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Peg Powler und der Schaum auf der Tees

Peg Powler ist Dämonin der englischen Überlieferung.

Der Schaum der Tees verrät die Wasserhexe darunter.

DämonEngland

Inhaltsverzeichnis

Peg Powler, Dämonin der englischen Überlieferung
Peg Powler

Peg Powler ist die grünhäutige Wasserhexe des Flusses Tees in Nordengland. Sie greift nach den Knöcheln derer, die zu nah am Wasser stehen, zieht sie unter und ertränkt sie. Als Kinderschreck hielt sie die Kleinen von den gefährlichen Ufern der reißenden Tees fern.

Belegt ist sie in den zwischen 1846 und 1859 gesammelten Denham Tracts und bei William Henderson, verortet vor allem um Piercebridge in County Durham. Anders als viele stille Wassergeister zeigt sich ihre Anwesenheit sogar sichtbar: im weißen Schaum auf der strömenden Tees, den man nach ihr benannte.

Im Überblick: Peg Powler

Typ: Wasserhexe, Ertrinkungsgestalt eines einzelnen Flusses
Herkunft: Fluss Tees in County Durham und Yorkshire, besonders um Piercebridge
Texte: gut belegt bei Denham und Henderson
Zeitraum: nordenglische Folklore, früheste Nennung in den Denham Tracts um 1850
Erscheinung: hässliche alte Frau mit grüner Haut, langem Haar und scharfen Zähnen, seltener als schöne junge Frau mit grünem Haar

Quellenkontext

Zeitraum der Texte

Nordenglische Folklore des 19. Jahrhunderts: Die früheste schriftliche Nennung steht in den zwischen 1846 und 1859 gesammelten Denham Tracts.

Verbreitungsraum

Der Fluss Tees in County Durham und Yorkshire, mit einem Schwerpunkt um Piercebridge; am Nebenfluss Skerne kennt man die verwandte Nanny Powler.

Quellenlage

Gut: Michael Aislabie Denham und William Henderson dokumentieren die Gestalt unabhängig voneinander.

Name und Varianten

Englisch: Peg ist eine Koseform von Margaret, wie sie für weibliche Schreckgestalten typisch ist. Powler leitet sich vermutlich von einem Dialektwort für das Zausen und Zerren am Haar ab, doch ist die genaue Etymologie nicht abschließend geklärt.

Erscheinung und Verhalten

Erscheinung

Peg Powler wird meist als hässliche alte Frau mit grüner Haut, langem Haar und scharfen Zähnen beschrieben. Eine Variante zeigt sie umgekehrt als schöne junge Frau mit grünem Haar, die zu ertrinken vorgibt, um Retter ins Wasser zu locken. Der weiße Schaum auf der strömenden Tees, Peg Powlers Suds oder Peg Powlers Cream genannt, markiert ihre Anwesenheit unter der Oberfläche.

Wirkung

Peg Powler greift nach den Knöcheln derer, die zu nah am schnell fließenden Wasser stehen, zieht sie unter und ertränkt sie, angetrieben von einem unstillbaren Verlangen nach Menschenleben, wie William Henderson es beschreibt. Ihre Funktion ist die einer abschreckenden Erzählung, die Kinder von den gefährlichen Ufern der Tees fernhält, insbesondere am Sonntag.

Steckbrief: Peg Powler

Die wichtigsten Aspekte der Flusshexe auf einen Blick.

Tradition

Nordenglische Flussfolklore der Grafschaft Durham, seit den Denham Tracts um die Mitte des 19. Jahrhunderts belegt.

Zuständig für

Unartige Kinder am Ufer der Tees, die sie der Überlieferung nach besonders am Sonntag ins tiefe Wasser zieht.

Darstellung

Hässliche grünhäutige Alte mit langem Haar und scharfen Zähnen, seltener als schöne junge Frau mit grünem Haar, die Rettung vortäuscht.

Funktion

Warnung vor der reißenden Strömung der Tees; der Flussschaum, Peg Powlers Suds, gilt als sichtbares Zeichen ihrer Nähe.

Abwehrformen

Magische Abwehrrituale sind kaum belegt; die Drohung selbst hält Kinder vom gefährlichen Ufer fern, besonders sonntags.

Abgrenzung

Jenny Greenteeth an stehenden Tümpeln und der Grindylow in Yorkshire als nächste englische Verwandte, doch Peg Powler bleibt an die Tees gebunden.

Die böse Göttin der Tees bei Denham

Peg Powler ist gut belegt für Nordengland; die früheste schriftliche Namensnennung steht in den Denham Tracts, gesammelt zwischen 1846 und 1859. Weiter dokumentiert ist sie bei William Henderson. Ihr Revier ist der Fluss Tees, besonders um Piercebridge; am Nebenfluss Skerne kennt man die verwandte Nanny Powler.

Michael Aislabie Denham nennt sie die böse Göttin der Tees und berichtet, sie ziehe unartige Kinder ins tiefe Wasser, besonders am Sonntag. Der Name Peg ist eine Koseform von Margaret, wie sie für weibliche Schreckgestalten typisch ist; Powler leitet sich vermutlich von einem Dialektwort für das Zausen und Zerren am Haar ab, doch ist die genaue Etymologie nicht abschließend geklärt.

Zwischen Flussgöttin und Warnfigur

Peg Powler ist eine beliebte Figur in Folklore-Blogs, moderner Fantasy und Musik und Gegenstand eines eigenen Forschungsprojekts. Sie gilt als Musterbeispiel der nordenglischen Wasserhexen und wird in der regionalen Erzähltradition der Tees bis heute weitergegeben.

Denham nennt Peg Powler die böse Göttin der Tees, was auf einen möglichen Rest eines lokalen Fluss- und Wassernumens deutet, im christlichen Kontext zur bösen Schreckgestalt umgedeutet. Primär ist sie jedoch funktional eine Warnerzählung zur Kindersicherheit an gefährlichem Wasser, in der sich die reale Gefahr des Flusses in einer greifbaren Gestalt verdichtet.

Erziehung statt Bannspruch

Konkrete magische Abwehrrituale sind für Peg Powler quellenmäßig kaum belegt; der Schutz liegt vor allem in der Erziehung. Kinder werden durch die Drohung mit ihr vom Ufer ferngehalten, sollen Abstand halten und nicht am Sonntag am Fluss spielen; der Warncharakter ist die Funktion selbst. Ergänzend gelten ein getragenes Amulett für Kinder im Sinn der behütenden Aufsicht, Salz als altes Reinigungs- und Schutzmittel gegen die Wesen des Wassers und ein Schwellenschutz am Zugang zum Wasser gegen das Unheimliche am Uferrand.

Ertränkerinnen der englischen Gewässer

Von den grünhäutigen Wasserhexen Englands ist Peg Powler eng an einen einzigen Ort gebunden: Wo die ebenso grünhäutige Jenny Greenteeth irgendeinen bewachsenen Tümpel Nordwestenglands heimsucht, bleibt Peg Powler an die Tees gekettet. Der Grindylow in Yorkshire teilt die Vorliebe für Kinder als Opfer, der Asrai dagegen zeigt, dass nicht jedes englische Wasserwesen bösartig sein muss. Regionale Schwesterfiguren wie Nelly Longarms und Nanny Powler am Skerne teilen ihr Wesen, ohne eigene Seite zu haben.

Häufige Fragen zu Peg Powler

Warum heißt der Flussschaum Peg Powlers Suds?

Der weiße Schaum auf der Tees galt als Zeichen ihrer Anwesenheit unter der Oberfläche. Wo der Schaum trieb, vermutete man die Wasserhexe.

Ist Peg Powler dasselbe wie Jenny Greenteeth?

Nein, aber beide sind eng verwandt: dieselbe Klasse grünhäutiger, kinderertränkender Wasserhexen. Anders als Jenny Greenteeth, die an stehende Tümpel Nordwestenglands gebunden ist, haftet Peg Powler an einem einzigen fließenden Fluss, der Tees.

Gibt es weitere Powler-Figuren?

Ja, Nanny Powler am Fluss Skerne, nach Denham eine Schwester oder Tochter der Peg Powler.

Weiterführende Verlinkungen

Empfohlene interne Links:

Literatur (Auswahl)

Eine Auswahl zentraler Quellen und Studien:

  • Denham, Michael Aislabie: The Denham Tracts. London 1892 bis 1895.
  • Henderson, William: Notes on the Folk-Lore of the Northern Counties of England and the Borders. London 1866.
  • Briggs, Katharine: A Dictionary of Fairies. London 1976.

Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.

Wer nach Peg Powler Tees sucht, findet die grünhäutige Wasserhexe, die an keinen Tümpel, sondern an einen einzigen Fluss gebunden ist. Wer allgemeiner nach Wasserhexe England sucht, landet ebenso bei ihr, der Wasserhexe der reißenden Tees.

Einordnung & Schutz

IVSTUFE
Der Schutz-Kompass ordnet dieses Wesen der Einwirkungsstufe IV zu – Schwere Einwirkung.

Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:

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