Das verborgene Feuer des Apam Napat
Von Ralf Ittermann · zuletzt geprüft am
Apam Napat ist ein Gott der persischen Tradition.
Das Kind der Wasser trägt das Feuer der Tiefe. Die Überschrift bezeichnet Apam Napat als Wassergott der Indo-Iraner.
Apam Napat, das Kind der Wasser, ist ein indo-iranischer Gott, der das im Wasser verborgene Feuer verkörpert; golden steigt er, in Blitz gekleidet, aus dem Wasser.
Im Rigveda besitzt er ein eigenes Lied, oft eher Titel als Eigenname. In der Avesta hütet er das khvarenah, die Glücksglut der Herrschaft.
Typ: Gott des Feuers im Wasser
Herkunft: indo-iranischer Kulturraum
Texte: Rigveda-Lied, Zamyad-Yasht
Zeitraum: sehr alt bis heute
Erscheinung: goldener Gott, in Blitz gekleidet
Textgeschichte
Zeitraum der Texte
Sehr alt: gemeinsame indo-iranische Überlieferung von Rigveda und Avesta, bis heute liturgisch geehrt.
Verbreitungsraum
Der indo-iranische Kulturraum, vom vedischen Indien bis zum zoroastrischen Iran.
Quellenlage
Gut: ein eigenes Rigveda-Lied sowie Tishtrya- und Zamyad-Yasht der Avesta.
Name und Varianten
Sanskrit/Avestisch: Apam Napat bedeutet Kind der Wasser, verwandt mit lateinisch nepos. Im Rigveda oft Titel statt Eigenname.
Gestalt und Wirken
Erscheinung
Goldener Gott, der aus dem Wasser steigt, in Blitz gekleidet, verbunden mit einem schnellen Pferd.
Wirkung
Verteilt das Wasser der Länder, wahrt die Ordnung, hütet das khvarenah.
Steckbrief: Apam Napat
Die wichtigsten Aspekte des Wassergottes auf einen Blick.
Indo-iranische Doppelgestalt aus Rigveda und Avesta, älter als der Tempelkult.
Gläubige, die um Schutz und Fruchtbarkeit bitten, im Iran auch Könige.
Goldener Gott, in Blitz gekleidet, aus dem Wasser steigend.
Verteilt das Wasser der Länder, hütet das khvarenah der Tiefe.
Tägliche Liturgie als Yazata, Fest Maidyoshahem zugeordnet, kein eigener Tempel.
Vom vedischen Varuna, ebenfalls Kind der Wasser, unterscheidet ihn das Feuer.
Zwischen Rigveda und Avesta: eine Doppelüberlieferung
Sanskrit und avestisch Apam Napat bedeuten Kind der Wasser; Napat ist mit lateinisch nepos verwandt. Dumézil sah eine Verbindung zum etruskischen Nethuns und römischen Neptunus.
Im Zamyad-Yasht der Avesta ist er mit dem khvarenah verbunden und gehört zur ahurischen Trias mit Ahura Mazda und Mithra.
Ein Fall der vergleichenden Mythologie
Apam Napat ist Figur der vergleichenden indogermanischen Mythologie, Beleg für ein Motiv vom Feuer im Wasser.
Religionswissenschaftlich zeigt er eine indo-iranische Doppelüberlieferung: derselbe Gott vedisch und avestisch, der Feueraspekt indisch betont, iranisch reduziert.
Liturgie ohne eigenen Tempel
Bis heute wird Apam Napat täglich als Yazata geehrt. Zum Wasserkult gehören Weihwasser, Amulett und Räuchern.
Kind der Wasser im Kulturvergleich
Häufige Fragen zu Apam Napat
Feuer- oder Wassergott?
Beides: Er verkörpert das im Wasser verborgene Feuer; sein Name bedeutet Kind der Wasser.
Warum steht er im Schatten anderer Gestalten?
Die Schöpferrolle ging an Ahura Mazda, der Wasserkult an Anahita. Geehrt wird er bis heute täglich in der Liturgie als Yazata.
Weiterführende Verlinkungen
Interne Links:
Literatur (Auswahl)
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Ob man vom Apam Napat Gott des verborgenen Feuers spricht oder ihn als Kind der Wasser kennt: Gemeint ist derselbe indo-iranische Wächter des khvarenah in der Meerestiefe.





