierten Welt trat ihnen der Hüter dieser Welt entgegen und wies ihnen den Weg des rechten, bescheidenen Lebens.

Die Überlieferung dazu ist mündlich und Teil einer lebendigen Religion; manche Inhalte werden bewusst nicht an Außenstehende gegeben. Was die ethnografische Literatur festhält, ist deshalb ein Ausschnitt, kein vollständiges Bild.

Zurückhaltende Überlieferung und Einordnung

Masaw ist durch die ethnografische Forschung zum Südwesten bekannt, wird aber aus Respekt vor der Hopi-Religion oft nur zurückhaltend dargestellt. In der Populärkultur ist er kaum präsent.

Religionswissenschaftlich ist Masaw ein Beispiel für die enge Verbindung von Feuer, Tod und Erde in einer nordamerikanischen Kosmologie: Das nächtliche Feuer markiert die Grenze zwischen den Welten, und der Feuergott ist zugleich Schöpfer der gegenwärtigen Weltordnung. Eine Klarstellung: Masaw ist kein böser Gott. Er ist furchteinflößend, aber zugleich Hüter der Erde und Wegweiser des rechten Lebens.

Zeremonien und Ehrfurcht

Masaw wird in Zeremonien und durch Katsina-Gestalten vergegenwärtigt; sein Feuer und seine Fackel gehören zu den nächtlichen Riten. Da er zugleich Herr des Todes ist, ist der Umgang mit ihm von Ehrfurcht und strengen Regeln geprägt. Aus Respekt vor der Hopi-Tradition werden die genauen Kultformen hier nicht ausgeführt.

Feuer- und Totengötter im Vergleich

Masaw verbindet Feuer und Tod ähnlich wie chthonische Feuer- und Totengottheiten anderer Kulturen; als Herr der Erde und Wegweiser des Volkes ist er zugleich eine Schöpfungs- und Ordnungsgestalt. Seine Verbindung von nächtlichem Feuer und Totenreich hat im mesoamerikanischen und griechischen Bereich lose Entsprechungen bei chthonischen Gottheiten, etwa im Umfeld des aztekischen Feuergottes Xiuhtecuhtli. Im Südwesten steht ihm der Schwarze Gott der Diné als Feuergestalt einer Nachbarkultur gegenüber, im westmexikanischen Bereich der Feuergroßvater Tatewari.

Häufige Fragen zu Masaw

Wer ist Masaw?

Der Hopi-Gott des Feuers, des Todes und der Erde und der Hüter der gegenwärtigen Welt.

Warum trägt er eine Fackel?

Sein Feuer erhellt die Nacht und die Unterwelt; er wird als nächtliche Feuergestalt beschrieben.

Ist er ein böser Gott?

Nein. Er ist furchteinflößend, aber zugleich der Hüter der Erde und Wegweiser des rechten Lebens.

Weiterführende Verlinkungen

Empfohlene interne Links:

Literatur (Auswahl)

Eine Auswahl zentraler Quellen und Studien:

  • Malotki, Ekkehart / Lomatuway’ma, Michael: Maasaw. Profile of a Hopi God. Lincoln 1987.
  • Waters, Frank: Book of the Hopi. New York 1963.

Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.

Masaw bleibt bei den Hopi Gott des Feuers und Todes und zugleich Hüter der Erde: eine furchteinflößende und doch wegweisende Gestalt, deren nächtliches Feuer die Grenze zwischen den Welten markiert.

Einordnung & Schutz

IIISTUFE
Der Schutz-Kompass ordnet dieses Wesen der Einwirkungsstufe III zu – Belastende Einwirkung.

Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:

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