Havmand, der Meermann, der um Agnete warb
Von Ralf Ittermann · zuletzt geprüft am
Havmand ist ein Geist der germanischen/nordischen Tradition.
Ein gütiger Meermann, der um eine sterbliche Frau wirbt. Die Überlieferung schildert, wie der Meermann einst um die sterbliche Agnete warb. Havmand ist der Meermann der nordischen Sagen, und dieser Eintrag beschreibt seine Stellung unter den Wasserwesen.
Der Havmand ist der Meermann der dänischen Sagenwelt, gutartiges Gegenstück zur Havfrue. Er wirbt um Agnete, die ihm ins Meer folgt und sieben Kinder gebiert, bis Kirchenglocken sie zurückrufen. Andersen dramatisierte den Stoff 1834.
Typ: Meermann, Gegenstück zur Havfrue
Herkunft: dänische Volksüberlieferung
Texte: Agnete og Havmanden, Andersen 1834
Zeitraum: Volksballade früh aufgezeichnet, Andersens Bearbeitung 1834
Erscheinung: stattlich, grüner oder schwarzer Bart, teils blaue Haut
Überlieferungskontext
Zeitraum der Texte
Teil der dänischen Volksballadentradition; die Schriftfassung von Agnete og Havmanden ist spät bezeugt, das Werbungsmotiv reicht älter zurück.
Verbreitungsraum
Verbreitet in Dänemark, Teil des skandinavischen Meermann-Motivs.
Quellenlage
Gut: umfangreiches Balladengut und Andersens literarische Bearbeitung.
Name und Varianten
Dänisch: hav Meer, mand Mann: wörtlich Meermann; weiblich die Havfrue.
Gestalt und Wirken
Erscheinung
Würdevoll, bärtig, grünes/schwarzes Haar, mitunter bläuliche Haut.
Wirkung
Meist wohlwollend; die Gefahr liegt in der Verlockung ins Meer, nicht in Gewalt.
Steckbrief: Havmand
Die wichtigsten Aspekte des Meermanns auf einen Blick.
Dänische Balladenüberlieferung, Teil des skandinavischen Motivs.
Menschen an der Küste, vor allem junge Frauen.
Stattlicher Meermann, grüner/schwarzer Bart, mitunter bläuliche Haut.
Werber, nicht Angreifer: Die Gefahr liegt in der Verlockung.
Kirchenglocken als Rückruf; ein eigener Abwehrbrauch ist nicht belegt.
Der isländische Marbendill und die Nixe als Verwandte, der Näcken als Gegenbild.
Agnete, das Unterwasserreich und der Ruf der Glocken
Havmand heißt wörtlich Meermann, dänisch hav und mand; weiblich die Havfrue. Er wirbt um Agnete, die ihm ins Meer folgt und sieben Kinder gebiert, bis Kirchenglocken sie zurückholen. Andersen machte 1834 ein Drama daraus.
Von der Ballade zur kleinen Meerjungfrau
Die Ballade zählt zu den bekanntesten dänischen Balladenstoffen, mittelbar Vorstufe zu Andersens Kleiner Meerjungfrau. Religionswissenschaftlich personifiziert der Havmand das Meer und verhandelt den Konflikt zwischen Meer und Kirche.
Glockenklang als einzige Grenze
Quellenfest ist das Kirchenglocken-Motiv: Glocken rufen aus der Meereswelt zurück. Als Küstenschutz galten Weihwasser und ein Amulett; ein Ritualkanon gegen ihn fehlt.
Meermänner und Süßwassergeister im Vergleich
Der Havmand steht neben der Havfrue und dem isländischen Marbendill, ist der Nixe verwandt und vom Näcken klar abzugrenzen.
Häufige Fragen zu Havmand
Ist der Havmand böse?
Nein, er gilt als gutartig; die Gefahr liegt in der Verlockung, nicht in Gewalt.
Was unterscheidet ihn von der Havfrue?
Er ist das männliche Gegenstück, sie die Meerjungfrau mit Zukunftsgabe.
Weiterführende Verlinkungen
Interne Links:
Literatur (Auswahl)
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Bekannt als Havmand Meermann der dänischen Küstensagen, bleibt er im Kern ein dänischer Meermann: gütig im Werben, aber machtlos gegen das Geläut der Kirchenglocken, das seine Braut zurückruft.





