Die Cimaruta ist ein silbernes Amulett aus Neapel in Form eines Rautenzweigs. An den Zweigen hängen mehrere kleine Symbole. Als zusammengesetztes Schutzamulett dient sie der Abwehr des bösen Blicks und des Unheils.
Die Cimaruta ist ein Schutzamulett aus dem süditalienischen Raum, besonders aus Neapel. Der Name bedeutet so viel wie Spross oder Zweig der Raute. Sie gehört zu den eigenständigen Schutzsymbolen des Mittelmeerraums.
Die Cimaruta ist in der Regel aus Silber gefertigt. Sie bildet einen verzweigten Pflanzenzweig nach, an dessen Enden mehrere kleine Symbole angebracht sind. Dadurch ist sie ein zusammengesetztes Amulett.
Die nachgebildete Pflanze ist die Weinraute, ein Kraut, dem in der Volkskunde des Mittelmeerraums eine schützende Bedeutung zukam. Aus dem Zweig dieser Pflanze hat das Amulett seine Grundgestalt.
An den Zweigen der Cimaruta hängen verschiedene kleine Zeichen, etwa eine Hand, ein Mond, ein Schlüssel, eine Blüte oder ein Herz. Jedes dieser Zeichen trägt eine eigene Bedeutung bei.
Ihre Aufgabe ist die Abwehr des bösen Blicks und des Unheils. In der Volkskunde gilt die Cimaruta als ein besonders reich gestaltetes Amulett, das mehrere Schutzzeichen in einem Gegenstand bündelt.
Diese Seite stellt die Cimaruta unter dem Gesichtspunkt des Schutzes dar. Sie beschreibt die Form, die Weinraute, die einzelnen Zeichen, das Wirkprinzip und die Stellung des Amuletts in der neapolitanischen Volkskultur.
Die Cimaruta hat eine kennzeichnende Gestalt. Sie bildet einen Pflanzenzweig nach, der sich in mehrere Äste teilt, sodass eine fein gegliederte, ausladende Form entsteht.
Der bevorzugte Werkstoff ist Silber. Das helle Metall galt selbst als schützend und wurde in vielen Kulturen mit Abwehr und mit dem Mond verbunden. Eine silberne Cimaruta verband so Form und Werkstoff zu einem Schutzmittel.
An den Enden der Zweige sind die kleinen Symbole angebracht. Sie sind aus demselben Silber gearbeitet und mit dem Zweig fest verbunden, sodass das ganze Amulett ein einziges Stück bildet.
Die Größe der Cimaruta ist begrenzt. Sie ist als Anhänger gedacht, der getragen oder über einer Wiege und an einer Tür aufgehängt werden konnte. Die feine Gliederung erforderte eine sorgfältige Silberarbeit.
Die Gestaltung konnte von Stück zu Stück verschieden sein. Welche Zeichen an den Zweigen hingen und in welcher Anordnung, schwankte. Die Grundform des verzweigten Rautenzweigs blieb jedoch erhalten.
Die Cimaruta ist damit ein kunstvolles Amulett. Ihre Form verbindet die nachgebildete Pflanze mit den angehängten Zeichen zu einem reich gegliederten Gegenstand der Silberschmiedekunst.
Die Grundgestalt der Cimaruta ist der Zweig der Weinraute. Diese Pflanze gab dem Amulett seinen Namen und seine Form.
Die Weinraute ist ein stark riechendes Kraut des Mittelmeerraums. Ihr wurde in der alten Volkskunde und Heilkunde eine besondere Stellung zugewiesen. Sie galt als kräftige Pflanze mit abwehrender Wirkung.
In der Volkskunde des Mittelmeerraums wurde die Raute gegen den bösen Blick und gegen schädliche Mächte eingesetzt. Sie konnte im Haus aufgehängt oder am Körper getragen werden.
Aus dieser schützenden Bedeutung der lebenden Pflanze leitet sich die Cimaruta ab. Das Amulett bildet den Rautenzweig in dauerhaftem Silber nach und bewahrt so dessen Schutzkraft.
Der nachgebildete Zweig hat dabei einen Vorteil gegenüber der lebenden Pflanze. Er verwelkt nicht und bleibt dauerhaft erhalten. Das silberne Amulett trägt die Kraft der Raute in fester, beständiger Form.
Die Cimaruta ist damit ein Pflanzenamulett. Wie andere Schutzmittel des Mittelmeerraums beruht sie auf einer Pflanze, der eine abwehrende Kraft zugeschrieben wurde, und überführt diese in einen dauerhaften Gegenstand.
Das Besondere an der Cimaruta sind die kleinen Zeichen, die an den Enden der Zweige hängen. Sie machen das Amulett zu einem zusammengesetzten Schutzmittel.
Häufig erscheint eine kleine Hand an einem der Zweige. Die Hand ist ein altes Schutzzeichen des Mittelmeerraums, das für Abwehr und Segen steht, wie es bei der Hamsa ausführlich dargestellt ist.
Ein weiteres häufiges Zeichen ist der Mond, meist als schmale Sichel. Der Mond verbindet die Cimaruta mit dem Silber und mit alten Vorstellungen von einem weiblichen, schützenden Gestirn.
Auch ein Schlüssel kann an den Zweigen hängen. Der Schlüssel steht für das Öffnen und das Schließen, für die Bewahrung des Hauses und für die Macht, das Unheil auszuschließen.
Daneben begegnen Blüten, ein Herz, ein Fisch, ein kleines Schwert oder ein Vogel. Jedes dieser Zeichen trägt eine eigene Schutz- oder Segensbedeutung bei und ergänzt die übrigen.
Die Cimaruta bündelt damit mehrere Schutzzeichen in einem einzigen Amulett. Sie ist gleichsam eine Sammlung kleiner Zeichen, die gemeinsam an einem Rautenzweig hängen und einander verstärken.
Die wichtigste Aufgabe der Cimaruta ist die Abwehr des bösen Blicks. Im italienischen Raum ist dieser als Malocchio bekannt, was wörtlich böses Auge bedeutet.
Die Cimaruta richtet sich gegen den bösen Blick, der nach süditalienischer Vorstellung durch einen neidischen Blick Schaden anrichten kann. Vor allem in Neapel hängten Mütter das silberne Rauten-Amulett Säuglingen und Kleinkindern um, die als besonders gefährdet galten. Die Grundzüge dieses im Mittelmeerraum verbreiteten Glaubens beschreibt die Seite zum bösen Blick.
Die Cimaruta tritt diesem Glauben als Abwehrmittel entgegen. Wer sie trägt oder im Haus aufhängt, ist nach der Überlieferung gegen den Malocchio und gegen anderes Unheil geschützt.
Besonders galt die Cimaruta dem Schutz von Kindern. Sie wurde über der Wiege aufgehängt oder dem Kind angelegt und sollte es durch die ersten verletzlichen Lebensjahre begleiten.
Auch das Haus und die Familie standen unter dem Schutz der Cimaruta. An der Tür oder im Wohnraum aufgehängt, sollte sie den Ort und die dort Lebenden bewahren.
Die Cimaruta ist damit fest in den Glauben an den bösen Blick eingebettet. Sie gibt einer verbreiteten Furcht eine besonders reich gestaltete Antwort, indem sie mehrere Schutzzeichen in einem Amulett vereint.
Die Cimaruta folgt einem eigenen Wirkprinzip. Ihre Schutzkraft beruht nicht auf einem einzigen Zeichen, sondern auf der Bündelung mehrerer Zeichen in einem Amulett.
Die Grundlage ist die Weinraute. Die schützende Pflanze gibt dem Amulett seine Gestalt und seine erste Schutzbedeutung. Auf diesem Grund bauen die übrigen Zeichen auf.
Jedes angehängte Zeichen fügt eine weitere Schutzbedeutung hinzu. Die Hand wehrt ab, der Mond schützt, der Schlüssel verschließt das Haus, die Blüte bringt Segen. Gemeinsam ergeben sie ein dichtes Geflecht.
Hinter diesem Aufbau steht der Gedanke, dass viele Zeichen mehr Schutz bieten als ein einzelnes. Die Cimaruta versammelt verschiedene Mittel, damit eines greift, wo ein anderes nicht ausreicht.
Hinzu kommt der schützende Werkstoff. Das Silber gilt selbst als abwehrend. So verbindet die Cimaruta die Kraft der Pflanze, die Kraft der Zeichen und die Kraft des Werkstoffs.
Die Cimaruta ist damit ein zusammengesetztes Amulett. Ihr Wirkprinzip ist die Häufung. Sie schützt nicht durch ein einziges starkes Zeichen, sondern durch das Zusammenwirken vieler kleiner Zeichen.
Die Cimaruta gehört zur reichen Familie der Schutzamulette des Mittelmeerraums. Innerhalb dieser Familie nimmt sie durch ihre zusammengesetzte Form eine eigene Stellung ein.
Verwandt ist sie mit dem Cornicello, dem hornförmigen Amulett. Beide stammen aus dem neapolitanischen Raum und dienen der Abwehr des Malocchio. Das Cornicello ist jedoch ein einzelnes Zeichen, die Cimaruta ein gebündeltes.
Ebenso verwandt sind die Handzeichen, die Mano cornuta und die Mano fico. Auch sie gehören zur Abwehr des bösen Blicks im italienischen Raum. Eine kleine Hand erscheint zudem oft als Zeichen an der Cimaruta selbst.
Über Italien hinaus lässt sich die Cimaruta mit der Hamsa vergleichen. Auch die Hamsa trägt häufig mehrere Zeichen, etwa ein Auge und einen Fisch, und verbindet so verschiedene Schutzbedeutungen.
Was die Cimaruta auszeichnet, ist die besonders reiche Bündelung. Während andere Amulette ein oder zwei Zeichen tragen, versammelt die Cimaruta eine ganze Reihe kleiner Zeichen an einem verzweigten Rautenzweig.
Die Cimaruta ist damit ein gutes Beispiel für ein zusammengesetztes Amulett. Sie zeigt, wie die Schutzpraxis des Mittelmeerraums verschiedene Zeichen zu einem einzigen kunstvollen Gegenstand verbinden konnte.
Die Cimaruta war fest in der Volkskultur Neapels und Süditaliens verankert. Sie gehörte zu den Schutzmitteln, die das Leben der Familien begleiteten.
Besonders eng war ihre Verbindung mit dem Schutz der Kinder. Über der Wiege aufgehängt, sollte die Cimaruta das Neugeborene bewahren, das als besonders gefährdet durch den bösen Blick galt.
Die Cimaruta wurde häufig verschenkt, etwa zur Geburt eines Kindes. Als Geschenk verband sie den Schutzgedanken mit dem Ausdruck guter Wünsche für das junge Leben.
Das Amulett wurde über Generationen weitergegeben. Eine alte Cimaruta, die schon mehrere Kinder einer Familie begleitet hatte, galt als besonders verbunden mit dem Schutz dieser Familie.
In der Forschung wurde die Cimaruta zeitweise mit alten Kulten in Verbindung gebracht. Solche weitreichenden Deutungen sind jedoch unsicher. Gesichert ist ihre Stellung als volkstümliches Schutzamulett der Neuzeit.
Die Cimaruta ist damit nicht nur ein Gegenstand, sondern Teil einer lebendigen Volkskultur. Schenken, Aufhängen und Weitergeben waren feste Handlungen, in die das Amulett eingebettet war.
Die Cimaruta ist heute weniger verbreitet als das einfachere Cornicello, doch im neapolitanischen Raum und unter Sammlern bleibt sie bekannt.
Als Amulett wird die Cimaruta weiterhin gefertigt. Silberschmiede stellen sie nach den alten Vorbildern her, mit dem verzweigten Rautenzweig und den angehängten kleinen Zeichen.
In Sammlungen zur Volkskunde des Mittelmeerraums ist die Cimaruta gut vertreten. Sie gilt als eines der kunstvollsten und vielschichtigsten Amulette dieser Region.
In der heutigen Verwendung steht oft das künstlerische und das traditionsbewusste Interesse im Vordergrund. Die Cimaruta wird als altes neapolitanisches Schmuckstück geschätzt, auch ohne den vollen alten Schutzglauben.
Für die Volkskunde und die Religionswissenschaft bleibt die Cimaruta ein aufschlussreicher Gegenstand. Sie zeigt, wie verschiedene Schutzzeichen zu einem einzigen zusammengesetzten Amulett verbunden werden konnten.
Die Cimaruta ist damit ein eindrückliches Beispiel für ein zusammengesetztes Schutzamulett. In ihr verbinden sich die schützende Weinraute, eine Vielzahl kleiner Zeichen und der Wunsch, besonders die Kinder vor dem bösen Blick zu bewahren.
Verwandte Schlüsselbegriffe: Cimaruta Rautenzweig Weinraute Silberamulett Neapel böser Blick Malocchio Apotropäikon Mittelmeerraum Kinderschutz.
iWell Guard steht in der kulturhistorischen Linie tragbarer Schutzobjekte, zu der auch die Cimaruta gehört. Ein moderner Begleiter für Menschen, die mit Schutzsymbolen leben: gefertigt in Deutschland, 41 Ebenen aus Echtgold, Platin und Silber, mit 30-Tage-Rückgaberecht.
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