Douen ist Geist der Überlieferung Trinidads.
Verkehrte Füße im Wald locken Kinder mit vertrauter Stimme. Der Steckbrief zeigt das gesichtslose Kind mit den verkehrten Füßen.
Douen ist der Geist eines ungetauft gestorbenen Kindes in der Folklore Trinidads. Erkennbar ist die Gestalt an ihren nach hinten gedrehten Füßen und einem gesichtslosen Kopf unter einem breiten Strohhut, mit dem sie ihr fehlendes Antlitz verbirgt.
Hört ein Douen den Namen eines Kindes, ahmt er die Stimme von Eltern oder Geschwistern nach, um es in den Wald zu locken. Sein Wirken ist eher unheilstiftend und verspielt als tödlich: Er plündert Gärten oder spielt Streiche, ehe er sein Opfer im Dickicht sich selbst überlässt.
Die Wurzeln der Gestalt sind überwiegend afrikanisch, überlagert von französischen, spanischen und englischen Einflüssen der Kolonialgeschichte Trinidads.
Typ: Geist eines ungetauft gestorbenen Kindes, Kinderschreckgestalt
Herkunft: Überwiegend afrikanisch geprägter Volksglaube Trinidads mit französischen, spanischen und englischen Kolonialeinflüssen
Texte: populär-folkloristische Überlieferung
Zeitraum: fest in der Folklore von Trinidad und Tobago, bis heute erzählt
Erscheinung: nach hinten gedrehte Füße, gesichtsloser Kopf unter breitem Strohhut
Der Douen ist fest in der mündlichen Folklore von Trinidad und Tobago verankert und wird bis heute erzählt, ohne dass sich die Vorstellung genau datieren ließe.
Verbreitet vor allem in Trinidad, wo die Gestalt Douen heißt; auf St. Lucia ist die verwandte Form als Dwen bekannt.
Populär-folkloristisch und eher schmal: Eigene Fachstudien allein zum Douen fehlen, die Gestalt erscheint vor allem in den Sammlungen von Besson und Hill zu Trinidad und Tobago.
Name: Die Wurzeln des Douen sind überwiegend afrikanisch, mit französischen, spanischen und englischen Einflüssen der Kolonialgeschichte überlagert. Ein möglicher, nicht gesicherter Bezug besteht zum lateinamerikanischen Duende und zum Maya-Tata Duende.
Erscheinung
Die rückwärts gedrehten Füße sind das Zeichen des Unnatürlichen und Jenseitigen: Ihre Spuren führen jeden, der ihnen folgt, in die Irre. Die Gesichtslosigkeit steht für das verlorene Kind, das nie in Gemeinschaft und Kirche aufgenommen wurde, der breite Strohhut für die Verhüllung dieses fehlenden Antlitzes.
Wirkung
Der Douen ahmt die Stimme von Eltern und Geschwistern nach, sobald er den Namen eines Kindes hört, und lockt es so in den Wald, bis es sich verirrt. Eher unheilstiftend und verspielt als tödlich, plündert er Gärten oder spielt den Menschen Streiche.
Die wichtigsten Aspekte des Douen auf einen Blick.
Kinderschreckfigur der Trinidad-Folklore, entstanden aus afrikanischen Wurzeln mit europäischen Kolonialeinflüssen.
Lebende Kinder, die der Douen mit der nachgeahmten Stimme von Eltern oder Geschwistern in den Wald lockt.
Gesichtsloser Kopf unter breitem Strohhut, dazu nach hinten gedrehte Füße, deren Spuren in die Irre führen.
Eher unheilstiftend und verspielt als tödlich: Er plündert Gärten oder spielt Streiche, ehe er sein Opfer im Wald sich selbst überlässt.
Namen nicht laut im Wald oder im Freien rufen, Kinder in der Dämmerung nicht allein an den Waldrand lassen, dazu Taufe und Weihwasser.
Die rückwärts gedrehten Füße sind das Kennzeichen des Douen: Sie machen ihn als unnatürliches, jenseitiges Wesen erkennbar, und ihre Spuren führen jeden, der sie zu verfolgen versucht, in die Irre. Die Gesichtslosigkeit steht für das verlorene Kind, das nie in Gemeinschaft und Kirche aufgenommen wurde, der breite Strohhut für die Verhüllung dieses fehlenden Antlitzes.
Die Wurzeln des Douen sind überwiegend afrikanisch, überlagert von französischen, spanischen und englischen Einflüssen der Kolonialgeschichte Trinidads. Ein möglicher, nicht gesicherter Bezug besteht zum lateinamerikanischen Duende und zum Maya-Tata Duende. Das Ungetauftsein selbst zeigt die christlich-koloniale Prägung der Gestalt: Der Douen verbindet indigen-karibische und afrikanische Stränge zu einer eigenen Kinderschreckfigur.
Der Douen ist ein fester Bestandteil der Erzählkultur von Trinidad und Tobago und der dortigen Kinderwarnung. Literarisch erscheint er bei Nalo Hopkinson und in der Serie Haven.
Religionswissenschaftlich ist der Douen eine klassische Figur der ungetauften Toten, verwandt mit der Limbus-Vorstellung, die diaspora-synkretistisch mit afrikanischen Kinderseelen-Vorstellungen verbunden ist. Als Warnfigur der Kindererziehung schärft er Respekt vor Wald, Schwelle und Taufe ein.
Quellenfest ist, Kinder zu hüten und sie besonders in der Dämmerung nicht allein an den Waldrand zu lassen. Ebenso überliefert ist, die Namen der Kinder im Wald oder im Freien nicht laut zu rufen, damit der Douen sie nicht aufschnappt und nachahmt. Weihwasser und die Taufe gelten als Mittel, die das ungetaufte Geisterkind binden, weshalb volkstümlich der allgemeine Rat verknüpft ist, Kinder taufen zu lassen. Auch ein geweihtes Amulett oder ein getragenes Kreuzzeichen gehört zur Abwehr, ebenso Salz, das im Volksglauben als Schutz gegen die lockenden Geister gilt.
Der Douen entspricht dem philippinischen Tiyanak, dem Geist eines ungetauft gestorbenen Kindes, das mit Weinen lockt, und dem skandinavischen Myling. Die rückwärts gedrehten Füße teilt er mit der südasiatischen Churel und dem indischen Bhoot. Innerhalb der karibischen Geisterwelt steht er neben der La Diablesse und dem Lagahoo, zwei weiteren Furcht einflößenden Gestalten Trinidads, während der Jumbie als karibischer Sammelbegriff die weitere Gattung benennt, der der Douen als eigener, klar umrissener Typ angehört.
Wer wird zum Douen?
Kinder, die ungetauft gestorben sind. Das Ungetauftsein gilt in der christlich geprägten Kolonialüberlieferung Trinidads als Ursache dafür, dass die Seele des Kindes nicht zur Ruhe kommt.
Warum hat der Douen rückwärts gedrehte Füße?
Sie kennzeichnen ihn als unnatürliches Wesen, und ihre Spuren führen jeden, der ihnen folgt, in die Irre.
Wie schützt man Kinder vor dem Douen?
Indem man ihre Namen nicht laut im Wald oder im Freien ruft und sie besonders in der Dämmerung nicht allein an den Waldrand lässt.
Empfohlene interne Links:
Weitere Standardwerke im Literaturverzeichnis.
Als Geist ungetaufter Kinder bleibt der Douen ein gesichtsloses Kind unter dem Strohhut: kein jagender Dämon, sondern ein verlorenes Wesen, das mit der Stimme der Eltern ruft, wen es nicht finden darf.
Gegen seine Einwirkung nennt die kulturübergreifende Überlieferung diese Schutzmittel:
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