Wirry-cow ist Geist der schottischen Überlieferung.
Ein Sammelname für alles, was in der Nacht Furcht einflößt.
Wirry-cow ist keine feste Gestalt, sondern der schottische Sammelbegriff für alles, was Furcht einflößt: Popanz, Kobold, Gespenst, Teufel und sogar die lebendig gewordene Vogelscheuche fallen unter diesen Namen. Als diffuse Angstfigur diente er vor allem als Kinderschreck, mit dem man Gehorsam erzwang.
Anders als die walisischen und schottischen Todesomen der keltischen Überlieferung kündigt der Wirry-cow keinen Tod an. Verbreitet ist die Vorstellung in den schottischen Lowlands und in Nordengland, belegt in Wörterbüchern und bei Sir Walter Scott.
Typ: Sammelbegriff für Popanz, Kobold, Gespenst und Teufel
Herkunft: Schottisch-nordenglische Volkssprache, Scots-Sprachraum
Texte: John Jamiesons Wörterbuch von 1808, literarisch bei Walter Scott
Zeitraum: seit dem frühen 19. Jahrhundert lexikalisch belegt
Erscheinung: kein festes Wesen, wechselnde Schreckgestalt
Lexikalisch und literarisch seit dem frühen 19. Jahrhundert belegt, ohne ein eigenes, geschlossenes Sagenkorpus.
Schottland, besonders die Lowlands, sowie Nordengland im gemeinsamen Scots-Sprachraum.
Lexikalisch-literarisch: vor allem Wörterbücher und einzelne literarische Belege, kein festes Sagenkorpus.
Scots: Der Name setzt sich aus wirry, belästigen oder würgen und verwandt mit dem deutschen würgen, und cowe, einem Wort für Kobold oder Schreckobjekt, zusammen. Verwandte Wortbildungen sind wirry-hen, Raufbold, und wirry-carle, ein gefürchteter Kerl.
Erscheinung
Der Wirry-cow hat keine feste Gestalt, sondern ist funktional durch das Angstmachen definiert. In Erzählungen erscheint er mal als missgestaltete kuhartige Gestalt mit langem Hals und kurzen Beinen, mal als schmutzig-zerlumpte, mit Steinen und Dreck behangene Figur, mal als lebendig gewordene Vogelscheuche mit kleinen, scharfen Augen. Als Vogelscheuche steht er an der Grenze zwischen bloßem Gegenstand und belebtem Schreckwesen.
Wirkung
Der Wirry-cow fungiert als Sammel-Schreckfigur und Unglücksomen und als klassischer Kinderschreck, mit dem man Kinder zum Gehorsam bewegte. Zugleich ist er eine volkstümliche Bezeichnung für den Teufel oder ein Gespenst, mit denen er teils gleichgesetzt wird.
Die wichtigsten Aspekte der schottischen Schreckgestalt auf einen Blick.
Ein Ausdruck des Scots, gespeist aus Resten heidnischer Vorstellungen und verschmolzen mit der christlichen Dämonologie.
Vor allem Kinder, denen er als Schreckfigur zum Gehorsam verhalf, allgemein ein Symbol der Furcht.
Wechselnd: kuhartige Gestalt mit langem Hals, zerlumpte, mit Steinen behangene Figur oder lebendig gewordene Vogelscheuche.
Erziehung durch Furcht sowie volkstümliche Bezeichnung für Teufel oder Gespenst; kein Todesomen.
Eigenständige Schutzrituale sind nicht überliefert; Schutz liegt im Gehorsam der Kinder und in allgemeiner christlicher Abwehr des Teufels.
Anders als reine Todesomen wie die Bean Nighe oder die Cyhyraeth kündigt der Wirry-cow keinen Tod an, sondern erschreckt ohne festen Anlass.
Der Name setzt sich zusammen aus wirry, schottisch für belästigen oder würgen und verwandt mit dem deutschen würgen, und cowe, einem Wort für Kobold oder Schreckobjekt. Diese Herleitung geht auf John Jamiesons Etymological Dictionary of the Scottish Language von 1808 zurück. Verwandte Wortbildungen sind wirry-hen, Raufbold, und wirry-carle, ein gefürchteter Kerl.
Der Wirry-cow speist sich aus Resten heidnischer Vorstellungen und verschmilzt mit der christlichen Dämonologie, sodass er teils mit dem Teufel gleichgesetzt wird. Literarisch belegt ist er bei Sir Walter Scott, der die Gestalt in die schriftliche Überlieferung des Scots einschrieb.
Der Wirry-cow ist literarisch bei Sir Walter Scott in Guy Mannering von 1815 belegt, wo worricow für einen Kobold oder bösartigen Geist steht. Er erscheint regelmäßig in Listen schottischer Fabelwesen und gilt als Schulbeispiel für einen dialektalen Schreckbegriff des Scots.
Der Wirry-cow ist kein Todesomen und kein Psychopompos, sondern eine volkstümliche Schreck- und Erziehungsfigur an der Schnittstelle von Rest-Heidentum und christlicher Dämonologie. Er belegt die Bandbreite des britisch-inselkeltischen Geisterglaubens, die von präzisen Omen bis zu diffusen Angstgestalten reicht. Als lexikalisch-folkloristisches Thema ohne eigenes Sagenkorpus stützen sich die Belege vor allem auf Wörterbücher und literarische Erwähnungen.
Eigenständige Schutzrituale gegen den Wirry-cow selbst sind nicht überliefert, da er kein präzise abzuwehrendes Wesen ist, sondern eine Ausdrucks- und Erziehungsfigur. Der Schutz liegt in seiner sozialen Funktion, dem Gehorsam der Kinder, sowie in den allgemeinen christlichen Abwehrvorstellungen gegen den Teufel, mit dem er teils gleichgesetzt wird: geweihtes Weihwasser als christliches Zeichen, kaltes Eisen, das in der schottischen Folklore als Schutz gegen Kobolde und Schreckwesen gilt, und der Klang geweihter Glocken als schützendes Zeichen gegen Unheil.
Der Wirry-cow gehört zum allgemeinen Typ des Popanz und Bugbear, verwandt mit dem englischen Boggart und dem Bogeyman. Verwandt ist er auch mit dem gälischen Urisk, dem Geist einsamer Orte, und als Teufelsbezeichnung mit den breiteren christlich-dämonologischen Schreckfiguren. Bewusst steht er im Kontrast zu den reinen Todesomen der keltischen Inseln wie der Bean Nighe und der Cyhyraeth, die den Tod ankündigen, ohne selbst zu erschrecken.
Ist der Wirry-cow ein Todesgeist?
Nein. Er ist eine Sammel-Schreckgestalt, Popanz, Kobold, Teufel oder Vogelscheuche, kein Todesbote wie die Bean Nighe oder der Ankou.
Woher kommt der Name?
Aus dem Scots wirry, belästigen oder würgen, und cowe, Kobold oder Schreckobjekt.
Wo taucht er in der Literatur auf?
Bei Sir Walter Scott in Guy Mannering von 1815 in der Form worricow.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als schottischer Popanz und Schreckgestalt Scots bleibt der Wirry-cow ohne feste Form: ein Sammelname für alles, was in der Dunkelheit Furcht macht, vom Kobold bis zur lebendig gewordenen Vogelscheuche.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
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